7. Ökumenischer Kirchentag im Münchner Westen
"Welt im Wandel.Mitgestalten"

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Das Reformationsjahr 2017 ist der Anlass, nach fünf Jahren wieder einen großen gemeinsamen Kirchentag zu organisieren. 10 Tage lang, vom 23. Juni bis zum 2. Juli 2017, lädt der Ökumenische Rat Aubing-Neuaubing-Westkreuz-Lochhausen die Bürger und Bürgerinnen im Münchner Westen ein, sich auf vielfältige Weise mitdem diesjährigen Motto „Welt im Wandel. Mitgestalten“ auseinanderzusetzen.

Unsere Welt verändert sich ständig. Als Christen wollen wir nicht in Ängste oder Resignation verfallen, sondern den Wandel mutig und mit Gottvertrauen mitgestalten. In diesem Sinne hat der Ökumenische Rat ein abwechslungsreiches Programm zusammengestellt.

Das genaue Programm und Details zu den einzelnen Veranstaltungen sehen Sie unter folgenden Links:

Programmflyer gesamter Kirchentag 2017

Karikaturen-Ausstellung | Chorkonzert | Luthervortrag | Podiumsdiskussion | Luthertheater | Abschlussgottesdienst und Fest

 

Übersicht:

Freitag, 23. Juni, ab 18 Uhr: Ökumenische Vesper in St. Lukas (Zelebranten: Pfr. Mihail Baku, rum-orthodoxe Metropolie München; Pfr. Holzner, Pfarrverband St. Konrad-St. Lukas-St. Markus,Pfrin. Kaitia Frey, evang.-luth. Adventskirchengemeinde). Nach der Vesper lädt die Pfarrei St. Lukas zu einem gemeinsamen Grillfest und einer anschließenden musikalischen Serenade am Ramses-See ein. Das Johannisfeuer muss heuer leider aus organisatorischen Gründen entfallen.

Samstag, 24. Juni, 19 Uhr: Orthodoxe Vesper in St. Quirin (Zelebrant: Pfr. Mihail Baku, Mitwirkung P. Abraham Nedumthakidy von St. Quirin)
Im Anschluss an die orthodoxe Vesper (20 Uhr) wird im Kulturzentrum UBO 9, Ubostraße 9, die Karikaturen-Ausstellung von Misereor „Glänzende Aussichten“ eröffnet. Die Ausstellung ist auch am 25. Juni und am 1. und 2. Juli geöffnet. Details entnehmen Sie bitte dem entsprechenden Flyer oben.

Sonntag, 25. Juni, 10 Uhr: Ökumenische Kleinkinder-Kirche in St. Konrad (Unterkirche)

Sonntag, 25. Juni, 20 Uhr: Chorkonzert mit Werken von Felix Mendelssohn-Bartholdy in St. Konrad (mit Kartenvorverkauf und Abendkasse; 10 Euro). Leitung und Orgel: Peter Szeles; Orgel: Christian Merter)

Montag, 26. Juni, 19:30 Uhr: Vortrag „Nicht Ketzer, nicht Heiliger - Luther 2017 katholisch neu gesehen“, Referent ist Dr. Stefan Mokry, Pfarrsaal St. Markus

Dienstag, 27. Juni, 20 Uhr: Podiumsdiskussion „Wert der Werte – Was hält unsere Gesellschaft zusammen?“. Auf dem Podium sind Prof. Dr. von Schweinitz, Klinikdirektor; Andrea Kammhuber, BR; Jürgen Walther, ehem. Rektor der Mittelschule an der Wiesentfelser Straße; Pfr. Mihail Baku, Priester und Bankangestellter. Die Moderation hat Prof. Dr. Alexander Filipovic, Medienethiker an der Hochschule für Philosophie der Jesuiten in München; Pfarrsaal St. Lukas

Mittwoch, 28. Juni, 20 Uhr: Eröffnung der Ausstellung mit Zeichnungen von Frau Keil in St. Michael, Lochhausen, anschließend dort Taizé-Gebet

Freitag, 30. Juni, 20 Uhr: "Luthers Lust und Liebe", eine szenische Textcollage von Cornelia Bernoulli; Adventskirche, Limesstraße 85 (Eintritt frei, um Spenden wird gebeten)

Samstag, 1. Juli, 10:30 Uhr am Hauptportal des Augsburger Rathauses: "Wie Perlen an einer Schnur ..." Stadtführung in Augsburg zu den Lutherstätten; 5 Euro; An- und Rückfahrt mit öffentlichem Nahverkehr (z.B. mit RB ab Pasing um 09:07 Uhr)

Samstag, 1. Juli, 19:30 Uhr: „Gospelnight“ in St. Lukas

Sonntag, 2. Juli, um 10:30 Uhr: Festlicher Abschlussgottesdienst in St. Konrad aller am Kirchentag beteiligten Gemeinden, mit Landesbischof Bedford-Strohm (Predigt) und Weihbischof Graf zu Stolberg; Fahnenabordnungen der Vereine aus Aubing, Neuaubing, Westkreuz und Lochhausen; zeitgliech findet im Pfarrsaal von St. Konrad ein ökumenischer Kindergottesdienst statt. Nach dem Abschlussgottesdienst Festzug (Aufstellung in der Plankenfelserstraße) über die Limesstraße, Altostraße, Ubostraße und Giglweg zum Pfarrzentrum St. Quirin und Fest in St. Quirin mit Bewirtung, Kinderspielen und Musik.

