Reden bei wichtigen Anlässen

Rede von P. Abraham beim Mitarbeiterfest 2017

Liebe Gemeinde,

"Ihr seid das Salz der Erde!"; "Ihr seid das Licht der Welt!" Ist das die biblische Aufforderung zum Ende der Bescheidenheit? Eine Empfehlung, sich selbst möglichst gut zu vermarkten? Sollen die Kirchen angesichts zunehmender Kirchenaustritte, eine neue Imageoffensive starten? „Lasst Euer Licht leuchten!“ Die Menschen müssen eure guten Werke sehen! Nicht mehr so langweilig daherkommen, sondern „spicy“, gut gewürzt, kraftvoll!

Rede

Mit dieser Textstelle ist ganz sicher etwas anderes gemeint.
Obwohl der Text insgesamt einen fordernden Charakter hat, findet sich nirgendwo ein Imperativ. Es wird lediglich etwas festgestellt, was gleichwohl als Erwartung an uns herangetragen wird. „Ihr seid das Salz der Erde!“
Es heißt nicht: „Ihr sollt das Salz der Erde sein! Also strengt euch mal ordentlich an!“; es heißt auch nicht: „Eigentlich könntet Ihr das Salz der Erde sein, Ihr habt das Potential dazu – wenn ihr nur nicht so bequem und so faul wärt!“ Nein, es handelt sich um eine Feststellung. Das seid ihr! Salz der Erde! Licht der Welt! Ganz sicher! Daran gibt es keinen Zweifel! Verlasst euch darauf!

Man könnte diese Verse vielleicht so zusammenfassen: „Werde, der du bist!“
Du musst gar nicht mehr viel dazu tun. Du musst es eigentlich nur geschehen lassen. Sei ein Licht in dieser Welt! Auf dich kommt es an! Dein Wirken ist so lebensnotwendig wie Sonne und Salz. Du wirst dringend gebraucht!
Warum fällt es uns aber so schwer, dieser sensationell ermutigenden Botschaft zu trauen?
Vielleicht haben wir alle schon so viel am Hals, dass uns das zusätzliche Salz- oder Lichtprojekt scheinbar einfach überfordert.

Kann uns da der Evangelientext denn helfen, nicht in Resignation zu verfallen.
Jesus sagt: „Ihr seid das Licht der Welt!“ Es heißt ausdrücklich nicht: „Du bist das Licht der Welt!“
Nicht die Genialität des Einzelnen ist also entscheidend. Nur gemeinsam entsteht so viel Licht, dass wir das Dunkel der Welt erhellen können.  
Über den Zahlen von Kirchenaustritten übersehen wir gerne, dass es anderen nicht besser geht. Gerade einmal 1,8 Prozent der Deutschen gehören einer politischen Partei an. Auch Gewerkschaften und Sportvereine klagen über Mitgliederschwund. Gleichzeitig zeigen aber Befragungen von Jugendlichen, dass die Sehnsucht nach stabilen Familienverhältnissen und nach Freunden, auf die man sich verlassen kann, enorm zugenommen hat. Der Wunsch, gemeinsam zu handeln, wächst. Gemeinsam sind wir Licht der Welt, Salz der Erde, nicht als einsame Stars.  

Wichtig dabei ist: Wir sind es nicht, die das Licht, das wir sind, erzeugen! Wir sind nur „Licht der Welt“, wenn wir von der Gnade Gottes beschienen werden. Wir erzeugen das Licht nicht – wir reflektieren es nur. Wir sind nicht unsere eigene Lichtquelle. Wie Glühbirnen in unseren Wohnungen sind wir nur dann imstande, Licht zu spenden, wenn wir mit einer Energiequelle verbunden sind.

Wer „Licht für die Welt“ sein will, der muss einsehen, dass er mehr empfangen hat, als er je weitergeben kann. Er muss ein Gespür für jene Kraftquelle haben, aus der wir leben, einem gnädigen Gott, der gegen alle Finsternisse diese Welt mit seinem göttlichen Glanz erhellt und auch uns bescheint.

Wer ein Licht in der Welt sein will, der wird sich allerdings um Klarheit bemühen müssen. Diese Klarheit erreicht man nur, wenn man sich seine eigenen Motive hinreichend bewusst gemacht hat – und wenn das, wofür man eintritt, authentisch ist.
Wir alle wissen, Licht schenkt nicht nur Helligkeit, Licht spendet auch Wärme. Christen, die ein Licht in der Welt sein wollen, werden also liebend, tröstend und fürsorgend unterwegs sein: Hungrige speisen, Durstigen zu trinken geben, Fremde beherbergen, Nackte kleiden, Kranke pflegen, Gefangene besuchen und Tote bestatten. Es gibt also wahrlich viel zu tun!
Ist da die Erschöpfung beim Blick in unsere Welt nicht vorgegeben?
Man wäre ja gerne das Licht der Welt. Man möchte eine Welt ohne Grenzen und ohne Krieg haben – aber das Scheitern an den eigenen Idealen ist deprimierend.
Wie soll man angesichts so vieler Dinge, die nicht in Ordnung sind, angesichts so vieler dunkler Nachrichten, noch Licht der Welt sein?

Der Erschöpfung entgehen wir nur, wenn wir uns immer wieder der Kraftquelle versichern, die uns überhaupt erst zu einem Licht in der Welt macht.

Mitarbeiterempfang

„Ihr seid das Licht der Welt. Ihr seid das Salz der Erde.“ Eine Zusage. Und ein Auftrag.
Es ist keine Aufforderung immer im Rampenlicht zu stehen. Oft bleiben diese kleinen Dinge für die große Bühne unsichtbar, so wie das Salz, das in der Speise, die es konserviert und würzt, auch nicht mehr erkennbar bleibt, wenn es sich auflöst. Und dennoch gibt es dem Ganzen einen anderen Geschmack. Einen Geschmack von einem Leben, das Sinn macht. Einen Geschmack, der es Menschen möglich macht, doch an eine Güte zu glauben und ihr zu danken. Der Macht, die stärker ist als Dunkelheit und Leere. Der Güte Gottes.

So oder so: nicht wir sind es, die das Leuchten vollbringen und die Würze ins Leben, sondern Gott selbst. Wir wirken aber dabei mit.

Nachruf auf Siegfried Bschorer beim Gedenkgottesdienst am 27. Mai 2015

Liebe Frau Bschorer, liebe Familie Bschorer, Verwandte, Freunde und Nachbarn unseres verstorbenen Siegfried Bschorer,

als wir in St. Quirin auf der traditionellen Sebastianifeier im Januar 2008 unsere Quirin-Archivgruppe pauschal mit einer Ehrung bedachten, da durfte ich als damaliger Vorsitzender des Pfarrgemeinderats auch ergänzend eine persönliche Laudatio für das langjährige Archivgruppenmitglied Siegfried Bschorer verfassen und vortragen.  Seine Ehrung kam damals in das sog. „Buch des Dankes“ und ich habe jetzt diese Worte von damals erfreulicherweise noch auf der Website unserer Pfarrei St. Quirin wiedergefunden. Ich hätte damals wohl nicht gedacht, dass ich 7 Jahre später schon an seinem Grab stehen würde, zumal wir vor gut einem Monat noch fröhlich gemeinsam im Aubinger Pfarrsaal einen Geburtstag mitgefeiert haben. Was damals im Januar 2008 Lobendes über den pensionierten Schulrektor Siegfried Bschorer gesagt wurde bezüglich seiner Verdienste als engagiertes Mitglied der Archivgruppe St. Quirin – ein Segen für die Pfarrei- und Ortsgeschichte von Aubing - das traf und trifft immer noch zu. Es bedarf aber der Ergänzung!

Nachruf

Die Zeiten ab 2008 waren nämlich sehr intensive Jahre für den Pensionär und Hobby-historiker Siegfried Bschorer- wesentlich mitbeteiligt an Vorbereitung und Durchführung der 1000- Jahre-Feiern in Aubing ,Berater bei der zeitgleichen Renovierung der Pfarrkirche mit Sanierung des historischen Dachstuhls und bis in die jüngste Vergangenheit mitwirkend am Aufbau eines Turmmuseums und Neufassung eines Kirchenführers für St. Quirin. Der bedeutsame Anteil des Archivgruppenmitglieds Siegfried Bschorer an diesen örtlichen Großprojekten, insbesondere an den Feiern zu „1000 Jahre urkundliche Erwähnung Aubing“ als Ideengeber,Festkomiteemitglied und direkt Ausführender ist nach meiner Einschätzung nur wenigen im Ort wirklich bekannt! Auch die Aufstellung eines Gedenksteins aus Pollinger Tuffstein zur dauerhaften Erinnerung an das Aubinger Jubeljahr 2010 war seine Idee! Die kleine Videoschau im Quiriner Turmmuseum zur Urkunde Kaiser Heinrichs II. von 1010 – der materiellen Grundlage für das Festlichkeiten zu 1000 Jahre Aubing – zeigt dauerhaft Siegfried Bschorers Lateinkenntnisse und historisches Gespür im Lesen alter Urkunden und zugleich sein pädagogisches Geschick, dieses Wissen anderen zu vermitteln. Nämlich in Kenntnis dieser Urkunde aus dem Hauptstaatsarchiv regte er schon 2007 die Gründung eines Festkomitees an zur Vorbereitung des Festjahres 2010 für 1000 Jahre urkundliche Erwähnung Aubings! Daraus entwickelte sich dann ein eigenständiger Verein und so konnte durch das Zusammenwirken einiger engagierter Bürger ein umfangreiches Festprogramm für 2010 entwickelt und schließlich Räume im THW-Gebäude unter dem ortsbekannten Kürzel „UBO 9“ für Ausstellungen gewonnen werden.

