Kirchentag 2007: Dokumentation

Anstecker zum Kirchentag 2007

Ökumenischer Kirchentag 2007
Aubing-Neuaubing-Westkreuz-Lochhausen

Veranstaltungen: 17. Juni 2007 | 20. Juni 2007 | 22. Juni 2007 | 23. Juni 2007 | 24. Juni 2007

17. Juni 2007: Christlich-islamisches Friedensgebet in St. Markus und Christlich-islamische Dialogveranstaltung

Zahlreich waren die Besucher des Friedensgebets

Erfreulich gut war der Besuch der beiden Auftaktveranstaltungen des ökumenischen Kirchentags in Aubing, Neuaubing, Westkreuz und Lochhausen am vergangenen Sonntag abend in St. Markus. Mehr als hundert Teilnehmer waren beeindruckt von der gelungenen Gestaltung des Friedensgebets mit christlichen und islamischen Gebetselementen. In seiner Predigt wies Herr Obermayer von Pax Christi eindringlich darauf hin, dass sowohl in der christlichen Tradition als auch im Islam die zwei "Gesichter" Gottes bedeutend seien, der liebende und der strafende Gott. Leider würden in der Auseinandersetzung mit der jeweils anderen Religion die negativen Seiten zu stark betont, obwohl in beiden Religionen der Gedanke einer letztlich heilenden Botschaft im Vordergrund stehe und eine Basis für eine Verständigung biete. Wenn beiden Seiten ihre Religion ernst nähmen und den vorgeschriebenen Weg des Gehorsams gingen, wäre das gleichzeitig auch ein Weg zum Frieden miteinander.
Die sich dann im Pfarrsaal von St. Markus anschließende Dialogveranstaltung wurde eingeleitet von zwei Kurzreferaten des Vertreters von Idizem e.V. und des evang. Pfarrers Grillenberger über Gemeinsamkeiten von Christentum und Islam aufgrund des Korans und den deutlichen Unterschieden zwischen den beiden Religionen. Die Gelegenheit zu Fragen und Diskussionsbeiträgen wurde anschließend von den Besuchern reichlich genützt, wobei auch mit Befürchtungen gegenüber dem Islam nicht hinter dem Berg gehalten wurde. Alle Beiträge waren aber geprägt von dem Wunsch, zu einer friedlichen Atmosphäre beizutragen und die andere Religion mehr kennen lernen zu wollen. Ein gelungener Auftakt des Kirchentages, der noch bis zum 24. Juni mit weiteren Veranstaltungen in den verschiedenen Gemeinden fortgesetzt wird und am Sonntag mit dem ökumenischen Festgottesdienst in St. Konrad zu Ende geht. (kb)

Texte und Bilder

Predigt zu Ex 34, 4 – 9a und den „99 Namen“

Herr Obermayer hielt die Predigt beim Friedensgebet

Durch den Gesang unseres muslimischen Gastes und Freundes, Herrn Tuerksezer, sind wir hineingenommen worden in die Meditation Gottes, seiner vielfältigen Namen und Eigenschaften. Mir ist es beim Mitlesen so ergangen, dass ich bei jedem Namen ein „Amen“, „Ja so sei es, so ist es, dazu stehe ich, daran will ich festhalten“,  oder ein „Wir loben Dich, Wir preisen Dich,“ hätte antworten können.

Einen türkischen Jugendlichen, der Samed heißt, habe ich vor kurzem in der Schule nach der Bedeutung seines Namens gefragt. Zuerst hat er nicht gewusst, was diese Frage soll. Dann aber ist es ihm eingefallen und stolz hat er gesagt, sein Name sei einer der Namen Gottes. Samad. Es ist die Nummer 68: der Unabhängige. Für mich war interessant, dass die Namen Gottes auf Menschen übertragen werden können. Dahinter scheint mir ein Gedanke zu stehen, den es auch in der Bibel gibt: Der Mensch soll sich Gott angleichen, er soll ihn in seinem ganzen Verhalten nachahmen. Unabhängig sein ist ein wichtiger Aspekt, wenn auch nicht der einzige. „Seid vollkommen, wie euer Vater im Himmel vollkommen ist“, sagt Jesus.