 

Dokumentation des 7. Ökumenischen Kirchentags im Münchner Westen

Kirchentagsplakat Kirchentagsplakat

Freitag, 23. Juni 2017

Ökumenische Vesper in St. Lukas | Pfarrfest | Serenade am Ramses-See | Johannisfeuer

Der 7. Ökumenische Kirchentag im Münchner Westen startete am Freitag, 23. Juni 2017, mit einer ökumenischen Vesper zum Johannitag, die von Pfr. Holzner und Pfrin Kaitia Frey zelebriert wurde. etwa 80 Mitfeiernde folgten mit Interesse den Predigtgedanken von Frau Frey zur Rolle des Johannes, wie sie uns auch heute bedeutsam sein könnte. Als Zeichen der Lebendigkeit des Wassers lud Pfr. Holzner die Gemeinde ein, sich gegenseitig mit Wasser zu segnen.

Gemeinde Segen Zelebranten

Nach der Vesper trafen sich alle zum Grillfest am Pfarrheim von St. Lukas, um bei Speis und Trank und angeregten Gesprächen den sommerlichen Abend zu beginnen.

Grillfest Grillfest Verantwortliche

Zu späterer Stunde gesellte sich das Bläserensemble Tromposound aus Holzhausen/Starnberger See dazu und unterhielt seine Zuhörer am Ramses-See mit volkstümlichen Weisen und jazzigen Sounds. Alle genossen den Auftakt des Kirchentags, bis die Sonne unterging und zum Anzünden des Johannifeuers auf dem Parkplatz von St. Luaks eingeladen wurde. Pfrin Frey und Pfr. Holzner segneten das Feuer.

Zuhörer Bläser Zuhörer
Zuhörer Bläser Feuersegnung

Samstag, 24. Juni 2017

Rum.-orthodoxe Vesper in St. Quirin mit Pfr. Mihail Baku von der rum.-orthodoxen Metropolie München

VesperVesperVesper

Eröffnung der Ausstellung "Glänzende Aussichten" im Kulturzentrum UBO 9

Trotz des hochsommerlichen Wetters kamen nach der orthodoxen Vesper etwa 30 Besucher noch in das Kulturzentrum UBO 9, um die Eröffnung der Ausstellung "Glänzende Aussichten" durch Eva-Maria Heerde Hinojosa, Leiterin der Arbeitsstelle Misereor Bayern, mitzuerleben. In ihrer Einführungsrede wies Frau Heerde Hinojosa darauf hin, dass durch die Ausstellung "auf witzige, verblüffende und manchmal erschreckende Weise die Kernanliegen und Themen aufgegriffen" würden, denen sich Misereor in seiner täglichen Arbeit widme.

Ausstellung Ausstellung Ausstellung

Sonntag, 25. Juni 2017

Ökumenische Kleinkinder-Kirche in St. Konrad: Thema: Arche Noah

KinderkircheKinderkircheKinderkirche
KinderkircheKinderkircheKinderkirche

Chorkonzert in St. Konrad

Ein Projektchor aus Mitgliedern der Gemeindechöre von St. Konrad, St. Markus, der Adventskirchengemeinde und SängerInnen aus Altötting sowie ein Projektorchester führten am Sonntag, 25. Juni 2017 um 20 Uhr unter Leitung von Pèter Szeles (rechts) zwei Chorwerke von Felix Mendelssohn-Bartholdy auf: Die Choralkantate „Wer nur den lieben Gott lässt walten“, MWV A 7 und den Psalm 42 op 42 „Wie der Hirsch schreit“ MWV A 15. Das Konzert begann Péter Szeles mit der 6. Orgelsonate d-Moll „Vater unser im Himmelreich“, Op 65, MWV 56-61. An der Orgel begleitete Christian Merter, Organist von St. Lukas. Als Sopransolistin wirkte mit Carola Deiringer (links). Reichlicher Applaus der zahlreichen Konzertbesucher belohnte die Mitwirkenden für die monatelange Vorbereitungsarbeit.