Für diese 1. historische Ausstellung im April 2010 mit dem Thema „ Von den Bajuwarengräbern zur Gemeinde Aubing“ war Siegfried Bschorer zusammen mit Frau Sajons von der Quirin-Archivgruppe zuständig für Konzept,Texte und Bildauswahl unter Anleitung und Beratung durch die ausstellungserfahrene Frau Staffa vom Städtischen Kulturreferat. Drei Bestandteile dieser umfangreichen 1.Ausstellung,welche Siegfried Bschorers ureigenste Themen und Steckenpferde waren, sind mir noch in besonderer Erinnerung! Zuerst ist die Festlegung des Weihedatums der Aubinger Pfarrkirche auf 1489 – statt wie ursprünglich angenommen 1480 – allein seinen historischen Kenntnissen zuzuschreiben, verbunden mit viel kriminalistischer Detailarbeit. Siegfried Bschorers Ergebnis „Weihejahr 1489“ wurde  auch noch durch dendrochronologische Untersuchungen am Kirchendachstuhl bestätigt. Einzelheiten hierzu sind jetzt auch 5 Jahre nach dem Aubinger Festjahr in dem von ihm mitgestaltetem Turmmuseum zu erfahren! Das Original-Weihesiegel bzw. der winzige historische Text hierzu ist ja seit 2014 wieder im Altarraum von St. Quirin eingelassen!

Ein weiterer Schwerpunkt seiner pfarreihistorischen Forschung war der spätbarocke Pfarrherr Johann Bernhardin von Prugg, der von 1669 bis 1714, also 43 Jahre lang in Aubing tätig war. Dieser ist deutlich sichtbar im Altarraum von St. Quirin durch 3 Grabplatten vertreten, davon eine für die Pfarrersmutter, welche  1674 im Aubinger Pfarrhaus verstorben ist. Dieser Pfarrer hat im Jahre 1712 bei dem Brucker Maler und Bildhauer Josef Krenauer die sehenswerten Aubinger Apostelfiguren samt Christus und Maria für 216 Gulden in Auftrag gegeben, eine historische Erkenntnis, die gleichfalls auf die Archivarbeit von Siegfried Bschorer zurückgeht. Darüber hinaus hat Siegfried Bschorer zum Abschluss der Kirchenrenovierung 2009 einige theologisch und bauhistorisch gut begründete Vorschläge zur Neuaufstellung dieser zeitgleich restaurierten Aubinger Apostelfiguren gemacht, denen schließlich entsprochen wurde, d.h. allein darin wirkt er in St. Quirin fort ebenso wie in seinen kunsthistorischen Beiträgen im Pfarrbrief!

Eine Kombination seiner Talente „historisches Wissen“ und „pädagogische Didaktik“ war das Herzstück der 1. Aubinger Ausstellung im Festjahr 2010 - nämlich die Kombination aus kaiserlicher Urkunde von 1010 und nachgebauter mittelalterlicher Schreibstube! Hierfür hatte er selber die Federkiele gespitzt und die Tinte nach alten Rezepturen bereitet. Ein kleiner Lohn für diese arbeitsintensiven ehrenamtlichen Tätigkeiten war die gute Aufnahme dieses Ausstellungskonzepts durch die Bevölkerung und ich weiß noch wie stolz Siegfrieds Augen leuchteten angesichts  meines Fotos, auf dem seine eigenen Enkelkinder unter seiner Obhut voll Begeisterung in seiner Schreibstube mittelalterliche Urkunden anfertigten.

Ja, wir werden als Quirin-Archivgruppe seine Sachkompetenz im Lesen und Interpretieren von Handschriften und Urkunden, sein historisches Allgemeinwissen und seine Detailkenntnisse in Archivarbeit allgemein und in dem von ihm durchstrukturiertem Pfarreiarchiv im Besonderen sehr vermissen! Mindestens ebenso vermissen wir seine freundliche Art, seinen Humor und seine ansteckende kindliche Freude in verstaubten Urkunden, Papieren und Rechnungen neue historische Zusammenhänge zu entdecken und so dauerhaft der Nachwelt zu erschließen. Im Februar 2015 habe ich noch von Siegfried Bschorer bzw. über den Leiter unserer Archivgruppe einen Rechercheauftrag zu unserer Marienglocke von 1516 erhalten. Einige erste orientierende Gespräche und Telefonate haben  wir dazu schon geführt. Ich hätte noch so viele Fragen an Siegfried gehabt und von ihm in diesem Bereich noch so gern gelernt. Das ist jetzt leider so nicht mehr möglich! Aber bei allem schmerzlichem Verlust und Trauer über sein so plötzliches Ableben – es bleibt doch die positive Erinnerung an diesen wunderbaren, humorvollen Menschen Siegfried Bschorer und an sein respektables Lebenswerk, das er uns als Archivgruppe St. Quirin aber letztlich seiner gesamten Ortsgemeinde Aubing hinterlassen hat. Danke Siegfried und nochmals Danke- möge Deine Seele in Frieden ruhen!

Aubing, den 27.05.2015
Dr. Joseph Burghart

Rede von P. Abraham beim Mitarbeiterfest 2011

Liebe Mitarbeiterinnen, liebe Mitarbeiter,

ich möchte Sie alle ganz herzlich zu unserem Mitarbeiterfest hier im Pfarrsaal von St. Quirin begrüßen. Ich freue mich, dass so viele heute Abend hierher gekommen sind. Das heutige Fest möchte ich als Pfarrer zum Anlass nehmen, Ihnen sehr herzlich dafür zu danken, dass Sie sich mit Ihrer Zeit, Ihrem Mitdenken und Mitgestalten in unsere Gemeinde einbringen.

Dankesrede

Bereits in meiner Predigt habe ich das seit einiger Zeit sehr beliebte Buch des französischen Schriftstellers Lelord  „Hectors Reise oder die Suche nach dem Glück“ erwähnt. In diesem Roman macht Hector sich als Psychiater auf die Reise durch verschiedene Länder, um im Gespräch mit den Menschen dort heraus zu finden, was diese Menschen denn nun wirklich glücklich macht. In einem Tagebuch sammelt er seine Erkenntnisse und listet sie auf.

Unter der Nummer 10 ist da zu lesen:
Glück ist, wenn man eine Beschäftigung hat, die man liebt.
Und unter Nummer 13 steht:
Glück ist, wenn man spürt, dass man den anderen nützlich ist.

Beim Lesen dieser Glücksliste habe ich mir gedacht, vielleicht ist dieser Hector auf seiner Reise auch in Aubing vorbeigekommen und hat mit den Mitarbeitern von St. Quirin gesprochen. Wenn ich mir die große Zahl unserer Mitarbeiter so anschaue und dazu die Vielfalt ihrer Tätigkeiten, dann habe ich wirklich den Eindruck, wer möchte, kann hier eine Beschäftigung finden, die er liebt, die er mit Freude ausfüllt. Ich hoffe jedenfalls sehr, dass ich mit meiner Beobachtung im Großen und Ganzen richtig liege.

Und auch der zweiten vorhin genannten Notiz von Hector „Glück ist, wenn man spürt, dass man den anderen n ützlich ist“, kann ich als Pfarrer von St. Quirin ganz und gar zustimmen. Sie alle sind als Mitarbeiter in den verschiedenen Gremien, Kirchenverwaltung, Pfarrgemeinderat, den Sachbereichen, den liturgischen Diensten, der Sakramentenvorbereitung, der Kinder- und Jugendarbeit, in der Nachbarschaftshilfe usw. unendlich nützlich und wertvoll für das Leben in unserer Gemeinde.

Ich sage an dieser Stelle ganz herzlich Danke für alles, was sich durch die vielen Mitarbeiter im Stillen oder auch ganz sichtbar bewegen lässt. Von Ihrem vielfältigen Engagement lebt unsere  Gemeinde, lebt die Kirche.

Mitarbeiterempfang 2011

Durch Ihr vielfaches Engagement, wird unser Glaube in die Welt hinein getragen, erlebbar und einladend. Es kommt nicht auf irgend jemanden in der fernen Welt, sondern es kommt auf uns alle, auf mich, auf Sie, auf Euch an, wie man unsere Gemeinde St. Quirin in Aubing wahrnimmt und erlebt, und was wir als Gemeinde durch unseren Glauben und unser Engagement  in Bewegung setzen.