In der Lesung aus der Heiligen Schrift des Ersten Testaments haben wir auch von einer Reihe von Eigenschaftes Gottes gehört. Gott selbst stellt sich im Rahmen der Offenbarung der Zehn Gebote vor.

Da im Judentum der Name Gottes nicht direkt ausgesprochen wird, sondern umschrieben, ist auch in der Übersetzung das Wort gebraucht, das in der Synagoge verwendet wird: Adonai. Statt dem üblichen „Herr“ in den deutschen Übersetzungen steht die Bezeichnung „Ewiger“. Zurück zur Szene am Sinai: obwohl der Abfall und die Anbetung des Goldenen Kalbes vorangegangen waren, offenbart sich Gott hier vorrangig als der Gnädige, Verzeihende und Langmütige.

Die rabbinische Auslegung zählt bei dieser Stelle 9 positive und 4 negative Eigenschaften, also 9 Eigenschaften der Huld und Treue, der Liebe Gottes zu den Menschen, und 4 Eigenschaften des strafenden Vorgehens gegen Sünder, als eines Richters. Auch bei der Litanei der 99 Namen finden wir beide Aspekte miteinander vermischt. Wesentlich zahlreicher sind auch hier die Aspekte, dass Allah, Gott,  gütig, verzeihend, Leben schaffend und erhaltend ist, dass er die Menschen aus Liebe zum Guten leiten und ihr Bestes will. Auch bei Jesus finden wir beide Aspekte: Eines der bekanntesten Gleichnisse ist das vom verlorenen Sohn, oder besser, das vom barmherzigen Vater, wo Gott als der über die Maßen hinaus Verzeihende, Großzügige, Liebende dargestellt wird; auf der anderen Seite enden manche Gleichnisse hart und unversöhnlich mit schroffen Drohungen gegen die, die ihre Chance nicht rechtzeitig wahrgenommen haben, denken Sie an das Gleichnis von den Talenten, in dem der Dritte, der sein Talent vergraben hatte, hinausgeworfen wird in die äußerste Finsternis, wo Heulen und Zähneknirschen sein wird, oder an die törichten Jungfrauen, die zu wenig Öl dabei hatten und vor denen die Tür zum Himmelreich verschlossen wird mit den Worten: Ich kenne euch nicht.

Interessant und verständlich ist, dass diese dunkle, Angst machende Seite Gottes, gerne ausgeblendet wird. Gerade weil Jesus das  menschenfreundliche Bild Gottes so betont, wird manchmal die bedrohliche Seite Gottes, von der er auch spricht, nicht wahrgenommen.
Gravierender aber ist, dass wir diese dunkle Seite dann überdeutlich bei den anderen monotheistischen Religionen wahrnehmen. So gibt es bei Christen nicht selten die Meinung, dass der Gott des AT, also der Juden, eher ein mächtiger, richtender und strafender Gott ist, während der Gott Jesu die Liebe darstellt. Jesus sagt „Abba“ zu ihm und will diese verzeihende Liebe Gottes gerade den Sündern, Zöllnern und Dirnen zusprechen. Wir vergessen dabei zum Einen, dass Jesus die liebende positive Seite Gottes aus seiner Heiligen Schrift, dem AT, gelernt hat, zB aus der Stelle, die wir gerade gehört haben; und zum Zweiten, dass er durchaus fähig ist, das Gericht Gottes anzudrohen. Ähnlich ist es auch mit der christlichen Wahrnehmung der muslimischen Gottesvorstellung. Auch hier wird manchmal die dunkle Folie betont, auf der das helle Bild des christlichen Gottesbildes sich um so deutlicher abheben kann. Die Folge ist, dass diese Negativfolie  auch die gegenseitige Wertschätzung bestimmen kann. Sie ist der tiefere Hintergrund für negative Einstellungen, Vorurteile und Konflikte.