Konzert Konzert Konzert
Konzert Konzert Konzert

Montag, 26. Juni 2017

"Nicht Ketzer, nicht Heiliger: Luther 2017 katholisch neu gesehen" war das Thema des Vortrags des Dipl.-Theologen und Kirchenhistorikers Dr. Stephan Mokry, an dem am Montag, 26. Juni 2017, trotz schwül-warmen Wetters fast 80 Besucherinnen und Besucher teilnahmen. Sie hatten es nicht bereut, denn Dr. Mokry ging im ersten Teil seines Referats zunächst auf die herkömlichen Lutherbilder ein, die interessengeleitet und zeitbedingt vom Luther als Reformkatholiken bis zum hammerschlagenden Protest-Mönch reichen. Erst die jüngste Lutherforschung versucht, die Person Luther und die Hintergründe seiner Gedankenwelt und seines Auftretens für eine reformierte Kirche, insbesondere was das Ablass-Unwesen zu seiner Zeit betraf, objektiv darzustellen: Luther sei im Spätmittelalter zu verorten, in einer Zeit also, in der die Gnadentheologie des Bernhard von Clervaux und die Strömung der Devotio moderna, die eine Nachahmung Christi stark betonte, für Luther wichtige geistliche Impulse waren auf seinem Weg zum Augustinereremiten im strengen Augustinerkonvent in Erfurt. Galt damals doch der Eintritt in einen Orden als sicherer Weg zum Heil. Dabei stammte, wie die archäologische Forschung ans Licht brachte, Luther keineswegs aus ärmlichen Verhältnissen. Denn Funde in einer Müllgrube in Mansfeld legen für die Fachleute den Schluss nahe, dass es eher ein luxuriöser Haushalt war, in dem man gern und viel Gutes aß. Umso überraschender vielleicht die Hinwendung Luthers nach seinem Turmerlebnis zu einem eher kargen Klosterleben.

In zweiten Teil seines Vortrags ging der Referent auf die damaligen Gegner Luthers ein, unter denen Dr. Kochläus genannt werden muss, weil er als erster Lutherbiograf die Vorstellung von Luther als Ketzer in die Welt setzte. Erst um 1800 beginnt sich ein geändertes Verständnis von Luther zu regen. Man fängt an, Luthers Frömmigkeit und Gedankenfülle zu schätzen (Joh. Adam Möhler). Und die Entwicklung setzt sich katholischerseits fort bis zum ökumenischen 2. Vatikanischen Konzil (1962-1965). Den vorläufigen Höhepunkt in der Neueinordnung der Person und des Werks Luthers bildete 1983 die Feststellungen der röm.-katholischen und lutherischen Studienkommission, dass Luther ein Zeuge des Glaubens, ein Lehrer im Glauben und ein Rufer zur geistlichen Erneuerung gewesen sei.

In der anschließenden Diskussion betonte Stephan Mokry, dass das unterschiedliche Amtsverständnis mit seinen Folgerungen für das Verständnis von Abendmahl und Eucharistie nach wie vor "Baustellen" im ökumenischen Dialog seien, auch wenn die Zeit aus Sicht der Theologen reif wäre, die erreichten Übereinstimmungen ähnlich der Erklärung zur Rechtfertigungslehre schriftlich zu fixieren, um sie als Startpunkt für die nächsten Beratungen zu nutzen. Aber auch dann sei der Weg zu einer vereinten Kirche, die nach heutiger Einschätzung dem Modell der Einheit in versöhnter Verschiedenheit folgen dürfte. Denn wie die aktuelle Diskussion zeigt, bestünden innerhalb der röm.-katholischen Kirche und innerhalb der vielen protestantischen Teilkirchen zum Teil erhebliche Unterschiede in ethischen Fragen, die ebenfalls zu diskutieren seien. (kb)

Downlod des Vortrags

Luthervortrag Luthervortrag

 

Dienstag, 27. Juni 2017

"Wert der Werte - Was hält unsere Gesellschaft zusammen?" Podiumsdiskussion in St. Lukas

Auf dem Podium diskutierten:

Jürgen Walther, bis 2014 Rektor an der Mittelschule Wiesentfelser Straße (zweite Reihe links)

Andrea Kammhuber, Redakteurin beim Bayerischen Rundfunk (zweite Reihe daneben)

Prof. Dr. med. Dietrich von Schweinitz, Klinikdirektor des Kinderchirurgischen Klinikums der LMU (zweite Reihe, zweiter von rechts)

Pfr. Mihail Baku, Bankangestellter und ehrenamtlicher orthodoxer Priester der rum. orthodoxen Metropolie München (zweite Reihe rechts außen)

Moderation: Prof. Dr. Alexander Filipovic, Medienethiker an der Hochschule für Philosophie der Jesuiten, München (erste Reihe rechts)