Es gibt im Roman über Hectors Reise noch eine weitere Notiz über das Glück. „Glück ist, wenn man richtig feiert.“
Einer, der dies immer wieder möglich macht, ist unser lieber Johnny mit seinem Sachbereich Feste und Feiern.
Auch im vergangenen Jahr hast du mit deinem Team wieder zu unser aller Glück einen wichtigen Beitrag geleistet. Dafür möchte ich dir und deinem Sachbereich  im Namen der ganzen Gemeinde sehr, sehr herzlich danken.

Besonders freut es mich, dass ich auch in diesem Jahr wieder an 4 Personen die Quirinnadel für langjährige Mitarbeit in St. Quirin verleihen darf. Darunter sind auch heuer wieder zwei Vertreter aus dem Bereich Jugendarbeit für 10 Jahre Mitarbeit, nämlich Katharina Roth und Korbinian Holzapfel. Die beiden anderen Vertreter aus dem Bereich der erwachsenen Mitarbeiter sind Frau Helga Schüller und Herr Heinz Sokolis.

Eine große Freude ist es für mich an diesem Abend drei Mitarbeitern aus ganz verschiedenen Bereichen für insgesamt 90 Jahre Engagement in St. Quirin danken zu dürfen.

Da ist einmal Frau Erika Schuhmacher, ohne die vieles in unserer Gemeinde einfach nicht möglich wäre. Ob Frauenbund, Vorbereitung von Andachten, aushilfsweise Kindergarten-, Pfarrzentrum- und Kircheputzen, Palmbuschenbinden für die Nachbarschaftshilfe, nicht zu vergessen die Mitarbeit im Sachbereich Feste und Feiern, das gemeinsame Frühstück nach dem Engelamt und wahrscheinlich noch einiges mehr. Frau Schuhmacher ist so etwas wie die gute Fee unserer Gemeinde.
Dafür möchte ich ihnen im Namen der ganzen Gemeinde sehr herzlich danken.

Im Bereich der liturgischen Mitarbeit, genauer gesagt als Lektor ist Herr Manfred Zech seit 30 Jahren in unserer Gemeinde engagiert. Mit seiner warmen und gut artikulierten Sprache lässt er die Fürbitten und vor allem die Meditationstexte erst richtig leben. Herzlichen Dank dafür.

Jetzt darf ich mich bei einem weiteren Mitarbeiter für 30 Jahre Engagement in St. Quirin ganz herzlich bedanken. Es ist dies unser langjähriger Architekt und Leiter der Archivgruppe St. Quirin, Herr Rüdiger Zielinski. Ich vermute, wenn ich jetzt anfange all seine Verdienste aufzuzählen, bekommen wir heute erst kurz vor Mitternacht etwas zu essen. Allein im Jahr 2009 konnten wir erleben, mit welchem Engagement sich Herr Zielinski für die Renovierung unserer Pfarrkirche einsetzte. Für alles, was Sie in den vergangenen 30 Jahren unter den verschiedensten Pfarrern mit ihren ganz verschiedenen Wünschen geleistet haben, möchte ich Ihnen sehr, sehr herzlich danken.

Eine Pfarrgemeinde, die schon so alt ist wie St. Quirin, hat natürlich auch Mitarbeiter, die noch länger dabei sind, nicht so lange wie im vergangenen Jahr Rudi Scheibenzuber, aber immerhin jeder für sich 40 Jahre.

Es sind dies Frau Helga Mayr, die langjährige Vorsitzende des Sachbereichs Liturgie, zugleich Lektorin und Kommunionspenderin.
Außerdem Herrn Martin Feneberg, der bis vor kurzem im Kirchenchor mitsang, außerdem in Pax Christi und Amnesty International engagiert ist und dem wir viele Jahre die Leitung des Weihnachtsbazars und des Pessachmahls verdanken.

Und als dritter im Bunde: Herr Dr. Klaus Bichlmayer. Lieber Klaus, bei Dir habe ich ein ähnliches Problem wie vorhin bei Herrn Zielinski. Das vergangene Jahr war vermutlich dein größtes Aubinger Jahr. Das kann man schon an der Vielzahl der Zeitungsartikel ablesen, in denen dein Name genannt wurde. Und so bitte ich um Nachsicht, wenn ich darauf verzichte, die Vielzahl deiner Verdienste in den vergangenen 40 Jahren detailliert aufzuzählen.

Allen drei Vierzigern möchte ich von ganzem Herzen im Namen der Gemeinde für Ihr großartiges Engagement danken.

Bevor ich Sie jetzt einladen darf, sich am Büffet zu bedienen, möchte ich noch ein paar kurze Hinweise zum weiteren Ablauf des Abends geben.

Nach dem Essen wird unser Kirchenpfleger, Herr Gerhard Fleck, aus der Sicht der Kirchenverwaltung über das vergangene Jahr sprechen. Anschließend folgt der Bericht der Pfarrgemeinderatsvorsitzenden Frau Annette Lindner. Den offiziellen Abschluss bildet wie in den vergangenen Jahren der fotografische Rückblick von Herrn Dr. Burghart.

Dazwischen dürfen wir uns über die musikalischen Einlagen unserer neuen Organisten Sul Bi Yi freuen. Herzlichen Dank dafür.

Nun wünsche ich uns allen einen guten Appetit und einen unterhaltsamen Abend.

Rede bei der Sebastianifeier am Sonntag, 24. Januar 2010

Auch von mir ein herzliches Grüß Gott!

Bevor ich mit meinem kurzen Rückblick auf das vergangene und Ausblick auf das vor uns liegende Jahr aus Sicht der Kirchenverwaltung beginne, möchte ich allen Sebastians noch nachträglich recht herzlich zum Namenstag gratulieren.

Die Kirchenverwaltung traf sich im vergangenen Jahr zu elf Sitzungen, davon 1 x gemeinsam mit dem Pfarrgemeinderat zur Besprechung des geplanten Kirchenstiftungshaushalts. Naturgemäß war die nun fast abgeschlossene Kirchenrenovierung bestimmendes Thema; noch vor uns liegt ja die Restaurierung des Ursulaaltars, die Anbringung einer neuen Beleuchtung sowie die geplante Umgestaltung des Altarraumes.

Dafür, dass die Renovierungsarbeiten, vor allem die Dach- und Dachstuhlsanierung, gut und im vorgegebenen Zeitrahmen über die Bühne gingen, ist vor allem ein Verdienst unseres Architekten Rüdiger Zielinski, der jeden Tag auf der Baustelle anwesend war und die Zusammenarbeit der verschiedenen Firmen koordinierte. (Rüdiger), vielen Dank dafür. Aber, wie heißt es so schön: Ohne Moos nichts los! So war zur Durchführung der Renovierungsmaßnahmen neben dem großzügigen Zuschuss durch das Erzbischöfliche Ordinariat der erforderliche Eigenmittelanteil aufzubringen. Was den Aubinger Bürgern, Geschäftsleuten, Firmen und sonstigen Freunden von St. Quirin ihre Kirche wert ist, zeigt allein das Spendenaufkommen des letzten Jahres. So kamen durch Einzelspenden, durchgeführte Veranstaltungen und Benefizaktionen über 102.000 EURO zusammen; davon allein für die Übernahme von Patenschaften 59.456 EURO.

Insgesamt wurden bis Ende letzten Jahres rund 348.500 EURO gespendet, so dass alle bisher angefallenen Kosten abgedeckt sind. Selbstverständlich werden nach Abschluss der Renovierung auch die Ausgaben bekannt gegeben.

Ich will dem Wunsch, die letztes Jahr durchgeführten Benefizaktionen mit den Erlösen zu nennen, gerne nachkommen; es sind dies:
- Kuchenverkauf an Sebastiani durch den Sachbereich Feste und Feiern mit einem Erlös von 100 EURO und 50 Cent
- Die Christbaumentsorgung durch Herrn Nassl erbrachte 117 EURO 63 Cent
- Der Erlös beim Vortrag über den Jakobsweg, initiiert von der Projektgruppe  Kirchenrenovierung, deren Vorsitzender ja Toni Fürst ist, betrug 191 EURO 70 Cent
- Von der Damengymnastikgruppe kamen 150 EURO
- Vom Weihnachtsbasar-Team unter der Leitung von  Ruth und Karl Reber erhielten wir 1.094 EURO
- Der Verkauf von Osterkerzen und Palmbuschen durch den Frauenbund unter der Leitung von Erika Schuhmacher erbrachte 1.100 EURO
- Der Erlös bei den Töpferkursen unter der Leitung von Lisa Kardel und Gertrud Fröhler betrug 860 EURO
- Die Pflanzenbörse, ins Leben gerufen durch Gitte Graf, erbrachte 280 EURO 56 Cent
- Beim Hoagart`n, veranstaltet von Brigitte und Sepp Fürst, wurden 1.750 EURO gespendet
- Durch den  Kuchenverkauf an Fronleichnam – wiederum durch den Sb F & F - kamen 200 EURO zusammen
- Die Aktion Fremdwährung, initiiert von der Projektgruppe Kirchenrenovierung und Herrn Starke, wobei die Genossenschaftsbank gestattete, dass die Geldsäulen in ihren Geschäftsräumen aufgestellt werden durften, erbrachte 1.433 EURO 63 Cent
- Von den Veranstaltern der Kinderbibelwoche erhielten wir 165 EURO 70 Cent
- Durch den Verkauf von Holzscheiben aus Balken des über 700 Jahre alten Glockenturms unserer Pfarrkirche, die von der Projektgruppe Kirchenrenovierung und Herrn  Lahmer vom Archiv St. Quirin entsprechend aufbereitet wurden, kamen 1.775 EURO zusammen
- Der Erlös beim Kartoffelfest zum Erntedank, initiert von Ute Wagner, betrug 325 EURO
- Beim Kirchenkonzert unter der Leitung unserer Kirchenmusikerin Daniela Niedhammer wurden 894 EURO 20 Cent gespendet
- Die Lesung der Hl. Nacht durch Hilde Zehetbauer, musikalisch umrahmt von Sabine Fekonja an der Harfe und den Altaubinger Sängern, erbrachte 710 EURO.