Nun gibt es eine erhellende Deutung dieser beiden Seiten Gottes in der jüdischen Auslegung: Auf zweierlei Weisen kann die Welt nicht Bestand haben. Wenn Gott nur richtend und strafend wäre, denn müsste er die Welt wegen ihrer Bosheit und Ungerechtigkeit zugrunde gehen lassen. (Symbolgeschichte: Sodom uund Gomorrha). Die Welt würde aber auch zugrundgehen, wenn er nur barmherzig wäre, denn dann würde das Böse überhand nehmen und keine Grenze finden.

So müssen wir sagen, auch das Bild des strafenden Gottes ist eine gute Botschaft, ein Evangelium. Denn es liegt darin die Hoffnung, das das Böse in der Welt zum Ende kommt, dass nicht die Gewalttäter und blutrünstigen Diktatoren und die Betrüger und Ausbeuter, und nicht die Kriege und all die Ungerechtigkeit und das Leid das letzte Sagen haben.

Und es ist auch eine Hoffnung für die Opfer. Von Gott her gesehen dürfen sie darauf hoffen, dass wie es in den Psalmen heißt, die Frevler nicht triumphieren, sondern dass Gott auf der Seite der Armen und Verfolgten steht, nicht auf der der Mächtigen und der Spötter, wie es in den Psalmen heißt, derjenigen, die sich nicht um Menschenrechte und um gutes Handeln kümmern.

Freilich erfordert es oft viel Geduld, dieses richtende Handeln Gottes zu erleben. Und die Versuchung ist groß, das Strafgericht Gottes selbst in die Hand zu nehmen, wie wir in religiös motiviertem Gewalthandeln einzelner oder Staaten sehen. Da wird von Schurkenstaaten gesprochen oder vom Westen, der vom Teufel regiert wird.

Und schließlich gehört es zur realistischen Selbsteinschätzung, dass ich im Leben auch scheitern kann. Auch Jugendlichen gegenüber muss diese Möglichkeit gesagt werden: Du kannst dein Leben auch in den Sand setzen, wenn Du so weitermachst.   

Ich freue mich, dass wir heute Gelegenheit haben, mit muslimischen Glaubensbrüdern und –schwestern dieses Gebet um Verstehen und Frieden abzuhalten. Idizem, ein Verein, der sich nur um des Dialoges willen gebildet hat, und die Pax-Christi-Gruppe  kennen sich schon seit einigen Jahren und fühlen sich immer stärker verbunden durch den einen Glauben an den einen Herrn, auch wenn wir sehen und erleben, dass wir in sehr verschiedenen religiösen und kulturellen Formen diesen Glauben leben. Der Glaube an den einen Gott aber enthält zugleich den Glauben an den vielfältigen Gott, denn wenn ein Gott, dann ein Gott vieler Menschen und vieler Kulturen und der unterschiedlichsten Lebenswelten.

So ist es mein besonderer Wunsch, dass wir, Christen und Muslime, katholische und evangelische Christen, Christen und Juden, aufhören, uns das jeweils andere Gottesbild vorzuwerfen. Jeder und Jede ist aufgefordert, in Gehorsam gegen Gott den eigenen Weg zu gehen. Wer und was Gott letztlich ist, steht uns nicht zu, zu definieren; und schon gar nicht, darüber eine Deutungshoheit zu beanspruchen.

Dann können wir als Gläubige einen kleinen Schritt tun für ein friedliches Miteinander in unseren Stadtvierteln und in unserem Land, und unseren Beitrag leisten für das zuträgliche Miteinander der Kulturen und Religionen.

