In Dankbarkeit

Gedenkgottesdienst für Pfr. Alois Brem am 24. Juli 2016 in St. Quirin

Predigttext (Michael Albus)

Immer wenn ich den Text aus der Apostelgeschichte über den Abschied von Paulus von den Christinnen und Christen in Ephesus lese oder höre, steht mir Alois Brem vor Augen. Eigenartig? Nein! Logisch!.

Paulus sagt: „Ich habe mich bemüht, mein Bestes zu geben“. Alois hat das auch getan. Und er hatte viel Bestes zu geben. Hat den Menschen, die ihm begegneten nichts vorenthalten, „was ihnen hätte nützen können“.

Alois war ein bescheidener Mensch, dem alles, was im Namen Gottes unglaubwürdig daher kam zuwider war. Ich bleibe beim altmodischen Bild: Er war ein treuer Hirte für seine Gemeinden. Gleichwohl hat er die Menschen in ihnen niemals als dumme Schafe angesehen. Er rechnete immer und grundsätzlich mit der Möglichkeit, dass ein Mensch auch selbstständig glauben kann und keine Hirten braucht, die ihm jeden Schritt vorschreiben, wohin er im Glauben zu gehen hat. Er wusste, dass die Schafe besser als die Hirten wissen wie das Gras schmeckt – außer dass die Hirten selbst Schafserfahrung haben. Er hatte sie.

Ihm ging es auch darum, dass die Gemeinden Orte des Lebens und der Auferstehung waren und sind. Dass Menschen dort eine Heimat finden für ihre Sorgen und Nöte, aber auch für ihre Freuden und für ihr Glück.

Er konnte sich in Menschen hineindenken, hineinversetzen, weil er selber ein wirklicher und konkreter Mensch war – nicht nur, um eine alte Anrufung aus der lauretanischen Litanei zu gebrauchen, ein „geistliches Gefäß“, von dem man nicht wusste, ob es auch wirklich und richtig lebt. Ich habe Alois immer bewundert wegen seiner großen Lebens- und seiner Wirklichkeitsnähe. Wer diese kennen lernen will, der lese  seine Predigten. Ich tue es immer wieder. Sie waren immer eine Stärkung für mich -  und werden es bleiben.

Alois war, und das habe ich ganz besonders sympathisch an ihm gefunden, so tief in seinem Glauben verwurzelt und verankert, dass er auch sehr deutlich werden konnte, wenn es um die Glaubwürdigkeit seiner Kirche ging. Ich möchte nicht wissen, was er zum Beispiel zum nun bekannt gewordenen Geldreichtum seiner Erzdiözese gesagt hätte. Bei solchen und ähnlichen Fragen habe ich ihn auch zornig erlebt. Er wusste wie „hart man arbeiten muss, um auch den Armen helfen zu können und das zu erfüllen, was unser Herr Jesus selbst gesagt hat: Geben macht glücklicher als Nehmen“ (Apg 27,35)

Ich will hier noch einen kleinen Seitenblick auf das Evangelium dieses Gottesdienstes werfen. Da kam ein Schriftgelehrter zu ihm und sagte: „Meister, ich will dir folgen, wohin du auch gehst“.  Jesus hat ihm ganz unmissverständlich  und direkt eine Antwort gegeben, die mich auch heute noch aufhorchen lässt: Die Füchse haben ihren Bau und die Vögel ihr Nest, der Menschensohn aber hat nichts, wo er sein  Haupt hinlegen kann“. Also lieber Schriftgelehrter, bedenk, worauf du Sesshafter dich einlässt: Auf einen, der keinen vornehmes Haus, kein gemachtes Nest hatte, der unterwegs war, der ein Nomade ein Umherziehender war. Ich erinnere  mich an manches intensive Gespräch darüber. Für mich war Alois auch einer, der bei aller mitteleuropäischen Sesshaftigkeit, geistig immer ein Nomade geblieben ist. Geistige und religiöse Sesshaftigkeit war ihm fremd. Ich erinnere an seine Bücher, durch die er unablässig wanderte, an die Berichte von seinen Reisen, vor allem nach Israel. 