Allen, die an diesen Aktionen und Veranstaltungen mitgewirkt haben, wobei ich auch die Mitarbeiter des Sachbereiches Feste und Feiern, die bei verschiedenen Anlässen die Bewirtung übernommen haben, mit einbeziehen will sowie allen Spendern ein herzliches Vergelt`s Gott!

Besonders bedanken möchte ich mich bei der Genossenschaftsbank Aubing, von der wir 7.750 EURO erhielten.
Besonders erwähnenswert ist, dass die Renovierungsarbeiten letztes Jahr vom Bezirk Oberbayern mit einem Betrag von 15.400 EURO gefördert wurden und, wenn die Mittel vorhanden sind, wir die gleiche Summe auch heuer und nächstes Jahr erhalten. Eine starke Fürsprecherin hierfür hatten wir mit unserer Bezirksrätin Frau Barbara Kuhn. Frau Kuhn, ein herzliches Vergelt`s Gott dafür!

Bedanken möchte ich mich auch bei Sepp Fürst und Sepp Schmid, die in Eigenleistung – so-genannten Hand- und Spanndiensten – in unserer Kegelbahn eine neue Holzdecke anbrachten.

Wie bereits erwähnt, steht u.a. noch die Umgestaltung des Altarraumes mit einem voraussichtlichen Volumen von ca. 50.000 EURO an; die Hälfte davon ist von uns aufzubringen.

Durchgeführt werden soll in diesem Jahr auch der Anbau des dritten Lager- und Geräte-Raumes auf der Südseite des Pfarrzentrums. Der Großteil der Kosten von ca. 22.000 EURO wird dankenswerterweise von der Theatergruppe übernommen.

Das Ergebnis der oberhirtlichen Sammlungen ist wiederum sehr erfreulich. Erwähnen möchte ich hier die Adveniats-Sammlung mit rund 8.530 EURO sowie die Caritas Frühjahrs- und Herbstsammlung mit 12.000 EURO, obwohl nicht mehr die erforderliche Zahl an Sammlern zur Verfügung stand. An dieser Stelle nochmals die Bitte an Alle, denen es möglich ist, dieses wichtige Ehrenamt zu übernehmen, sich dafür zur Verfügung zu stellen. 40 % des Sammelerlöses verbleiben im Übrigen in der Pfarrei für caritative und soziale Zwecke vor Ort.
Die genauen Ergebnisse aller Sammlungen sind im nächsten Pfarrbrief nachzulesen.
Unsere Sternsinger waren mit einem gesammelten Betrag von Zehntausendachtundsechzig EURO wieder sehr erfolgreich. Auch ihnen, dem Betreuungsteam um die Frauen Friedel Bühler, Christa Feht, Monika Holzapfel und Ute Kallmer sowie allen Spendern ein herzliches Vergelt`s Gott!

Sie werden sicherlich schon den neuen Zaun entlang des Pfarrzentrums am Giglweg bemerkt haben. Dass die Kosten für diesen Zaun von der Stadt München übernommen wurden, ist ein Verdienst unserer Archivgruppe, vor allem der Herren Bschorer und Lahmer. Sie fanden nämlich ein Protokoll aus dem Jahre 1902, aus dem hervorgeht, dass sich der damalige Pfarrer von St. Quirin bereiterklärte, Grund an die Gemeinde Aubing abzutreten unter der Bedingung, dass diese bereit ist, die ständige Instandsetzung des Zaunes entlang des Giglweges zu übernehmen. Der Vertrag wurde geschlossen und die LHM übernahm mit der Eingemeindung von Aubing im Jahre 1942 die Verpflichtung aus diesem Vertrag. Allerdings waren zahlreiche Telefonate und Schreiben durch die KV erforderlich, bis das Baurefererat davon überzeugt werden konnte.

Ich bedanke mich für Ihre Aufmerksamkeit und wünsche uns noch ein gemütliches Beisammensein.

Gerhard Fleck, Kirchenpfleger

 

Rede von P. Abraham beim Mitarbeiterfest 2010

Liebe Mitarbeiterinnen, liebe Mitarbeiter,

P. Abraham

ich möchte Sie alle ganz herzlich zu unserem Mitarbeiterfest hier im Pfarrsaal von St. Quirin begrüßen. Ich freue mich, dass so viele heute Abend hierher gekommen sind.
Was wären wir Menschen ohne Feste in unserem Leben?

Feste führen zusammen, verbinden, schaffen Gemeinschaft, ermutigen zum Alltag, zur Zukunft.
Das heutige Fest ist keines der großen Feste der Kirche wie Weihnachten, Ostern oder Pfingsten. Aber für unsere Gemeinde ist es ein wichtiges Fest.
Wir wollen einerseits Gott für alle Menschen danken, die sich auf irgendeine Weise in unserer Gemeinde engagieren.
Andererseits möchte ich als Pfarrer Ihnen sehr herzlich dafür danken, dass Sie sich mit Ihrer Zeit, Ihrem Mitdenken und Mitgestalten in unsere Gemeinde einbringen.
Das ist keineswegs selbstverständlich und dafür möchte ich Ihnen allen ein ganz herzliches Vergelt’s Gott sagen.

"Alles wirkliche Leben ist Begegnung" hat Martin Buber, der jüdische Religionsphilosoph und Theologe einmal gesagt. Nur wo Menschen sich begegnen, da kann sich auch etwas bewegen.
Da kommt es – wie in unserer Gemeinde – zum Gespräch über die Bibel, über Gott und die Welt,

- da wird Gott zur Ehre und uns allen zur Freude gesungen und musiziert,
- da begegnen sich ältere und junge Menschen und verbringen ihre Freizeit miteinander,
 - da werden Besuche gemacht, um Menschen zum Geburtstag oder weil sie neuzugezogen sind, die Grüße unserer Gemeinde zu überbringen,
- da finden Kinder und Jugendliche eine Möglichkeit zur Begegnung im Pfarrzentrum.
Gemeindemitglieder übernehmen im Pfarrgemeinderat oder in der Kirchenverwaltung Mit-Verantwortung für das Leben in unserer Gemeinde, andere sorgen dafür, dass unsere Kirche sauber und schön geschmückt ist.

Da gibt es Kinder und Jugendliche, die mit Eifer und Freude am Altar dienen und es gibt die vielen Gemeindemitglieder, die sich punktuell einbringen, zum Beispiel Pfarrbriefe austragen oder Caritas sammeln. Und es gibt Menschen, die sind einfach da, wenn es irgendwo brennt und Not am Mann oder der Frau ist.

Ich sage ganz herzlich Danke für alles, was sich durch die vielen Mitarbeiter im Stillen oder auch ganz sichtbar bewegen lässt. Von Ihrem vielfältigen Engagement lebt unsere Gemeinde, lebt die Kirche. Durch die vielfachen Begegnungen, wird unser Glaube in die Welt hinein getragen, erlebbar und einladend. Es kommt nicht auf irgendjemanden in der fernen Welt, sondern es kommt auf uns alle, auf mich, auf Sie, auf Euch an, wie man unsere Gemeinde St. Quirin in Aubing wahrnimmt und erlebt, und was wir als Gemeinde durch unseren Glauben und unser Engagement  in Bewegung setzen.

„Alles wirkliche Leben ist Begegnung“. Einer, der es immer wieder möglich macht, dass die Begegnungen in unserem Pfarrzentrum ein wahrer Genuss sind, ist unser lieber Johnny. Zusammen mit seinem Sachbereich Feste und Feiern leistet er immer wieder scheinbar Unmögliches. Dabei denke ich ganz besonders an unsere beiden letzten großen Feste hier im Pfarrzentrum: meine Amtseinführung Ende September und die Wiedereröffnung unserer Pfarrkirche Anfang Dezember.
Für diesen großartigen Einsatz möchte ich dir lieber Johnny und dem Sachbereich Feste und Feiern im Namen der ganzen Gemeinde sehr, sehr herzlich danken.