Amen. So sei es. (Ernst Obermayer)

DIE 99 NAMEN GOTTES IM ISLAM

Herr Bayram Türksezer von Idizem e.V. trägt die 99 Namen Gottes im Islam vor

1. Ar-Rahman; der Gnädige
2. Ar-Rahiem; der Barmherzige
3. Al-Malik; der Herrscher und König
4. Al-Qudduus; der Heilige, der Reine, frei allen Makels
5. As-Salaam; der Retter, der Verleiher des Friedens
6. Al-Mu'min; der Wahrer der Sicherheit
7. Al-Muhaimin; der Beschützer und Bewacher
8. Al-A'sies; der Erhabene, der Ehrwürdige
9. Al-Dschabbaar; der Gewaltige, der Unterwerfer
10. Al-Mutakabbir; der Vornehme, der Stolze
11. Al-Chaliq; der Schöpfer
12. Al-Bary; der Erschaffer, der alles aus dem Nichts erschuf
13. Al-Musawwir; der Former, der jedem Ding seine Form und Gestalt gibt
14. Al-Ghaffar; der große Verzeiher
15. Al-Qahhaar; der Alles-Bezwinger; niemand kann sich Seinem Willen widersetzen
16. Al-Wahhab; der Geber und Verleiher
17. Ar-Rassaq; der Versorger
18. Al-Fattah; der Öffnende, der Öffner der Türen
19. Al-A'liem; der Allwissende
20. Al-Qabid; der die Gaben nach Seinem Ermessen zurückhält
21. Al-Baaßit; der diese Gaben aber auch ausreichend und großzügig gewährt
22. Al-Chaafid; der Erniedriger der Hochmütigen und zu Unrecht Stolzen
23. Ar-Raafi'; der Erhörer der Demütigen und Bescheidenen
24. Al-Muis; der Verleiher von wirklicher Ehre
25. Al-Musill; der Demütiger der Unterdrücker ihrer Mitmenschen
26. As-Sami'; der Hörende
27. Al-Basir; der Sehende
28. Al-Hakam; der weise Richter
29. Al-Adl; der Gerechte
30. Al-Latief; der das Feinste in allen Dimensionen erfasst, der Feinfühlige, der Gütige
31. Al-Chabier; der Kundige, der um die kleinsten Rechnungen des Herzens Wissende
32. Al-Haliem; der Nachsichtige, der Mitfühlende
33. Al-A'siem; der Grossartige, der Erhabene
34. Al-Ghafur; der immer wieder Verzeihende
35. Asch-Schakur; der Dankbare, der seinen Diener auch für die kleinste Tat belohnt
36. Al-Aliy; der Höchste
37. Al-Kabir; der unvergleichlich Große
38. Al-Hafieth; der Bewahrer, der Erhalter, der die Taten seiner Diener bis zum jüngsten Tag erhält
39. Al-Muqiet; der alle Ernährende (sowohl mit materieller als geistiger Nahrung)
40. Al-Hasieb; der genau Berechnende, der Garant
41. Al-Dschalil; der Majestätische
42. Al-Kariem; der Ehrenvolle, der Großzügige
43. Al-Raqieb; der Wachsame
44. Al-Mudschieb; der Erhörer der Gebete
45. Al-Wasi'; der Weite, der mit Seiner Wohltätigkeit und Seinem Wissen alles Umfassende
46. Al-Hakiem; der Allweise