Alois hatte ein unruhiges Herz. Er war ein suchender Mensch. Manche Gesprächserfahrung könnte ich dazu berichten. Aber auch seine Wortmeldungen in der Sachkommission X der Synode, deren Sekretär ich war, und seine Mitarbeit während der ersten Gottesdienstübertragungen aus Aubing 1977 im ZDF bleiben mir in lebhafter Erinnerung.

Zurück zum Abschied in Ephesus. - Ich stelle mir vor, dass, hätte Alois sich noch selbst von seiner Gemeinde und die Gemeinde von ihm verabschieden können, der Abschied mindestens strukturell so wie in Ephesus hätte ablaufen können: „Nun knieten alle nieder und beteten miteinander. Sie küssten und umarmten Paulus zum Abschied, weil er ihnen gesagt hatte, sie würden ihn nicht wiedersehen. Dann begleiteten sie ihn auf das Schiff“.

Ich möchte zum Schluss noch einmal ganz kurz auf das Thema Sesshaftigkeit und Nomadentum zurückkommen.

Im Prolog des Johannesevangeliums steht der sicher den meisten von Ihnen vertraute Satz: „Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns geWOHNT“. – Wenn man das griechische Wort für „gewohnt“ genau anschaut, dann gerät man ins Staunen: Dort steht das Wort „escenosan“, das wörtlich übersetzt heißt „“zelten“. Also: „Und hat unter uns gezeltet“. Es ist ein großer Unterschied, ob ich in Zelten lebe oder in festungsähnlichen Häusern. Das ist eine Erinnerung an den Jesus, der nichts hatte, wohin er sein Haupt legen konnte. 

Ich habe in den langen Jahren einer tiefen Freundschaft mit Alois auf ganz bewegende Weise aus dem, was er mir oft aus den Gesprächen mitgab, erfahren, ja verinnerlicht und veräußerlicht, was es für mich heißen kann, wenn ich die Stimme Jesu höre, die sagt: „Folge mir, lass die Toten ihre Toten begraben!“ Diese Aufforderung, die, kommt man ihr nach, das Leben wirklich verändern kann, hat auch Alois gespürt. Er hat das Leben gesucht. Ich hoffe, er hat es gefunden. Ich bin dankbar für das große und kostbare Geschenk seines Lebens!

Fürbittentext (PRin Katja Endl)

Großer Gott, du gehst alle Wege mit uns mit. Dir bringen wir unsere Sorgen und Fragen:

Heute denken wir an die vielen Toten des Amoklaufs. Wir denken an ihre Familien und Freunde. Wir denken an die vielen Unbeteiligten, die diesen Schreckenstag nie vergessen werden. Du Gott des Lebens, manchmal scheint dein Reich weit weg zu sein. Wir vertrauen trotzdem darauf, dass du uns hörst und bringen dir all das, was wir uns nicht erklären können.
Wir bitten dich: Wandle jede Verzweiflung und schau auf unsere Sehnsucht nach einem gelingenden menschlichen Zusammenleben.  
Wir bitten dich, erhöre uns!

Wir denken an die vielen Jugendlichen, die ihren Weg suchen. Wir danken allen Erwachsenen, deren Herz für Kinder und Jugendliche schlägt. Viele sorgen im Kleinen dafür, dass junge Menschen sich geborgen fühlen und mit Vertrauen in die Zukunft gehen.
Wir bitten dich, heile alles, was zwischen „alt“ und „jung“ unversöhnt ist und lass unsere Beziehungen neu erblühen!
Wir bitten dich, erhöre uns!

Nach Jahrzehnten des Friedens merken auch wir jetzt in Europa, dass Friede etwas sehr Brüchiges ist. Bei Pfr. Brem kann man folgendes Bekenntnis nachlesen: „Ich wollte auch Priester werden, um für den Frieden aktiv arbeiten zu können.“ Der Friede braucht Arbeiter, die mit viel Geduld und Phantasie dafür sorgen, dass Menschen anfangen, sich zuzuhören.
Wir bitten für alle, die bereit sind, Spannungen auszuhalten und die Hoffnung auf Versöhnung wach halten. Stärke sie!
Wir bitten dich, erhöre uns!