Besucher: 80

Nach der Begrüßung und Einführung durch Ortrud Richter lud Prof. Filipovic die Runde ein, von den persönlich jeweiligen aktuell wichtigen Werten zu erzählen. So meinte Jürgen Walther, dass für ihn der gegenseitige Respekt im Umgang miteinander sehr wichtig geworden sei. Andrea Kammhuber berichtete, dass in ihrem Beruf als Journalistin Sorgfalt und Sachkundigkeit einen großen Stellwert besäße. Pfr. Mihail Baku betonte, dass für ihn eine glaubwürdige Christusnachfolge sehr wichtig sei, während Prof. von Schweinitz an den weltweit gültigen Ärzteeid nach Hippokrates erinnerte, der in der täglichen Praxis immer neu zum Tragen kommen müsse. Auf dieser Wertegrundlage müssten manchmal durch neue wissenschaftliche Erkenntnisse neue, wertvollere Wege im Sinne des Menschen gesucht und gefunden werden. Ob es einen Wertewandel, der heute immer wieder im Sinne einer Abwertung bedauert werde, überhaupt gäbe, waren sich die Diskussionsteilnehmer nicht einig. Die Werte als solche würden sich nicht verändern, sie würden aber darunter zu leiden haben, dass scheinbar Wichtigeres wie sofortige Verfügbarkeit, mediale Überforderung, Mobbing oder überzogene Oberflächlichkeit bisherige Wertvorstellungen in den Hintergrund drängen würden.

Zum Schluss der Veranstaltung hatten auch die Besucherinnen und Besucher Gelegenheit zu Rückfragen an das Podium und für Diskussionsbeiträge, in denen wiederum die unterschiedlichen Sichtweisen zum Thema deutlich wurde. Eine Runde, die viele interessante Fragen angeschnitten hat, aber auch die Problematik der Wertediskussion angesichts der Vielfalt von zum Teil miteinander konkurrierenden Wertvorstellungen aufzeigte.

 

DiskussionDiskussionDiskussion
DiskussionDiskussionDiskussionDiskussion
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Mittwoch, 28. Juni 2017

Ausstellungseröffnung in St. Michael: Meditation in Bildern

Dr. Keil, Ehemann der 2015 verstorbenen Lochhausener Künstlerin Renate Kei,l führte die etwa 30 Besucherinnen und Besucher mit seinem Referat einfühlsam und erhellend in die Bilder gewordene religiös-mystische Gedankenwelt seiner Frau ein. Anhand von acht ausgestellten Bildern mit Titeln wie "Geborgenheit", "Der blinde Bartimäus", Mantel der "Geborgenheit", "Die göttliche Fülle" und "Krone des Lebens" zeigte es sich, wie künstlerisch die autodidaktisch arbeitende Künstlerin Elemente der Bibel, der Kabal des Judentums und eigene Vorstellungen in Einklang brachte. Manchmal fühlte man sich an werke von Marc Chagall erinnert.

AusstellungAusstellungAusstellung

Taizé-Meditation in St. Michael

"Dankt dem Herrn, denn er ist gut" war das Motto der Taizé-Meditation mit Texten, ausgewählt und vorgetragen von Gabriele Beck, und Liedern aus Taizé, gespielt vom Lochhausener Singkreis des Evang. Gemeindezentrums Bartimäus unter der Leitung von Andrea Reischer. 60 Teilnehmer genossen die besinnlich-getragene Stimmung.

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Freitag, 30. Juni 2017

Luthers Lust und Liebe - eine szenische Textcollage von Cornelia Bernoulli

Ernst Matthias Friedrich als Martin Luther und Cornelia Bernoulli als Katharina von Bora spielten am Freitag, 30. Juni 2017, im Rahmen des Kirchentagsprogramms die von Cornelia Bernoulli verfasste Theatercollage "Luthers Lust und Liebe". Sie beleuchteten mit großem Engagement und exzellenter schauspielerischer Leistung die ungewöhnliche Liebes- und Lustgeschichte zwischen Martin Luther und Katharina von Bora anhand von Originalzitaten, die mit fiktiven Dialogen gemischt wurden. Wiederum wurde die kraftvolle und bildhafte Sprache Luthers deutlich. Interessant war auch zu erleben, wie in dieser Zeit auch andere reformwillige Zeitgenossen Luthers wie Philipp Melanchthon, Georg Spalatin und Huldrych Zwingli ihr Beziehungsleben gestalteten. Die etwa 85 Besucher waren hellauf begeistert.

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Samstag, 1. Juli 2017

"Wie Perlen an einer Schnur" - Besuch von Lutherstätten in Augsburg (Bericht und Bilder folgen)

Samstag, 1. Juli 2017

Gospelnight in St. Lukas

Bis auf den letzten Platz gefüllt war die Pfarrkirche St. Lukas bei der Gospelnight, an der neben den "Lokalmatadoren" Voices of Joy "The Konradspirits", "Sound of Munich" und die "Munich Gospel Voices" teilnahmen. Die Leitung hatte Hartmut Süß, der langjährige Chef der Voices of Joy. Die Zuhörer waren begeistert von der Vielfalt der dargebotenen Stilrichtungen und der hohen Professionalität der Auftritte. Gegen Ende der Veranstaltung wurde das Publikum zum Mitsingen eines einfachen Songs animiert, das allen ebenfalls viel Spaß machte. Ein echter musikalischer Höhepunkt der Kirchentagswoche!