47. Al-Wadud; der Liebevolle, der alles mit seiner Liebe Umfassende
48. Al-Madschied; der Glorreiche
49. Al-Ba`ith; der die Menschen am jüngsten Tag wieder zum Leben erwecken wird
50. Asch-Schahied; der Zeuge
51. Al-Haq; der Wahre, der Wahrhaftige
52. Al-Wakiel; der Vertrauenswürdige, der Helfer und Bewacher
53. Al-Qawi; der Starke
54. Al-Matien; der Feste, der Dauerhafte, der einzig wirklich Starke
55. Al-Waliy; der Schutzherr eines jeden, der seinen Schutz und seine Leitung braucht
56. Al-Hamied; der Preiswürdige, dem aller Dank gehört
57. Al-Muhsy; der alles Aufzeichnende
58. Al-Mubdi; der Beginnende, der Urheber lles Geschaffenen aus dem Nichts
59. Al-Mu'ied; der Wiederholende, der alles wieder zum Leben erwecken wird
60. Al-Muhjie; der Lebensspendende
61. Al-Mumiet; der, in dessen Hand der Tod ist
62. Al-Haiy; der aus sich selbst Lebende
63. Al-Qayum; der allein Stehende, der Ewige
64. Al-Waadschid; der alles Bekommende und Findende
65. Al-Maadschid; der Ruhmvolle
66. Al-Waahid; der Eine, der niemanden neben sich hat
67. Al-Ahad; der Einzige (alleinige Gott)
68. As-Samad; der von allem und jedem Unabhängige
69. Al-Quadir; der zu allem Fähige, der Besitzer aller Macht und Autorität
70. Al-Muqtadir; der alles Bestimmende
71. Al-Muqaddim; der Voranstellende
72. Al-Mu'achir; der Aufschiebende
73. Al-Awwal; der Erste ohne Beginn
74. Al-Aachir; der Letzte ohne Ende
75. Al-Saahir; der Offenbare, auf dessen Existenz alles Geschaffene klar hinweist
76. Al-Baatin; der Verborgene, den niemand wirklich begreifen kann
77. Al-Waali; der einzige und absolute Herrscher
78. Al-Muta'aali; der Reine, der Hohe
79. Al-Barr; der Gute
80. Al-Tawwab; der die Reue seiner Diener Annehmende
81. Al-Muntaqim, der gerechte Vergelter
82. Al-Afwu; der Vergeber der Sünden
83. Ar-Ra'uf; der Mitleidige
84. Malik-ul-Mulk; Inhaber aller Reichtümer
85. Sul-Dschalali-wal-Ikram; derjenige, dem Majestät und Ehre gebühren
86. Al-Muqsit; der unparteiisch Richtende
87. Al-Dschaami'; der Versammelnde, der alle Menschen am jüngsten Tag versammeln wird
88. Al-Ghany; der Reiche, der niemanden braucht
89. Al-Mughni; der Verleiher der Reichtümer
90. Al-Mani'; der Zurückweisende
91. Ad-Dhar; der Schaden zufügende
92. An-Naafi'; der Vorteil gebende
93. An-Nur; das Licht
94. Al-Hadi; der Leitung gebende
95. Al-Badi'; der Schöpfer des Neuen
96. Al-Baaqi; der ewig Bleibende
97. Al-Waarith; der einzige Erbe, denn außer ihm ist nichts beständig
98. Ar-Raschied; der Führung gebende
99. As-Sabur; der Geduldige.

20. Juni 2007: "Mit Taizé in die Nacht"

Eine ganz besondere Stimmung kehrte an diesem Abend in die Lochhausener Pfarrkirche St. Michael ein, als der Lochhausener Singkreis der evang. Gemeinde Bartimäus zusammen mit einem Instrumentalensemble das erste Lied aus Taizé anstimmte. Sehr gut ausgesuchte Texte und stimmungsvolle Lieder ließen für die Besucher, die St. Michael gut füllten, die Stunde der Einkehr und Besinnung zu einem besonderen Erlebnis werden. Ein paar Texte zusammen mit einigen Bildern können davon vielleicht etwas erahnen lassen. Ein herzliches Dankeschön an alle Mitwirkenden, auch an Pfarrer Dr. Zirdum für seine einführenden Worte. (kb)

Die Liebe

Die Liebe
ist die Mitte von allem:
Im Menschen wie im Wirken Gottes.

Und von der Mitte her
breitet sie sich aus
wie eine Flamme.

Wer sich die Liebe ganz zu eigen macht,
der wird in keiner Richtung fehlgehen.
Denn die Liebe
ist in der Mitte von allem.

Sie übertreibt und vernachlässigt nichts.
Sie weicht nicht aus und verliert nichts.
Sie ist und bleibt
der Kern unseres Daseins.