Ganz besonders danken darf ich auch einem anderen Mitglied aus unserer Gemeinde.
60 Jahre lang Woche für Woche seine Begabungen in einer Gemeinde einzubringen, ist für mich ein Zeichen ganz großer Treue und Zuverlässigkeit.
Mit seiner angenehmen Bass-Stimme oder dem Spiel auf dem Kontrabass unzählige Gottesdienste jahrzehntelang schön zu gestalten, verdient ganz große Anerkennung.
Wahrscheinlich haben Sie inzwischen auch erraten, von wem ich spreche:
Es ist Rudi Scheibenzuber.

Mitarbeiterehrung

Nicht jeder hat freilich die Möglichkeit, 60 Jahre in ein und derselben Gemeinde mitzuarbeiten. Aber man kann sich, um diese lange Zeit als Mitarbeiter zu schaffen, nach dem Prinzip des Time- und Jobsharing ja auch zusammen tun. Und so können vier Mitarbeiter aus St. Quirin gemeinsam auf 60 Jahre Mitarbeit zurückschauen. Es sind dies: Genoveva Held, Herbert Jagdhuber, Charly Reber und Michael Vogel.
Ihnen darf ich im Namen der Gemeinde St. Quirin ganz herzlich für jeweils 15 Jahre Mitarbeit danken und als Anerkennung die Quirinnadel verleihen.

Besonders freut es mich, dass ich drei Vertretern aus dem Bereich der Ministranten- und Jugendarbeit für 10 Jahre Mitarbeit ebenfalls die Quirinnadel anstecken darf.
Ohne das Engagement der nachwachsenden Generation würde unsere Gemeinde sehr bald im wahrsten Sinne des Wortes „alt“ aussehen.
Saskia, Lars und Marian, ich und die ganze Gemeinde danken Euch ganz herzlich für eure langjährige Mitarbeit.

Beim Mitarbeiterfest treffen Jahr für Jahr Mitarbeiter aus ganz unterschiedlichen Bereichen zusammen. Und vielleicht hat der eine oder die andere schon einmal gedacht: Die Arbeit von dem oder jenem möchte ich auch mal gerne machen. Kurzum sie haben vielleicht an eine Erweiterung oder den Wechsel Ihres bisherigen Aufgabengebietes gedacht. Wer gerade jetzt solche Überlegungen hat, für den hätte ich etwas Besonderes anzubieten:

Werden Sie doch Mitglied im neuen Pfarrgemeinderat. Wir sind noch auf der Suche nach Kandidaten, die offen sind für Neues, die bereit sind, auf Leute zuzugehen, die noch an der Schwelle stehen. Die Seelsorge für Familien mit Kindern liegt mir besonders am Herzen. Sprechen Sie mich oder PGR-Mitglieder, die Ihnen bekannt sind, einfach an.

 

Ein Blick in die Vergangenheit

Rede des PGR-Vorsitzenden, Dr. Burghart, beim Mitarbeiterfest 2010

Liebe Patres Abraham und Paul, liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von St. Quirin.

Das Jahr 2009 liegt hinter uns und es war schon ein besonderes und arbeitsintensives Jahr mit viel Auf und Ab und Überraschungen für den Pfarrgemeinderat und seinen Vorsitzenden.

PGR-Vorsitzender

Begonnen hat es noch ganz normal mit einem gut besuchten Mitarbeiterfest und der spannenden Frage, ob der Gemeindeleiter Pater Georg wohlbehalten und rechtzeitig dazu aus seinem überraschenden, familiär bedingten Indienaufenthalt zurückkommen würde, was er dann doch tat. Die Benders, Vater Joachim an der Panflöte und Sohn Philipp am Klavier, begeisterten uns musikalisch, es wurde nochmals mit Buch des Dankes geehrt – das Ehepaar Vogel - und alle Anwesenden zum unmittelbar bevorstehende Gemeindeforum am 17. Januar eingeladen.

Diesem Gemeindeforum ging ja ein längerer Vorbereitungsmarathon voraus, mit durchaus unterschiedlichen Erwartungshaltungen, Wünschen und Befürchtungen, die ein derart offenes Forum mit sich bringt. Begleitet wurden wir dabei von Vertretern der Gemeindeberatung, Herrn Ibler und anfangs auch noch von Monsignore Bischof, ehemaliger Pfarrer von Gröbenzell und inzwischen zum Weihbischof aufgestiegen. Das gewählte Motto hieß, „Chancen – Risiken – Überraschungen – St. Quirin im Umbruch“ – ein Motto, das ich im Rückblick und mit einem Jahr Zeitabstand schon fast prophetisch nennen möchte. Denn Überraschungen und Umbrüche jeglichen Couleurs gab es ausreichend  2009, nicht zuletzt auch beeinflusst durch die, der ganzen Diözese vom neuen Erzbischof Marx verordneten Gemeindestrukturreform mit dem Motto „Dem Glauben Zukunft geben“ verbunden mit  der Ankündigung, langfristig eine Vielzahl von bisher eigenständigen Pfarrgemeinden zu Pfarreingemeinschaften zusammenzuführen. Neben dieser konkreten administrativen Planung zur vermehrten Bildung von Pfarrverbänden, von mir als katholische „road-map“ bezeichnet, wobei konkret von jeder Pfarrei d.h. vom  jeweiligen Pfarradministrator zusammen  mit den Gremien Kirchenverwaltung und Pfarrgemeinderat bis März Zustimmung mit „ja“ bzw. Ablehnung mit „nein“ abzugeben war. Daneben konnten auch begleitend auf zwei weiteren Ebenen/ bzw. Fragebögen, Vorschläge und Wünsche zur kirchlichen Weiterentwicklung und Gemeindeseelsorge gemacht werden.

Vor diesem Hintergrund diskutierten ca. 80 Teilnehmer an unserem Gemeindeforum zu selbst gewählten Themenvorschlägen in Kleingruppen einen Samstag lang in allen Räumen des Pfarrzentrums. Es gab Themen wie „Dienstleister für Herz & Seele“ – aus der m.W. eine Frauengruppe entstanden ist, die sich weiterhin im Pfarrzentrum regelmäßig trifft, sowie ein Gesprächsforum zur Ökumene, das nach einigen Treffen dieses Thema wieder im Sachbereich gleichen Namens besser aufgehoben fühlt, ein Forum zur Konfliktbewältigung „Frieden in der Gemeinde“, eine Diskussionsgruppe zur aktuellen Gemeindestrukturreform und der „Rolle der Laien in neuen Strukturen“ bis hin zu einer Gruppe, welche die „Gestaltung der Außenanlagen in St. Quirin“ sich zum Thema machte. Nun es wurde das Pflichtzölibat nicht abgeschafft oder wenigstens gelockert nur  aufgrund von pastoralen Vorschlägen in Briefform aus unserem Gemeindeforum. Aber es gab immerhin ein Antwortschreiben von Domkapitular Franzl hierauf, das im PGR erörtert wurde und die Initiativgruppe einigermaßen zufrieden stellte, etwa mit dem Begriff des „Netzwerkers“ für den Pfarrer im Pfarrverband. Auch die Neugestaltung des Pflasters als Versammlungsplatz vor der Kirche dürfte als Idee auf dem Gemeindeforum geboren worden sein. Jedenfalls wurden der offene Dialog und die Durchführung des Gemeindeforums in einer Nachbetrachtung von den auswärtigen Moderatoren deutlich positiv bewertet mit einem besonderen Kompliment an unsere Catering-Gruppe. Dieses Kompliment an die professionelle Arbeit unseres Sachbereichs Feste & Feiern für Kaffee– und Mittagspausen und das Büroteam möchte ich hiermit weitergeben.

Die Gemeindestrukturreform sah langfristig eine Zusammenlegung von St. Quirin mit St. Michael / Lochhausen vor. Dazu wurde im Februar von unserer Kirchenverwaltung und dem Pfarrgemeinderat mit „nein“ abgestimmt, mit dem, in der öffentlichen Diskussion meist verschwiegenen Hinweis, dass dieses Votum auf einer insgesamt ungeklärten Sachlage, insbesondere bezüglich Neubaugebiet „Freiham“ beruhe und nicht als Votum gegen eine spätere Zusammenarbeit mit St. Michael / Lochhausen zu verstehen sei.

