Ökumenischer Kirchentag 2012

Kirchentag 2012

Dokumentation der Veranstaltungen des 6. ökumenischen Kirchentags im Münchner Westen

Sonntag,17. 6. 2012
Eröffnung des Kirchentags mit einer rumän.-orthod. Vesper, zelebriert von Weihbischof Sofian von Kronstadt, musikalische Gestaltung von einem Chor aus Niederaltaich (Pfarrkirche St. Quirin)

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Mit einer Vesper, die Weihbischof Sofian von Kronstadt nach rumänisch-orthodoxem Ritus, unterstützt von einem Chor aus Niederaltaich, am Sonntagabend in St. Quirin zelebrierte, wurde der 6. ökumenische Kirchentag eröffnet. Gut zweihundert Besucher zeigten sich sehr beeindruckt von der Liturgie, die am Ende in ein gemeinsames Vater unser der evangelischen, katholischen und orthodoxen Christen mündete. In den bereitgelegten Texten konnten die Teilnehmer dem Ablauf gut folgen, der im übrigen eine ziemlich große Ähnlichkeit mit einer Vesper, wie sie etwa die Benediktiner feiern, erkennen ließ. Es war interessant, die sehr weit in die Vergangenheit reichenden gemeinsamen Wurzeln durchscheinen zu sehen (ca. 200 Besucher).

Vortrag Werner Tiki Küstenmacher: „Ökumenischer geht’s nicht“ (Pfarrsaal St. Quirin)

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Einen ganz anderen, nämlich sehr heiteren und spritzig-ironischen Charakter hatte der Vortrag von Tiki Werner Küstenmacher mit dem Thema "Ökumenischer geht's nicht", der sich an die Vesper im Pfarrsaal von St. Quirin anschloss und knapp 180 Besucher mehr als einmal zu spontanem Beifall animierte. Mit zum Teil live entworfenen Karikaturen beleuchtete der evangelische Pfarrer und Karikaturist kritisch die Situation der Ökumene, aber nie ohne einen entkrampfenden Impuls mit Hoffnungscharakter parat zu haben. Sogar der anwesende Weihbischof Sofian der rumänisch-orthodoxen Metropolie München wurde geschickt in den zeichnerischen ökumenischen Dialog einbezogen. Das Bild von den Religionen, die alle am Fuße eines hohen Berges wohnen, ohne von einander zu wissen, und eines Tages zur Spitze des Berges aufbrechen, um dort Gott zu suchen, dürfte den Besuchern noch nachgegangen sein, zeigte es doch, dass sich ihre Wege auf dem Weg dorthin immer mehr annähern (müssen) (ca. 180 Besucher).

Ausstellungseröffnung „Ach du lieber Gott“ (Karikaturen zur Ökumene) im Kulturzentrum UBO 9.

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In dieser Weise fröhlich eingestimmt war es für die meisten Vortragsteilnehmer nur konsequent, auch noch die Vernissage der Ausstellung "Ach du lieber Gott" in der UBO 9 mitzunehmen. Sowohl die vom Sachbereich Feste/Feiern (St. Quirin) vorbereiteten Getränke und Häppchen als auch die gut 50 Karikaturen zur Ökumene, die nicht nur ein Schmunzeln auf die Gesichter der Betrachter zeichneten, taten ein Übriges, dass der Auftakt zum 6. ökumenischen Kirchentag als gelungen bezeichnet werden kann (ca. 150 Besucher). Die Ausstellung in der Ubostraße 9 ist noch die ganze Kirchentagswoche täglich von 16 bis 19:30 Uhr geöffnet.

Montag, 18. 6. 2012
Vortrag P. Martin Maier SJ, „Die jungen Kirchen und die alternden Gemeinden“. Zur Situation in Lateinamerika und Europa. P. Martin Maier, derzeit Rektor des Berchmannkollegs der Hochschule für Philosophie der Jesuiten und Experte für lateinamerikanische Befreiungstheologie führte in sein Referat mit einem Überblick über den vom 2. Vatikanischen Konzil eingeschlagenen Weg von Westkirche zur Weltkirche. Bald nach dem eingeleiteten Wandel formierte sich 1968 in Medellin, Südamerika, die neue theologische Richtung der Befreiungstheologie, die mit ihrer Option für die Armen zur Befreiung der Armen aus ihrer unwürdigen Lebenslage beitragen wollte. Er mahnte aus eigener langjähriger Erfahrung in El Salvador davor, die Kirche in Lateinamerika einfach nur zu kopieren. Sie könne jedoch zur Ermutigung werden, auch in den westlichen Ländern Schritte zur Erneuerung zu wagen, die seiner Überzeugung nach jedoch eine Zivilastion der Genügsamkeit nach dem Motto "Besser gut leben als alles haben" vorleben müsste. Sein Kirchentraum zeige eine Kirche, die aufgehe im Dienst an der Welt und in der Barmherzigkeit oberstes Prinzip sei (50 Besucher).