Vielen von uns war Pfr. Brem ein Weg-Gefährte. Halten wir kurz Stille und beten wir für unsere Weg-Begleiter, unsere Freunde und Lehrer.
Du Gott des Lebens, zu dir rufen wir:
Wir bitten dich, erhöre uns!

Guter Gott, du hörst uns. Dafür danken wir dir. Heute und alle Tage unseres Lebens bis in Ewigkeit.

Meditationstext

Einmal wird uns gewiss die Rechnung präsentiert:

Für den Sonnenschein und das Rauschen der Blätter,

die sanften Maiglöckchen und die dunklen Tannen,

für den Schnee und den Wind,

den Vogelflug und das Gras und die Schmetterlinge,

für die Luft, die wir geatmet haben und den Blick auf die Sterne

und für all die Tage, die Abende und die Nächte.

Einmal wird es Zeit, dass wir aufbrechen und bezahlen.

Bitte die Rechnung.

Doch wir habe sie ohne den Wirt gemacht:

Ich habe Euch eingeladen, sagt der und lacht, soweit die Erde reicht:

Es war mir ein Vergnügen.

Lothar Zenetti

 

Zum Heimgang von Pfr. i.R. Alois Brem

Alois Brem

Pfarrer i.R. Alois Brem am 15. März 2016 gestorben

Pfarrer i.R. Alois Brem, von 1964 bis 2001 Pfarrer von St. Quirin, ist am 15. März 2016, nach kurzer Krankheit vom Herrn über Leben und Tod in die ewigen Freuden abberufen worden.

Er wurde am 19. März 2016 im Priestergrab an der Pfarrkirche bestattet.

"Vielleicht ist das Leben ja wie eine Blume,
von der ein Same zurückbleibt.
Vielleicht ist das Leben ja nur eine Etappe
auf dem Weg zum großen Ziel.
Vielleicht ist das Leben kein Weggehen,
sondern ein Ankommen.
Vielleicht ist das Leben ein Traum,
der sich im Tod erfüllt.
Vielleicht ist das Leben Liebe,
die sich ganz vollenden will.
Vielleicht müssten wir das Leben leichter nehmen,
um zu verstehen,
dass es ein Leben nach dem Leben gibt."
(aus der Meditation des Auferstehungsgottesdienstes)

Nachruf (Klaus Bichlmayer)

Predigttext von PR Peter Jaumann

Meditationstext aus dem Auferstehungsgottesdienst am 19. März 2016

Bilder (Aufnahmen Klaus Bichlmayer)

BremBrem
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Zur Verabschiedung von Veronika Obermayer, Gabi Meßmer und Magdalena Kestel am 05.01.2008

Liebe Mitarbeiter,

einen Dank sagen zu dürfen wie soeben bei der Ehrung ist schön und ein beglückendes Erlebnis. Es gibt aber auch Anlässe bei denen das Dankeschön von ganzem Herzen gegeben wird aber mit etwas Traurigkeit verbunden ist. Dies ist der Fall wenn langjährige Mitarbeiter aus ihrem Tätigkeitsbereich ausscheiden. So habe ich heute 3 Frauen danken.

Verabschiedung von Mitarbeitern

Liebe Veronika Obermayer (Bildmitte).1984 übernahmen Sie das Amt der hauptamtlichen Organistin. 23 Jahre lang haben Sie die sonntäglichen Gottesdienste und Festgottesdienste sowie unzählige Wochentagsgottesdienste auf der Orgel begleitet und gesungen. Sie haben Taufen, Hochzeiten, Requiem und Schulgottesdienste musikalisch gestaltet und einfühlsam das Liedgut dazu ausgewählt. Ihre geleisteten Dienste gingen weit über den vertraglichen Rahmen hinaus in das Ehrenamt. Nun möchten Sie mehr Zeit für Ihre immer größer werdende Familie und vor allen Dingen für Ihre Enkelkindern haben. Deshalb haben Sie mit 31.12.2007 die Stelle als Organistin zurückgegeben. Auch wenn wir das gut verstehen können, so ist das für unsere Pfarrei ein sehr sehr großer Verlust.