Das vorläufige Endergebnis haben Sie in der Jahresabschlusspredigt vom Gemeindeleiter erfahren, dass es jetzt wohl  langfristig bei der ursprünglichen Planung eines Pfarrverbandes von St. Quirin mit St. Michael / Lochhausen bleibt. Dem vorausgegangen war eine Fülle von Spekulationen, Gerüchten, Telefonaten und Sondersitzungen einschließlich  Beschäftigung innerhalb des evangelisch-katholischen Rats im Münchener Westen, was ich Ihnen aber aus Zeitgründen ersparen möchte. Fakt ist jedenfalls, dass das Problem eines neu entstehenden Siedlungsgebiets Freiham eigentlich in der zur Abstimmung vorgelegten Diözesanplanung  nicht behandelt  war und dieses Gebiet  auf einem Spitz südlich der Bahnlinie bisher auf dem Pfarreigebiet von St. Quirin lag. Unsere Kirchenverwaltung hat der von der Nachbargemeinde St. Markus und dem Ordinariat gewünschten Umpfarrung dieses Siedlungsgebietes nach Klärung der vorher erwähnten Bedingungen dann zugestimmt. Lange zuvor  gab es bereits im Sommer eine gemeinsame Sitzung der Pfarrgemeinderäte von Lochhausen und Aubing zum gegenseitigen Kennen lernen einschließlich der kursierenden Gerüchte. Pfarrer Zirndum gab dabei bekannt, dass er entgegen anders lautender Gerüchte noch an die fünf Jahre in Lochhausen tätig sein möchte, weshalb die Umsetzung zum Pfarrverband ebenfalls für einige Zeit wohl noch auf Eis liegen dürfte.

Die Verunsicherung durch die von Priestermangel geprägte Gemeindestrukturreform überlagerte auch  die überraschende Mitteilung des Gemeindeleiters Pater Georg Menachery auf einer gemeinsamen Sitzung von Kirchenverwaltung und Pfarrgemeinderat am 5. März, dass er im Sommer seine Tätigkeit in St. Quirin nach 4 Jahren beenden wird. In zwei Ostergottesdiensten erfuhr das dann die Pfarrgemeinde und die Aubinger Öffentlichkeit mündlich und Ende Juli dann zum Abschied nachmals schriftlich auf der Wochenordnung. Als dann nach einigen Gesprächen diese Entscheidung unumkehrbar feststand, bemühten sich Vorstand von Pfarrgemeinderat und Kirchenpfleger intensiv um eine Nachfolgelösung, die sie zwar jetzt alle kennen, die aber zu den damaligen Umständen im Frühsommer 2009 keineswegs selbstverständlich war. Ich möchte nicht verhehlen, dass mir ein Riesenstein vom Herzen fiel, dass Pater Abraham bereit war, diese neue Aufgabe an früherer Wirkungsstätte zu übernehmen und dass das Ordinariat und sein Orden uns hierbei nicht im Stich gelassen haben. Mein Dank daher nicht nur an Pater Abraham uns seine vorherige Gemeinde, sondern auch an Dr. Schwab  vom Personalreferat und an Ex-Gemeindeleiter Pater Joseph. Beide waren dann auch zugegen, als am 26. September in der Turnhalle der Gotzmannschule so feierlich wie möglich, mit Fahnenabordnungen und Umzug ins Pfarrheim, die Amtseinführung von Pater Abraham stattfand. Der Amtswechsel fand ja in der Hochphase unserer Kirchenrestaurierung statt. Kurz darauf konnte Pater Abraham auf dem jährlichen Planungswochenende in Dillingen den mitgereisten Gemeindemitgliedern seine Vorstellungen von der gemeinsamen Gemeindearbeit erörtern.

Am 6. Dezember, dem 2. Advent, konnte dann ein weiteres großes Fest gefeiert werden, nämlich der vorläufige Abschluss der Restaurierung unserer Pfarrkirche mit Weihbischof Siebler. Neben der im neuen Glanz erstrahlenden Kirche bleibt für mich der Eindruck unvergesslich, alle drei noch lebenden Ex-Gemeindeleiter gemeinsam im Altarraum und anschließend bei der Nachfeier im Pfarrzentrum im Gespräch erleben zu dürfen. Ein weiteres highlight war dann das  abschließende Konzert unseres Kirchenchores.

Ein Jahr 2009, das ungewöhnlich und nicht nur arbeitsmäßig belastend war, ging so aus meiner Sicht gut und versöhnlich zu Ende.
Mit dem Start in das Festjahr 2010 etwa, dem eindrucksvollen ökumenischen Festgottesdienst in unserer größten und übervollen Nachbarkirche St. Konrad wurden bereits Erwartungen auf weitere Großereignisse in 2010 gelegt. Hoffen wir, dass der ökumenische Kirchentag im Mai uns allen  persönlich etwas gibt und den ökumenischen Dialog an der Basis und insbesondere in der Kirchenspitze voranbringt und nicht bloß als großes Event im Gedächtnis bleibt.

Das Festjahr 2010 für Aubing und den 22. Stadtbezirk wurde ja auch mit vielen Mitarbeitern unserer Pfarrgemeinde im ehrenamtlichen Engagement zwei Jahre vorbereitet und wird hoffentlich in seinen vielen Details Erfolg haben. Wir freuen uns z.B. auf den Festgottesdienst mit unserem Erzbischof Reinhard Marx im April und die vorherige Rückkehr des restaurierten Ursula-Altars in unserer Pfarrkirche.

Vorher steht aber noch ein weiteres Ereignis an: Am 7. März 2010 ist nach 4 Jahren wieder ein neuer Pfarrgemeinderat zu wählen. Der Wahlausschuss hat sich inzwischen etabliert und wir bitten Sie, dieses Gemeindegremium zu stützen, indem Sie zur Wahl gehen (auch Briefwahl ist möglich), was ab vollendetem 14. Lebensjahr möglich ist. Mit 16 Jahren ist jeder katholische Christ der Gemeinde auch ein potentieller PGR-Kandidat. Wir haben bei der ab Dezember bis Sebastiani (24.Januar) laufenden Postkartenaktion um Kandidatenvorschläge gebeten und auch schon zahlreiche Vorschläge erhalten. Eine Sammelbox steht in der Kirche, eine weitere nochmals hier dafür da, falls Sie diese Gelegenheit noch heute nutzen möchten. Aber bitte nicht mit dem Spendenkörbchen am ausgang verwechseln. Ich hoffe aber, dass schon  heute und in den nächsten Wochen gute Gespräche erfolgen, die unsere Kandidatenliste erfolgreich beleben. Ich selbst werde nach 16 Jahren Pfarrgemeinderat unter vier verschiedenen Gemeindeleitern und dem näher rückendem Ende meiner beruflichen Laufbahn für ein Leitungsamt in der Gemeinde nicht mehr zur Verfügung stehen, möchte aber St. Quirin und den vielen Mitarbeitern weiterhin eng verbunden bleiben, wie das meine beiden Vorgängerinnen im PGR-Vorstand so vorbildlich praktizieren. Ich werde also künftig kleinere Brötchen backen, stehe aber mit Rat und Tat, sofern  gewünscht, weiterhin zur Verfügung. Die Tendenz geht bei mir jetzt jenseits des 60. Lebensjahres zu neuen Ufern, z.B. erstmals Theatergruppe und allmählich Richtung Seniorenarbeit, wo mir Frau Schneider schon angeboten hat, evtl. mal einen Diavortrag zu machen, damit es mir nicht zu langweilig wird im Ruhestand.

Ihnen allen, die Sie sich in unserer Pfarrgemeinde in unterschiedlichen Aufgaben immer wieder einbringen und so ein vielfältiges, lebendiges  Gemeindeleben erst ermöglichen und besonders die unmittelbar mit mir persönlich in all den Jahren zusammengearbeitet haben, möchte ich von Herzen  Dank sagen und noch einen schönen Abend wünschen.

 

Jahresrückblick 2008 des PGR-Vorsitzenden

Liebe Gemeinde von St. Quirin,

Rückschau zu halten und Bilanz zu ziehen ist etwas Unumgängliches im geschäftlichen und öffentlichen Leben und zugleich etwas zutiefst Menschliches, wo wir alle unseren Stellenwert und  unsere Erfahrung doch wesentlich durch Vergleich bilden mit anderen Personen oder vergangenen Ereignissen.

Auch eine Pfarrgemeinde wie St. Quirin durchlebt im Laufe eines Jahres einen Lebenszyklus mit statistisch dokumentierten Ereignissen. So hatten wir bis Dezember 28 Taufen, davon 7 auswärts, aber nur 4 Trauungen in St. Quirin und weitere 4 Paare ließen sich auswärts trauen. Dem stehen 41 Todesfälle gegenüber, darunter auch Franz Heim, den die meisten hier gut gekannt haben und sicher in dankbarer Erinnerung halten werden. Er war schließlich treuer Mitarbeiter in St. Quirin, zeitweise in der Kirchenverwaltung und erfreute  uns insbesondere über 50 Jahre als Tenor im Kirchenchor. Der Mahlgemeinschaft der Gemeinde traten insgesamt  36 Kinder mit ihrer Erstkommunion bei  und 5 Kinder wurden dann  im November feierlich in die Ministrantenschar aufgenommen. Die Firmung wurde am 8. Mai durch Herrn Domkapitular Franzl an 37 Jugendliche gespendet, die hierauf in 5 Gruppen mit Gruppenstunden und Wochenenden vorbereitet wurden.