Sie ist die Seele und das Auge.
Sie rundet den Lauf der Welt
und verwirklicht das Gute. (Hildegard von Bingen)

22. Juni 2007: Ökumenische Vesper zum Johannifest in St. Lukas

Traditionell feiert die Gemeinde St. Lukas am Westkreuz den Johannitag mit einer Vesper und einem abschließenden Fackelzug durch die Siedlung. Heuer nahmen im Rahmen des ökumenischen Kirchentags zum ersten Mal auch Christen der ukrainisch-orthodoxen Gemeinde teil, vertreten durch Erzpriester Smoktunowicz und dem Protodiakon der Gemeinde. Ein kleiner Chor von St. Nikolaus gestaltete mit feierlichen Vespergesängen in ukrainischer Sprache den Gottesdienst. In ihrer Predigt ging die evangelische Pfarrerin Hildegard Hövelmann sehr anschaulich auf die Vorläuferrolle des Johannes gegenüber Jesus ein und schlug eine symbolische Brücke zwischen dem Johannifest am längsten Tag des Jahres und Christ Geburt mitten in der dunkelsten Jahreszeit; Johannes als Symbol des abnehmenden Lichts, Christus als dafür umso strahlender aufscheinendes Licht für die Welt. (kb)

Ökum. Vesper dreier Konfessionen

Im Bild unten beim gemeinsamen Segen (v.l.n.r.): Pfarrer Konitzer, Pfarrerin Hövelmann, Erzpriester Smoktunowicz und der Protodiakon.

23. Juni 2007: Ökumenischer Bibeltag

Links: Moderator Pfarrer Hufnagel, rechts Referent Dr. Hövelmann

Einen prominenten Referenten hatte die Adventskirche für den ökumischen Bibeltag in ihrem Gemeindesaal engagiert: Dr. Hövelmann, theologischer Referent von Landesbischof Friedrich und ausgewiesener Experte in Sachen Ökumene. So überraschte es nicht, dass Pfarrer Hufnagel am Samstag vormittag mehr als 50 an der Bibel Interessierte begrüßen konnte. In seinen einleitenden Worten Wies Dr. Hövelmann darauf hin, dass der Zugang zur Bibel für den Laien nicht kompliziert sein müsse, wenn nach der richtigen Methode (siehe unten) vorgehe. So ging es dann auch gleich zur praktischen Anwendung: Anhand einer Stelle aus dem 1. Korintherbrief, die das ideale Verhältnis der vielen Glieder zum einen Leib beschreibt und mit der der Apostel Paulus auf schon in der Urkirche vorhandene Bestrebungen, in der Gemeinde "oben" und "unten" zu definieren, reagiert. Im Nu hatten die Teilnehmer die Schlüsselstellen des Korinthertextes anhand der vorgeschlagenen Methode erkannt und in der Runde aus ihrer Sicht dargestellt. Mit Arbeit in Gruppen zu vier biblischen Texten wurde dieser ökumenische Bibeltag fortgesetzt und klang mit einem gemeinsamen Mittagessen aus. (kb)

Bibelarbeit ökumenisch

Vorfragen

  • Was freut mich an diesem Text?
  • Was ärgert mich oder macht mir Schwierigkeiten?
  • Welche Fragen habe ich an den Text?
  • Woran erinnert mich, was hier gesagt ist?

Grundfragen

  • Warum ist das aufgeschrieben worden?
  • Warum steht das in der Bibel?

Zielfrage

  • Was bezeugt dieser Text? (Merke den Unterschied von Zeugnis und Reportage!)
  • Fasse die Botschaft dieses Textes in drei Aussagen zusammen!

Rückfrage

  • Was habe ich durch diesen Text erfahren?
Links: Gespannt verfolgen die Teilnehmer, welche Texte ihnen Dr. Hövelmann mitgebracht hat.