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Dienstag, 19. 6. 2012
„Die Laien in der Kirche“ Podium: Dr. Günther Beckstein (Mitglied der Synode der EKD und ehemaliger bayerischer Ministerpräsident), Prof. Hans Maier (ehemaliger Vositzender des Zentralkomitees der Deutschen Katholiken und ehemaliger bayerischer Kultusminister); Moderation: Matthias Drobinski (SZ) (St. Lukas) (280 Besucher)

Christen sollten sich nicht auf die Sakristei beschränken, sie müssten hinaus in die Welt, um an der gemeinsamen Wahrheit zu arbeiten, war die Eingangsthese von Prof. Maier. Für eine evangelische Kirche als eine Kirche der Freiheit plädierte Dr. Beckstein, die sich allerdings noch eine bessere Streitkultur erarbeiten müsse. Für ihn wirke die katholische Kirche starrer im Gegensatz zur evangelischen Kirche, die allerdings manchmal zu sehr dem Zeitgesit zugetan sei. Einig waren sich die Diskutierenden, dass die Kirchen ein Wächteramt ausübern müssen, wenn Grundrechte und die Menschenwürde Gefahr laufen, einer Ökonomisierung des Lebens nach dem Motto "Was bringt es" geopfert zu werden. Nach Dr. Beckstein verlaufen die Fronten heute nicht mehr zwischen katholisch und evangelisch, sondern zwischen Christen und Atheisten. Statt sich nur noch mit sich selbst zu beschäftigten, was in der katholischen Kirche heute leider der Fall sei, hätten die Christen, insbesondere die engagierten Laien die Pflicht, ein Zeugnis von der Freiheit des Christen abzugeben. Ökumene gehe dann voran, wenn Katholische wieder mehr katholisch, Evangelische wieder mehr evangelisch und orthodoxe Christen als wirklich Orthodoxe leben würden.

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Mittwoch, 20. 6. 2012
"Muslime unter uns"; Gemeinsames Gebet und Gespräch mit der Vizedirektorin der Penzberger Moschee, Gönül Yerli (Gemeindesaal der Adventskirche; Ende gegen 21 Uhr) (40 Besucher)

Nach einführenden Worten von Pfarrer Vocke von der Adventskirchengemeinde stellte zunächst E. Obermayer für die christliche Seite die Gestalt Jesu in den Mittelpunkt als Zeichen der Barmherzigkeit Gottes vor allem zu den Armen. In diesem wesentlichen Punkt würden Christentum und Islam übereinstimmen, denn auch im Islam sei die Barmherzigkeit die wichtigste Eigenschaft Gottes. Frau Yerli betonte anhand einer Koranstelle die Bedeutung des Dialogs zwischen Menschen und Religionen. Gott habe Menschen vielfältig geschaffen, er wollte, dass sie sich in ihrer Unterschiedlichkeit ergänzen und zueinander kommen. Gott ist nicht nur in der einen oder anderen Religion, "Gott ist im Dialog".

Anschließend berichtete Frau Yerli von der Entstehung der Penzberger Moschee, und vom erfolgreichen Hineinwachsen in den Ort und den zahlreichen Berührungspunkten mit den christlichen Kirchen. Ihre lebendige und überzeugende Art animierte anschließend die Besucher, auch allgemeine Fragen zum Islam zu stellen. Sie wurden mit klugen, überlegten und überzeugenden Antworten bedient. Ein Abend, der dank Frau Yerli das menschliche, im wörtlichen Sinn weibliche Gesicht des Islam zeigte und der die christliche Ökumene über ihre Grenzen hinaus ergänzte.

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"Rumänisch-orthodoxe Klöster - Verkörperung und Ausdruck orthodoxen Christentums" (Pfarrheim St. Michael, Lochhausen), ein Vortrag von Weihbischof Sofian von Kronstadt mit Bildern aus den Klöstern (50 Besucher)

Mit einem hervorragend gestalteten Vortrag, unterlegt mit eindrucksvollen Bildern, führte Weihbischof Sofian, der selbst entsprechend der Tradition der rumänisch-orthodoxen Kirchen ein Mönch ist, in die Geschichte, die Architektur der rumänisch-orthodoxen Klöster ein. Nach dem Ende der kommunistischen Herrschaft erleben diese Klöster einen Boom, über Nachwuchsmangel kann man sich dort nicht beklagen. Die Geschichte und Kultur Rumänians sind nach seiner Darstellung ohne den fördernden Einfluss der Klöster über viele Jahrhunderte hinweg nicht denkbar.