Hinter all diesen Zahlen stehen immer Aufgaben und Personen, die sich und ihre Talente einbringen. So sei neben unseren Hauptamtlichen wie den indischen Patres Georg und Paul, dem Gemeindereferenten Gerhard Liebl, den Mesnern Herrn Bikandi und Frau Niedhammer und unseren Organisten auch den vielen ehrenamtlich tätigen Laien gedankt, die sich z.B. im Kirchenchor bzw. Kinder- und Jugendchor oder in der Band, als Lektor, Kommunionsspender oder Ministrant, bei Kinderbibelwoche oder thematischen Gottesdiensten oder der Vorbereitung der Erstkommunion oder Firmung einbringen bzw. dafür sorgen, dass unsere Kirche baulich erhalten wird und immer wieder schönen und originellen Blumenschmuck aufweist. Diesen Frauen und Männern, Jugendlichen und Kindern, auch in Tätigkeiten, die ich vergessen habe jetzt hier aufzuzählen, sei an dieser Stelle im Jahresausklang recht herzlich gedankt.

Dankend erwähnen möchte ich an dieser Stelle noch unseren traditionellen Weihnachtsbasar am 1. Advent, wo sich so viele so unterschiedlich einbringen für soziale Projekte in aller Welt. Vom diesjährigen Reinerlös von ca. 9000.- € wird ein Teil auch wieder unserer Kirchenrenovierung zu Gute kommen und so den Spendenpegelstand unter der Empore wieder etwas anheben. Der steht derzeit bei 240.000.- €, wovon aber  nur noch ca. 180.000.- €  verfügbar sind nach Einbau der Wandsockelheizung und diversen weiteren Maßnahmen. So hat die überraschend notwendig gewordene und 2008 durchgeführte Begasung unserer Heiligenfiguren zur Bekämpfung des Holzwurms allein ca. 40.000.- € gekostet. Davon musste die Hälfte d.h. 20.000.- € von der Pfarrgemeinde selbst getragen werden. Umso erfreulicher ist der Beschluss des Ordinariats auf Antrag der Kirchenverwaltung bei den beiden anstehenden Großprojekten, Sanierung des Dachstuhls, veranschlagt mit ca. 800.000.- € und Innenrenovierung mit ca. 450.000.- €, unseren Eigenanteil von bisher 30% auf 23% zu reduzieren. Damit fließen reichlich Kirchensteuermittel nach Aubing zurück in den Erhalt unserer über 500 Jahre alten Pfarrkirche und so kann die Sanierung des Dachstuhls und ein Teil der Innenrenovierung – etwa das Ausweißen –  wie gewünscht bereits 2009 bewältigt werden. Es ist aber immer noch ein ungedeckter Eigenanteil von ca. 100.000.- € durch Spenden von uns aufzubringen bis dann unsere Altäre und inzwischen entwurmten Heiligen endgültig im neuen Glanz vor weißen Wänden erstrahlen können. Ich möchte daher diese Gelegenheit zum Dank an alle Spender nutzen und hoffe, dass unsere Kirchenverwaltung und Arbeitsgruppe Kirchenrenovierung weiter mit Ihrer Unterstützung rechnen kann.

Eine weitere Überraschung 2008 aus dem Ordinariat ist die sog. Gemeindestrukturreform, vom neuen Erzbischof Marx mit Nachdruck betrieben. Unter dem Motto - „Dem Glauben Zukunft geben“ - läuft diese Neustrukturierung Pastoraler Räume und ist auf der Website des Erzbistums im Detail einzusehen. Auch der Pfarrbrief hat hierzu berichtet. Das dazu gehörige „Zukunftsforum“ hatte die erste Vollversammlung am 11. Oktober 2008 in Freising. Als Folge davon war, neben diversen Orientierungspapieren für Pfarreien und Pfarreien-gemeinschaften mit mehr allgemeinen Grundsätzen, auch erstmals ein konkreter Entwurf einer Pfarreienlandkarte zu sehen für das Dekanat Pasing als Strukturplan 2020. Fakt ist demnach, dass eine Zusammenlegung von St. Michael / Lochhausen mit St. Quirin / Aubing als Pfarreiengemeinschaft – früher sagte man Pfarrverband dazu  – geplant ist, während in Neuaubing die bisherigen Einzelpfarreien St. Konrad, St. Lukas und St. Markus pastoral vereinigt werden sollen. Das konkrete wann und wie ist noch ziemlich offen und muss wohl vor Ort bewältigt werden. Jedenfalls können in der sog. Dialogphase dieses Prozesses alle betroffenen Pfarreien bzw. ihre Gremien bis spätestens 27. Februar 2009 auf Formblättern zu drei unterschiedlichen Aspekten Stellung beziehen also neben der für St.Quirin geplanten, räumlichen Pfarreiengemeinschaft mit Lochhausen auch zu inhaltlichen Fragen wie „Herausforderungen für die Pastoral“ unter dem Motto „Zeichen der Zeit“.

In diesem Zusammenhang ist interessant was bereits 1970 ein namhafter deutscher Theologe über das Aussehen der Kirche im Jahr 2000 als Zukunftsvision geschrieben hat:

„Die Kirche wird als kleine Gemeinschaft sehr viel stärker die Initiative  ihrer einzelnen Glieder beanspruchen. Sie wird auch gewiss neue Formen des Amtes kennen und bewährte Christen die im Beruf stehen, zu Priestern weihen. In vielen kleineren Gemeinden bzw. in zusammengehörigen sozialen Gruppen wird die normale Seelsorge auf diese Weise erfüllt werden. Daneben wird der hauptamtliche Priester wie bisher unentbehrlich sein“.

Diese Gedanken, die im Tenor durchaus übereinstimmen mit Überlegungen des vorangegangenen Pfarrgemeinderats zum damaligen Prozess der Gemeindestrukturreform stammen übrigens aus dem Buch „Glaube und Zukunft“ von Prof. Josef Ratzinger, dem heutigen Papst Benedikt XVI. und bedürften eigentlich nur noch der Umsetzung in 2009.

Das am 17. Januar stattfindende  Gemeindeforum könnte eine Plattform sein, sich solchen Gedanken zur zeitgemäßen Pastoral unter auswärtiger Moderation zu widmen oder unter dem Motto „Chancen-Risiken-Überraschungen“ über Möglichkeiten und Grenzen von Ökumene und Pfarreiengemeinschaften nachzudenken. Jedenfalls sollen sich alle eingeladen und willkommen fühlen, , die sich und ihre Vorstellungen einbringen möchten, auch  Menschen, die bisher noch nicht so recht den Zugang zu unserer Gemeinde und ihren Gremien gefunden haben.

„Steuerflucht nach Liechtenstein“ „Raubtierkapitalismus“, oder „Internationale Finanzkrise“, waren einige der Schlagworte dieses Jahres, zum Teil verbunden mit düsteren Prognosen für 2009. Die hemmungslose Geldgier und Zocker-mentalität einiger Manager bei fehlendem Ethos, sozialer Verantwortung  und öffentlich-staatlicher Kontrolle im internationalen Finanzbereich hat der globalisierten Welt eine massive Krise beschert und auch zu deutlichen Worten in manchen bischöflichen Weihnachtspredigten geführt.  Die Sorgen, die sich viele unter dem Stichwort Rezession - Weltwirtschaftskrise machen, sind sicherlich berechtigt, etwa bei der Angst um den Arbeitsplatz in der Auto- oder deren Zulieferindustrie.

Dennoch haben wir in Deutschland schon schlimmere Zeiten von Krieg und Vertreibung durchgestanden, ganz zu schweigen von den Kriegsflüchtlingen Afrikas, die in Auffanglagern vegetieren oder die Flucht in klapprigen Booten in das vermeintliche Paradies Europa suchen. Auch hier kann der direkte Vergleich die durchaus ernste Situation in der Wahrnehmung relativieren. In den USA gibt der neu gewählte Präsident Obama in schwieriger Zeit als Parole der Zuversicht aus: „Yes we can“ oder ins Bayerische übertragen: „ Des pack ma scho“. Wir als katholische Gemeinde haben im  sog. Paulusjahr für 2009 über unserer Kirchentüre ein Zitat des Völkerapostels Paulus aus seinen 2. Brief an Timotheus als Jahresmotto gewählt, das uns auch Zuversicht geben soll:

„Gott hat uns nicht einen Geist der Verzagtheit gegeben, sondern den Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit.“ 

In diesem Sinne wünsche ich unserer Gemeinde St. Quirin und Ihnen allen hier einen schönen Ausklang dieses Jahres mit Menschen, die sie mögen und ausreichend Zuversicht und Gottes Segen für das kommende Jahr.