The Konradspirits

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Gospelchor Sound of Munich

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Gospelchor Voices of Joy

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Munich Gospel Voices

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Sonntag, 2. Juli 2017

Abschlussgottesdienst des 7. Ökumenischen Kirchentags im Münchner Westen

Mit einem Gottesdienst in der größten Kirche des Stadtbezirks, St. Konrad, ging der 7. Ökumenische Kirchentag im Münchner Westen am Sonntag, 2. Juli 2017, zu Ende. Umrahmt von den Fahnenabordnungen der örtlichen Vereine, den Ministranten und Jugendlichen der Adventskirchengemeinde und den Seelsorgern aller evangelischen und katholischen Gemeinden feierten Weihbischof Sofian von der rum.-orthodoxen Metropolie München, Weihbischof Rupert Graf zu Stolberg der Erzdiözese und Landesbischof Heinrich Bredford-Strohm, Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche Deutschlands, den Wortgottesdienst. Er wurde musikalisch gestaltet vom Bläserkreis der Adventskirchengemeinde. Mit großer Spannung erwarteten die rund 600 Besucher der Feier die Predigt von Bischof Bedford-Strohm, der, ausghehend vom Bibelzitat "Ihr seid das Licht der Welt und das Salz der Erde" verschiedene Modell der Kirche entwarf, wie sie sich in einer Welt rapider Veränderungen verhalten könnte: Abschottung oder Anpassung oder Einmischung und Mitgestaltung der Welt. Seiner Überzeugung nach dürfte der Weg der Einmischung aus christlicher Sicht für alle Christen, gleich welcher Konfession, der Weg der Zukunft sein. Weihbischof Sofian betonte in seinem Grußwort, wie wichtig das gemeinsame Engagement aller Christen für die Welt geworden sei.

Der Text der Predigt kann hier heruntergeladen werden: Predigt des Landesbischofs

Am Ende verpflichtete sich die ganze Gemeinde mit folgenden Worten, die Ökumene zu fördern:

Wir Christen verschiedener Konfessionen wollen immer von der Perspektive der Einheit und nicht der Trennung ausgehen, um die bestehenden Gemeinsamkeiten zu stärken.

Wir sind bereit, uns in der Begegnung miteinander als Christen verschiedener Konfessionen von Christus verändern zu lassen.

Wir wollen nicht nachlassen, die sichtbare Einheit zu suchen, indem wir über konkrete Schritte nachdenken.

Wir möchten gemeinsam neu die Kraft des Evangeliums für unsere Zeit entdecken.

Wir wollen in der Verkündigung und im Dienst an der sich wandelnden Welt gemeinsam Zeugnis für Christus ablegen.

AbschlussAbschlussAbschluss
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Gleichzeitig mit dem Abschlussgottesdienst fand im Pfarrsaal von St. Konrad ein ökumenischer Kindergottesdienst statt. Hier ein paar Bilder daraus:

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Nach dem Gottesdienst formierte sich, einer langen Tradition der Kirchentage entsprechend, ein Kirchenzug von St. Konrad nach St. Quirin in Aubing, wo sich anschließend rund 400 Gäste bei Speis und Trank stärkten und den Kirchentag in vielen Gesprächen ausklingen ließen.

 

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Weitere Einträge folgen noch.

 

Ökumene: Einheit in versöhnter Verschiedenheit
40 Jahre Ökumene am Ort

Ökumene - was ist das?

"Ökumene" ist ein schwieriges Wort, ein Fremdwort - nicht nur der Herkunft des Begriffs, häufig auch der Sache nach.
Das Wort "Ökumene", "ökumenisch" stammt aus dem Griechischen. Es bedeutet dort "die ganze Erde" bzw. "die ganze bewohnte Erde" oder auch die Erde, insofern sie durch die hellenistische bzw. römische Kultur geprägt ist. Dieses Verständnis findet sich auch im Neuen Testament. Die Ökumene ist das Arbeitsfeld der Kirche, wo sie lebt, wohin sie ihre Botschaft zu verkünden hat. In der Alten Kirche hat sich dieser Sprachgebrauch gewandelt. In dem Maß, als das römische Reich christlich wurde, nahm "ökumenisch" die Bedeutung an: "zur Kirche gehörend". Die Ökumene ist nun das christliche Imperium. Ökumenisch hat nun auch den Sinn von universaler Gültigkeit, es bedeutet damit: "allgemeine kirchliche Gültigkeit besitzend". Hier hat das Wort jede geographische und politische Bedeutung verloren und bezeichnet einen sachlichen Inhalt: "für alle Christen zuständig, wichtig, verpflichtend". In diesem Sinn trägt der Bischof von Konstantinopel den Titel "Ökumenischer Patriarch", werden die Kirchenversammlungen mit universaler Bedeutung als "Ökumenische Konzilien" bezeichnet.