Ganz verloren gehen Sie uns aber dennoch nicht. Sie haben zugesagt, auch künftig den Kinderchor und die Instrumentalgruppe zu leiten, die sie bereits 1982 aufgebaut haben. Ehrenamtlich übernehmen Sie die Musik für die Gottesdienste der Seniorennachmittage im Pfarrsaal und wir dürfen uns auch künftig über Ihre Mitarbeit bei der Kinderbibelwoche freuen.

Die zweite Frau, der ich heute danke, ist Frau Gabriele Meßmer (im Bild rechts).

Liebe Gabi Meßmer, seit 1982 arbeiten Sie in unserer Pfarrei ehrenamtlich mit. Begonnen hat es mit den Kinder - und Familiengottesdiensten, dann kam die Mitarbeit in der Kinderbibelwoche und fast gleichzeitig die Erstkommunion-Vorbereitung, deren Koordination Sie später für viele Jahre übernahmen. Damals wurden Sie Mitglied des Sachbereiches Liturgie, dessen Leitung Sie im April 1998 übernahmen. Liebe Frau Meßmer, Sie waren in dieser Eigenschaft für uns Priester und den ganzen liturgischen Dienst eine große Unterstützung. Ruhig, freundlich, ohne Aufgeregtheit, manchmal aber auch sehr entschieden, leiteten Sie diesen wichtigen Sachbereich, der ja am engsten in der Zusammenarbeit mit den Priestern steht. Teamarbeit war Ihnen immer wichtig, das Resultat daraus war eine Vielfalt von thematischen Gottesdiensten in lebendiger und lebensnaher Gestaltung und ein sicherer und reibungsloser Ablauf großer Festgottesdienste. Mit Ablauf des Jahres legten Sie dieses wichtige Amt nieder, da Ihre beruflichen Anforderungen, die mit sehr vielen Reisen verbunden sind, ein Weiterführen nicht mehr möglich macht. Gott sei Dank verlieren wir Sie nicht auch noch als Lektorin. An den Wochenenden können Sie diesen Laiendienst, der einen sehr hohen Stellenwert bei Ihnen hat, weiterhin machen. Dafür sind wir sehr dankbar.

Ebenfalls für eine langjährige Mitarbeit möchte ich mich bei Frau Magdalena Kestel (im Bild links) bedanken.

Liebe Magdalena Kestel auch Sie sind eine ehrenamtliche Mitarbeiterin, die weit über 20 Jahre intensiv das Pfarreileben mitgestaltet hat. Ebenso wie die vorgenannten Damen waren Sie viele Jahre im Sachbereich Liturgie. Sie bereiteten die Kinder unserer Gemeinde auf die Erstkommunion vor, arbeiteten bei der Kinderbibelwoche mit und gehörten dem Team an, das die Familiengottesdienste vorbereitet. Das erforderte hohen Einsatz, Liebe zum Detail und vor allen Dingen viel Einfühlungsvermögen. Nun möchten Sie ihre Arbeit im Sachbereich Liturgie beenden und hoffen, dass wieder jüngere Frauen und Männer die Arbeit weiterführen. Sie selbst bleiben als Mitarbeiterin beim Weihnachtsbazar tätig und sorgen auch in Zukunft für einen schönen Blumenschmuck in unserer Kirche.

Liebe Frau Obermayer, Frau Meßmer und Frau Kestel, ich bitte Sie nun zu mir damit ich Ihnen mit allen hier anwesenden Mitarbeitern für die Arbeiten, die Sie nun beenden von ganzem Herzen danken kann. Ein Blumenstrauß soll Ihnen Freude machen und ein kleines Zeichen einer großen Verbundenheit sein.

Aubing am 5. Januar 2008

Pater Georg Menachery, Pfarradministrator

 

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