 

Jahresrückblick 2007 des PGR-Vorsitzenden

Liebe Gemeinde von St. Quirin,

in wenigen Stunden werden uns Böllerknallen oder vielleicht auch das Läuten von  Kirchenglocken  daran erinnern, dass das Jahr 2007 zu Ende gegangen ist. Wochenlang wurden in allen Medien Rückschau gehalten, Sportler des Jahres gekürt oder sonst irgendwie Bilanz gezogen. Auch unser Jugendgottesdienst-team stellte am 3.Adventssonntag seinen eigenen Jahresrückblick vor. Unter dem Titel- „Menschen-Fakten-Emotionen“ – servierten sie leicht augenzwinkernd eine kunterbunte Mischung aus Schlagzeilen trächtigen Nachrichten, etwa wie G-8-Gipfel in Heiligendamm, Gammelfleischskandal, Eisbärbaby Knut neben 80.Geburtstag von Papst Benedikt und der Haftentlassung der Paris Hilton. In diese Schlagzeilenmischung  fügten sie nahtlos quirinspezifische Ereignisse aus der Jugendperspektive ein, etwa das verregnete und dennoch stimmungsvolle Zeltlagerwochenende im Juni in Peiting, den ebenfalls traditionsgemäß verregneten Spendenlauf der Jugend in der Aubinger Lohe oder das Abschlussfest unseres ökumenischen Kirchentags in St. Quirin am 24.Juni oder den Abschied von Jugendseelsorger Pater Abraham am 22. Juli, letztere allerdings jeweils bei schönstem Sommerwetter.

Daran möchte ich heute zum Jahresende mit einigen weiteren Fakten und Zahlen aus unserer Pfarrstatistik anknüpfen. Gehen wir den Lebenszyklus vom Anfang zum Ende durch und beginnen wir mit den Taufen! Da hatten wir 36 Taufen in unserer Pfarrkirche und weitere 6 auswärts. Auf das Sakrament der Erstkommunion wurden 45 Kinder vorbereitet und 42 Jugendliche empfingen am 10.Mai von Alt-Abt Odilo Lechner die Firmung. Die Zahl kirchlicher Trauungen ist dagegen mit 5 in St. Quirin und weiteren 6 in auswärtigen Kirchen schon deutlich niedriger, wenngleich zu diesem Anlass bekanntermaßen immer zwei gehören. Schließlich wurden vom Januar bis Anfang Dezember unserem Pfarrbüro 44 Sterbefälle gemeldet, also geringfügig mehr als wir Täuflinge oder Firmlinge hatten. Nun ist das Weiterleben nach dem irdischen Tod ja die österliche Kernbotschaft unseres Glaubens, die hoffentlich den betroffenen Angehörigen Trost zu spenden vermag. Ein Weiterleben findet aber auch in unserer Erinnerung statt. Ich denke hier besonders an Verstorbene dieses Jahres, die in unserer Pfarrgemeinde jahrelang aktive Mitarbeiter waren, wie etwa den Aushilfsorganisten Leo Frank oder den Max Seitz, der sich u.a. für Kegelpokale und Schafkopfen für soziale Zwecke engagierte oder an Frau Rosa Berner, die u.a. im Frauenbund, der Nachbarschaftshilfe oder als erste weibliche Kommunionspenderin in unserer Gemeinde aktiv war. Im aktuellen Pfarrbrief oder unserer Website ist mehr hierüber zu erfahren.

Hinter allen Zahlen stehen immer auch Aufgaben und Personen. So werden unsere Erstkommunionkinder von engagierten Laien - meist Frauen- über Wochen auf dieses Sakrament vorbereitet, damit es zu einem besseren Verständnis der religiösen Zusammenhänge und einem eindrucksvollen Fest für die Familien und die ganze Gemeinde kommt. Ähnliches gilt für die Firmvorbereitung, die in einer gern als „schwierig“ bezeichneten Lebensphase von Jugendlichen stattfindet in einem Umfeld, das bis hin zu den Familien kaum noch religiös geprägt ist. Umso mehr verdient hier der allumfassende, d.h. im wahrsten Sinne des Wortes katholische Einsatz engagierter Laien in Zusammenarbeit mit den hauptamtlichen Seelsorgern unseren Respekt und Anerkennung.

Leider hat uns im Sommer der bisherige Jugendseelsorger Pater Abraham nach 5 Jahren Zugehörigkeit zu St. Quirin, wo ihm der vielleicht heilsame Kulturschock von Jugendzeltlagern und Firmwochenenden nicht erspart blieb, in Richtung Münchner Süden als Filial-Pfarrherr verlassen. Der bunte und bewegende Abschied im Rahmen eines Jugendgottesdienstes am 22.Juli hat ihm und uns gezeigt, dass sich sein Eingehen auf hier vorhandene Strukturen und neue Formen von Familiengottesdiensten, Kinderbibelwoche und Kleinkinderkirche bzw. das offene Zugehen auf Jugendliche in einer westlichen Großstadt letztlich doch gelohnt hat. Nur schade, dass wir nicht von den Früchten dieses mühevollen Eingewöhnungsprozesses -zwangsläufig verknüpft mit dem Erlernen einer fremden Sprache- länger profitieren konnten.

2007 feierte auch Pfarrer Brem, der von 1964 bis 2001 die Geschicke von St. Quirin geleitet und geprägt hat, sein 50-jähriges Weihejubiläum an seinem neuen Lebensmittelpunkt St. Martin in Zorneding und den dazu gehörigen Filialkirchen, wo er als Aushilfspriester und Prediger inzwischen recht geschätzt wird. Am 11. November stand er noch einmal am Altar und Ambo von St. Quirin und wurde bei einer Nachfeier im Pfarrsaal mit einem Eintrag in unser neues „Buch des Dankes“ geehrt, worüber er sich offensichtlich sehr gefreut hat.

Es war doch einiges los in 2007 auch in St. Quirin und seinem Umfeld. So muss sich die neue Wandsockelheizung im denkmalgeschütztem Umfeld noch beweisen. Der Spendenbetrag für die Kirchenrenovierung betrug am 31.10.2007 insgesamt 172 145, 88 Euro bzw. nach Abzug der Kosten für den Heizungseinbau immerhin noch 112 882,42 Euro. Auch unsere Sternsinger, die demnächst wieder durch Aubings Häuser ziehen, würden sich freuen, wenn sie für Hilfsprojekte wieder ein so tolles Ergebnis wie die 8560 Euro von 2007 erreichen könnten.

Jeder von Ihnen wird wohl seine individuelle Bilanz für das abgelaufene Jahr ziehen und seine eigenen Erwartungen an das Neue Jahr 2008 haben. Vermeintliches Glück und Unglück liegen im Leben ja oft nahe. So wurde eine Schwester von mir kurz vor Weihnachten mit der Diagnose Lungenkrebs und einer demnächst beginnenden Chemotherapie konfrontiert. So weit – so schlecht. Andererseits wiederum erfolgten Operation und Diagnose in einem relativ frühen Krankheitsstadium, weshalb die medizinische Prognose relativ gut ist, zumindest nach den Kriterien der Statistik und dem Verzicht auf das Rauchen.

Derartige Nachrichten relativieren wiederum einiges, etwa ein Ereignis, worüber wir uns zuletzt im Pfarrgemeinderat mit einer gewissen Bestürzung und Verärgerung beschäftigt haben. Eine anonyme Anzeige direkt im Vatikan zum Thema Laienpredigt hatte eine entsprechende Reaktion an unseren Pfarrer auf dem Dienstwege  über Weihbischof Siebler zu Folge. Für mich unverständlich ging es gar nicht um den Inhalt der Predigt oder wie die Mehrheit der Gemeinde bzw. der gewählten Gemeindevertretung dazu steht, ja nicht einmal um das Argument, dass der so genannte „Laie“ ein gleichwertiges Theologiestudium wie geweihte Priester und Diakone absolviert hat. Die Betroffenheit über das anonyme Denunziantentum, ohne sich vorab inhaltlich mit dem Ortspfarrer und der Gemeindevertretung auseinanderzusetzen, besteht zwar immer noch. Ein Briefwechsel und Gespräch mit dem Weihbischof hierzu haben aber zumindest positive Ansätze ergeben. In diesem Sinne hoffe ich, dass wir weiter Wege finden zu einer vielfältigen und zeitgemäßen Verkündigung bei uns und insgesamt in deutschen Gemeinden, deren Mangel an geweihten Priestern auch in Rom bekannt sein sollte.

Aber bei allen Hiobsbotschaften und Krisen in Politik und Umwelt oder im ureigenen beruflichen und familiären Umfeld -  lasst uns auf ein Wirken des heiligen Geistes  und die Frohbotschaft des Evangeliums vertrauen und sich auf dieser Basis  der eigenen Verantwortung stellen. So möchte ich an unser neues Jahresmotto 2008 erinnern: „Du bist nicht nur verantwortlich für das was Du tust, sondern auch für das, was Du nicht tust“. In diesem Sinne hoffe ich auf ausreichend Toleranz und Zusammenhalt in dieser Gemeinde und Gottes Beistand für uns alle, auf dass dieses Jahr noch einen schönen Ausklang findet und 2008 ein gutes neues Jahr für uns alle wird.

So sei es- Amen.

Dr. Joseph Burghart, PGR-Vorsitzender von St. Quirin

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