Wesentlich verändert hat sich der Begriff im evangelischen Bereich im Pietismus des 18. Jahrhunderts. Unter seinem Einfluß trat die evangelische Christenheit aus der landeskirchlichen Begrenzung und begann weltweit, missionarisch zu denken. "Ökumenisch" wurde nun der Ausdruck einer Gesinnung, die eine über alle Grenzen der Nation hinausgehende Einheit aller Christen im Blick hat. Ziel ist gegenseitiges Verstehen über die nationalen und konfessionellen Grenzen hinweg. Graf Zinzendorf, einer der wichtigsten Vertreter des Pietismus, bezeichnete mit "ökumenisch" die weltweite christliche Kirche.

Am Beginn des 20. Jahrhunderts hatte der Begriff "ökumenisch" zunächst einen primär geographischen Gehalt, er drückte die universale, d.h. die missionarische Ausrichtung der Kirchen aus. Es war Nathan Söderblom, der lutherische Erzbischof von Uppsala, der den Begriff im Sinn der Alten Kirche wieder mehr theologisch füllte. Er verwendete ihn, um das fundamentale Einssein der christlichen Kirchen als ganzer zu bezeugen. "Ökumenisch" ist seit Söderblom "Ausdruck der Wirklichkeit der einen, heiligen, katholischen und apostolischen Kirche". Die in Christus vorgegebene Einheit ist die Grundlage der aufgegebenen Einheit, die noch zu verwirklichen ist. Diese Bedeutung hat sich durchgesetzt.

Im Begriff "Ökumene", "ökumenisch" verbinden sich bis heute zwei Grundinhalte: "weltweit - universal - missionarisch" und "die Einheit der Kirchen betreffend". Beides hängt sowohl historisch als auch sachlich zusammen. Schließlich ist die moderne ökumenische Bewegung aus dem Missionsgedanken erwachsen. Dennoch werden die beiden Inhalte nicht in gleicher Weise gewichtet.

Im katholischen Bereich liegt der Schwerpunkt eindeutig auf dem Verständnis "die Einheit der Kirchen betreffend". Das II. Vatikanische Konzil hat definiert: "Unter der "Ökumenischen Bewegung" versteht man Tätigkeiten und Unternehmungen, die ... zur Förderung der Einheit der Christen ins Leben gerufen und auf dieses Ziel ausgerichtet sind." Die weltweite Einheit ist dem katholischen Denken theologisch weniger problematisch. Im Zentrum dieses Begriffs, und so wird er heute auch über den katholischen Bereich hinaus verwendet, steht das Verständnis der Einheit im Sinne der Überwindung bestehender Konfessionsgrenzen.

Quelle: "Kleines Handbuch der Ökumene" von Peter Neuner

 

Unsere ökumenische Partnergemeinde ist die Adventskirchengemeinde in Neuaubing.

St. Quirin vorzustellen, ohne die intensive und fruchtbare Zusammenarbeit mit dem evangelisch - lutherischen Partner, der Adventskirchengemeinde (kurz Adventskirche genannt) an der Limesstraße in Neuaubing zu würdigen, hieße ein wichtiges Element des Gemeindelebens außer Acht zu lassen.

Diese sehr erfreuliche Situation war jedoch nicht immer so. Obwohl der Aubinger Pfarrsprengel der Adventskirche identisch ist mit dem Gebiet der Pfarrei St. Quirin und sie immerhin für 10% der Aubinger Bevölkerung Ansprechpartner in kirchlich-religiösen Fragen ist, bestanden zwischen beiden Gemeinden über viele Jahrzehnte hinweg praktisch keine Beziehungen. Das Jahr 1971 markiert einen wichtigen Wendepunkt hin zu einer heute ganz selbstverständlich gelebten Ökumene am Ort: Als Zeichen der Verbundenheit mit den evangelischen Christen am Ort stellte der damalige Pfarrer Brem die Hälfte der Kollekte des Fronleichnamsfestes Pfarrer Rappel, dem damaligen Gemeindeleiter der Adventskirche, zur Verfügung. Aus diesem eher unscheinbaren Anfang entwickelte sich bald ein Vertrauensverhältnis zwischen den beiden Pfarrern, aus dem heraus sie noch im gleichen Jahr einen ersten gemeinsamen Wortgottesdienst in der Adventskirche wagten, mit einer je zur Hälfte katholischen und evangelischen Predigt (über Maria, ein wiederum "katholisches" Thema).