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Ökumenische Taizé-Meditation: "Singt dem Herrn ein neues Lied", gestaltet vom Lochhausener Singkreis und Ensemble unter der Leitung von Dieter Birmann, Textauswahl Gabriele Beck (Pfarrkirche St. Michael Lochhausen) (100 Besucher)

Die Besucher erlebten eine Stunde des Atemholens für die Seele: Einfühlsame Texte, verbunden mit Liedern aus Taizée, versetzten die Besucher in eine Stimmung, die für einen Augenblick den Alltag vergessen ließ und den Blick auf die wesentlichen Dinge im Leben lenkte. Herzlichen Dank an alle, die an der Meditation mitgewirkt haben.

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Donnerstag, 21. 6. 2012
"Gospel, Spirituals and more": Konzert des Chors der Christopher Dock Mennonite Highschool Landsdale/Pennsylvania (Ltg. Rodney Derstine) (Pfarrkirche St. Quirin) (230 Besucher)

Mal fetzig-schwungvoll, mal klassisch, mal polyphon, mal getragen: So präsentierte sich der Chor der Mennonite Highschool den zahlreichen Besuchern des Konzerts, die unsere Gäste schon nach dem ersten Lied ins Herz geschlossen hatten. Gut 75 Minuten Konzert vergingen wie im Flug, am Schluß gab es stehende Ovationen für Rodney Derstine und seinen Chor.

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Freitag, 22. 6. 2012
Ökumenische Vesper mit dem rumänisch-orthodoxen Chor der Pfarrei Geburt Jesu, Weihbischof Sofian, Pfarrerin Hildegard Hövelmann, Pfarrer Konitzer und Pstoralreferentin Gabi Schroll (St. Lukas) (280 Besucher)

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Grillfest am Pfarrzentrum St. Lukas (ca. 300 Besucher)

Musikalische Serenade mit dem Kolping-Musikzug aus Merting (Ramses-See; ca. 200 Besucher)

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Fackelzug und Entzündung des Johannisfeuers auf dem Sportplatz Sipplinger Straße (ca. 500 Besucher)

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Samstag, 23. 6. 2012
Ökumenischer Bibeltag: „Das 2. Buch Mose als Spiegel der Kirche Gottes“ (Leitung: Oberkirchenrat a.D. Dr. Hartmut Hövelmann, ehemaliger Referent von Landesbischof Friedrich) (Gemeindesaal der Adventskirche)

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Jugendtag auf der Belandwiese
Zum 1. Jugendtag im Rahmen des Ökumenischen Kirchentags des Münchner Westens haben sich viele Helfer der Pfarreien aus St. Konrad, der Adventskirche und St.Quirin eingefunden. "Hand in Hand" mit dem THW, Burschenverein, der Polizei (Schandibus) und dem BRK(Sanitätertrupp mit Ersthelfer-Informationen) ist auf der Belandwiese eine Zeltstadt entstanden, mit attraktiven  Angeboten zum Thema "Glauben", Bastelarbeiten, Tanzworkshop und Geschicklichkeitsspielen.Höhepunkt war das "Kistenkraxeln" des THW. 
Auch das Kulinarische kam nicht zu kurz. Ein gelungener Auftakt war bereits der gemeinsame Aufbau mit Nachtwache und fröhlichem Zusammensein. Den Samstag Abend krönte nach der Andacht (St. Lukas), das Konzert "Die Band" (St.Konrad) und anschließendem Lagerfeuer (St. Michael) mit Gesang. Ab 22.00 Uhr lud die Aubinger Tenne zur Party ein. Ein herzliches "Vergelt`s Gott" dem Freiflächen Verein für das "Gelände". Die vorbildliche Zusammenarbeit aller, insbesondere der Jugendlichen lädt ein und macht Mut für weitere ökumenische Aktivitäten.

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Sonntag, 24. 6. 2012
Abschlussgottesdienst zum Kirchentag in der Pfarrkirche St. Konrad (ca. 600 Besucher)

Predigttext zum Download

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Kindergottesdienst im Pfarrsaal von St. Konrad (ca. 140 Besucher)

Wenn Leute aus sechs Kindergottesdienstteams einen Gottesdienst vorbereiten sollen - das mag ja was werden! Und es ist etwas Schönes Gemeinsames geworden: Sechs Kerzen bringen die Kinder und entzünden sie rund um die Osterkerze zum Zeichen der Zusammengehörigkeit der Kirchen im Münchner Westen. Zwei Handpuppen, Lukas und Konrad erzählen die Geschichte von der Brotvermehrung, anschließend teilen sich die Kinder in Gruppen das Brot. Auf Papierfähnchen schreiben oder malen sie das, wofür sie dankbar sind und ziehen damit fröhlich im Kirchenzug mit - eine gelungene Umsetzung des Mottos: Gott sei Dank im Münchner Westen.

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Kirchenzug nach St. Quirin (ca. 500 Teilnehmer)

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Abschlussfest in St. Quirin, Pfarrzentrum und Freigelände (ca. 500 Besucher)

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Wir danken Reinhard Krüger, Volker Lichter und Irene Bichlmayer für das zur Verfügung gestellte Bildmaterial.

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