Am Abend: Gospelkonzert mit den "Voices of Joy" aus St. Lukas

Nach einem intensiven Vormittag mit ökumenischer Bibelarbeit lud die Adventskirche zu einem entspannenden Konzert mit dem Gospelchor von St. Lukas, den "Voices of Joy", ein, der mit seinem vielfältigen Programm die zahlreichen Besucher in seinem Bann zog. Alte Gospels, meist gut bekannt, und moderne Gospels aus dem Repertoire des bekanntesten Gospelchors Europas, kreisten um das klassische Gospelmotiv, Gott zu loben und zu preisen. Lobenswert zu erwähnen ist die Tatsache, dass der Laienchor sein sein neunzigminütiges Programm komplett auswendig präsentierte. (kb)

Die

24. Juni 2007: Abschlussgottesdienst zum Kirchentag in St. Konrad

Zum ersten Mal nahmen mit Erzpriester Smoktunowicz und Diakon Oleg auch Vertreter der ukrainisch-orthodoxen Gemeinde in München am Abschlussgottesdienst des kirchentags Teil, der wieder sehr gute besucht war und musikalisch von den Gospelchören auch St. Lukas und St. Konrad gestaltet wurde. Predigerinnen waren Äbtissin Sr. Petra Articus (Zisterzienserinnenkloster Seligenthal/Landshut) und Pfarrerin Irene Lehman (Erlöserkirche Schwabing).

Im Bild die Zelebranten der sieben evangelischen und katholischen Gemeinden, die beiden Predigerinnen und zwei Vertreter der ukrainisch-orthodoxen Gemeinde in München.

Fürbitten

Gott, Ursprung aller Güte, du schenkst die Freiheit, dir alles zu sagen. Du schenkst die Zuversicht, dass du uns hörst und uns hilfst. Wir rufen zu dir:

Wir bitten dich, ermutige uns zu mehr Offenheit untereinander, damit wir finden, wonach wir uns sehnen: Verständnis für unsere Schwächen, Vergebung für unsere Schuld, Trost für unsere Niedergeschlagenheit und Stärkung in allem, was uns Angst macht.
Herr, erbarme dich!

Herr, wir bitten dich für alle, die ein schweres Herz haben; für die, die nicht mehr zu Hause sind in unserer Welt: die Entwurzelten, die Ruhelosen und Verzweifelten. Lass sie nicht allein bleiben, nicht zerbrechen, nicht ihr Leben wegwerfen.
Herr, erbarme dich!

Wir bitten dich für alle, die sich verschlossen haben gegen die Liebe und gegen dein heilsames Wort, für alle, die Hass predigen statt Liebe, Tod statt Frieden. Lass sie nicht bleiben, wie sie sind. Erweiche sie, verändere sie, öffne sie für dich und das Leben.
Herr, erbarme dich!

Wir bitten dich heute für die Menschen in Krankenhäusern, Heimen oder zuhause, die körperliche oder seelische Not leiden; die in Einsamkeit allein gelassen sind, die den Tod vor Augen haben. Schenke ihnen Menschen, die Nähe und Wärme schenken.
Herr, erbarme dich!

Wir bitten dich für die Menschen, die ohne Arbeit sind oder ohne Wohnung, die geflohen sind und kein Zuhause haben, die unter Unrecht und Gewalt leiden, die Hunger haben und ihren Kindern nichts geben können. Schenke ihnen Menschen, die für sie eintreten.
Herr, erbarme dich!

Schließlich bitten wir dich für alle, die heute einfach nur glücklich sind. Behüte die Liebenden, schütze die Ausgelassenheit der Kinder und schenke uns Freude am Leben.
Herr, erbarme dich!

Gott, ewiger Vater, segne allen guten Willen; schenke das nötige Feingefühl, wenn wir miteinander umgehen. Und lass unser Tun in Liebe und Freiheit geschehen durch Christus Jesus, unserem Herrn.

Als kleinen Dank des Oraganisationskomitess erhielten die beiden Predigerinnen eine Rose überreicht.

Für die gute Zusammenarbeit gab es für die beiden Predigerinnnen, die Chorleiter und den Mesner von St. Konrad aus der Hand von Frau Starke, einem leitenden Mitglied des Organisationskomitees, Rosen.

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