Nach einigen Jahren hatte sich das noch vorsichtige evangelisch-katholische Proporz-Denken durch die gewachsene Vertrauensbasis von selbst überholt, so dass seither die Predigten bei den gemeinsamen Gottesdiensten am 2. Weihnachtsfeiertag (Adventskirche) und am Ostermontag (St. Quirin) jeweils der Pfarrer der gastgebenden Gemeinde hält. Am Osterfest 2000 haben wir den 65. ökumenischen Gottesdienst miteinander gefeiert. Sehr beliebt und wichtig für das persönliche Kennenlernen der Mitglieder der beiden Gemeinden untereinander sind die Stunden der Begegnung nach diesen Gottesdiensten. Die beiden Schwestergemeinden sind jedoch nicht nur im Gottesdienst miteinander verbunden.

Seit den Anfängen 1971 haben sich auf verschiedenen Ebenen vielfältige Beziehungen entwickelt. Stellvertretend seien hier genannt die ökumenischen Schulgottesdienste, Zusammenarbeit bei gemischt-konfessionellen Eheschließungen und bei Todesfällen, die alljährliche Kinder-Bibelwoche, gemeinsame Pilgerfahrten nach Rom und ins Heilige Land, punktuelle Zusammenarbeit beim Pfarr- bzw. Gemeindebrief, gemeinsame Sitzungen des Pfarrgemeinderats und des Kirchenvorstands und ein regelmäßiger Gedankenaustausch der Gemeindeleitungen. Lange Jahre gehörten auch zusammen vorbereitete Hausandachten und Friedensgebete zum großen Fundus der Ökumene am Ort. Die Gemeinde St. Quirin ist sehr dankbar dafür, dass die mutigen ersten Schritte unter Pfarrer Rappel auch von seinen Nachfolgern in der Adventskirche, Pfarrer Schmerl, Pfarrer Burzinski, Pfarrer Apel und heute, Pfarrer Hufnagel konsequent fortgesetzt und die Beziehungen zwischen beiden Gemeinden ausgebaut wurden.

Die bilateralen Beziehungen der beiden Gemeinden werden ergänzt durch die Arbeit im evangelisch-katholischen Rat Aubing und Neuaubing, einem Zusammenschluss der fünf katholischen Gemeinden, der Adventskirchengemeinde und der evangelischen Bartimäusgemeinde Lochhausen. Auf seine Initiative hin entstanden 1995 und 1997 zwei ökumenische Kirchentage mit einem Wortgottesdienst aller Gemeinden in St. Konrad, Neuaubing und einem anschließenden Fest in St. Quirin. Ein ökumenischer Festgottesdienst zum Beginn des neuen Jahrtausends war ein erneuter Höhepunkt in der Reihe der gemeindeübergreifenden Veranstaltungen. Die enorm positive Resonanz, die diese Veranstaltungen in der Öffentlichkeit auslösten, zeigte, wie tief verwurzelt das Anliegen guter ökumenischer Beziehungen am Ort inzwischen ist. Dies ermutigt uns, auf eine baldige "Einheit in versöhnter Verschiedenheit" zu hoffen. Die gemeinsame Erklärung zur Rechtfertigungslehre im Jahr 1999 hat das Tor zu Lösung der noch trennenden Fragen weit aufgestoßen.

Am 30. Juni 2002 feierten die fünf Aubing-Neuaubinger Kirchengemeinden den 3. Aubing-Neuaubinger Kirchentag. Der ökumenische Kirchentag 2005 stand unter dem Thema "Gottes Geist macht lebendig" und wurde im Rahmen einer Festwoche vom 19. bis 26. Juni 2005 gefeiert.

Vom 17. bis 24. Juni 2007 fand unter dem Leitwort "Ein, Herr, ein Glaube, eine Taufe" der 5. ökumenische Kirchentag statt, an dem sich zwei weitere Gemeinden, nämlich St. Michael und die Bartimäusgemeinde aus Lochhausen, beteiligten.

"Gott sei Dank - im Münchner Westen", unter diesem Thema stand der 6. Ökumenische Kirchentag, der vom 17. bis 24. Juni 2012 in unseren 7 Kirchengemeinden stattfand. Zum ersten Mal beteiligte sich auch die Rumänisch-orthodoxe Metropolie München an diesem Kirchentag.

Zum 40-jährigen Bestehen des Ökumenischen Rats im Oktober 2013 fasste Klaus Bichlmayer die Entwicklung der Kirchentage seit 1995 in dieser Rede zusammen.

 

Wer und was ist der Ökumenische Rat Aubing-Neuaubing-Westkreuz-Lochhausen?

Eine Zusammenfassung zum 30-jährigen Bestehen im Jahr 2003

Am 23. Mai 1973, also fast auf den Tag genau vor 30 Jahren, wurde in St. Quirin der evang.-katholische Rat gegründet. Ich danke unseren heutigen Gastgebern, dass es ihr ausdrücklicher Wunsch war, dieses runde Jubiläum miteinander zu feiern und sich in Rückblick und Ausblick des Weges zu versichern, der hinter uns liegt und Gedanken und Erwartungen zur vor uns liegenden Strecke zu formulieren.

Als einer, der diesem Gremien mit einer kleinen Unterbrechung seit 1975 angehört, bin ich gebeten worden, ein paar Anmerkungen zur Geschichte des Rats zusammenzustellen. An die Wurzeln zu erinnern scheint mir gerade auch in der jetzigen Situation des Rats wichtig zu sein, da innerhalb der letzten drei bis vier Jahre alle im Rat vertretenen Gemeinden neue Leitungen bekommen haben und damit eine kontinuierliche Weiterentwicklung dieses Gremiums nicht selbstverständlich ist.

VORLÄUFER

Wie möglicherweise der eine oder die andere von ihnen noch weiss, hatte der evang.-katholische Rat einen Vorläufer, nämlich einen gemischt-konfessionellen Familienkreis, der sich in St. Konrad unter der Leitung von Dr. Vollmeyer, mutig mit den Problemen der damals wenig respektvoll bezeichneten Mischehen auseinandersetzte und nach Wegen suchte, die quer durch diese Partnerschaften aufgebauten Gräben zu verringern. Herr Dr. Vollmeyer, der heute leider verhindert ist, prägte als Katholik mit seinem ökumenischen Engagement und seinen profunden Kenntnissen der eigenen wie der anderen Konfession viele Jahre die Arbeit in diesem Gremium. Sein beruflicher Ruhestand erlaubt es ihm heute, sich vor allem in diözesanen Gremien weiter für eine ökumenische Verständigung einzusetzen. Ihm gebührt auch von dieser Stelle ein großer Dank für seine pionierartige Leistung.

GRÜNDUNG

Die Gründungsversammlung im Mai 1973 beriet über eine gemeinsame Satzung, die bis heute gültig ist. Wie man aus der Liste der damals beratenen und für möglich gehaltenen, gemeinsamen Arbeitsschwerpunkte ablesen kann, stand hinter dem ganzen Unternehmen ein starker Wunsch nach intergemeindlicher und interkonfessioneller Zusammenarbeit: Evangelisch-katholische Gottesdienste, gemeinsame Sitzungen der Gemeindegremien, gemeinsame Pfarrbriefe, gemeinsame Vortragsveranstaltungen und gemeinsame Bemühungen um konfessionsverschiedene Ehen sollten von nun auf der ökumenischen Agenda stehen. Tatsächlich blieb der Rat bis heute das einzige offizielle Gremium, bei dem alle katholischen Nachbarpfareien regelmäßig an einem Tisch sitzen.

Ein Jahr später konkretisierte Pfarrer Rappel von der Adventskirche in einem Grundsatzreferat die Möglichkeiten zur Zusammenarbeit im Rat: Die Gemeindestrukturen sollten sich ökumenisch durchdringen, in der Seelsorge sollte man sich gegenseitig Hilfestellung geben, die Gemeindediakonie sollte gemeinsam gestaltet und Gottesdienste miteinander gefeiert werden.

DIE ENTWICKLUNGEN bis HEUTE

Welchen Weg schlug nun der Rat in den folgenden Jahren ein? Ich möchte dieser Frage nicht im Detail nachgehen, weil hierfür die Zeit heute abend reichen nicht würde und weil Pfr. Apel dies in der Sitzung Ende 1999 schon einmal zusammengefaßt hat.

Lassen Sie mich aber drei Bereiche ansprechen, die sich wie ein roter Faden durch 30 Jahre Arbeit dieses Gremiums ziehen und an denen die Entwicklung des evang.-katholischen Rats gut abzulesen ist.

SAKRAMENTE

Fast zwanzig Jahre, von 1974 bis 1992 tauchen in den Protokollen immer wieder sakramentenorientierte Themen auf: Schon 1974, also knapp 30 Jahre vor der neuesten Enzyklika "Ecclesia de Eucharistia", ging es dabei um Eucharistie und Abendmahl, die gegenseitige Zulassung und um die Frage: Ökumenische Gottesdienste am Sonntag, ja oder nein? Die pastoral schwierige Situation der konfessionsverschiedenen Ehen beschäftigte uns von 1977 bis 1988 mehrmals. Es wurden Abmachungen zwischen den Gemeindeleitern beider Konfessionen getroffen, die den kirchenrechtlichen Problemen und gleichzeitig den pastoralen Notwendigkeiten gerecht werden sollten. Zum letzten Mal wurden die Erfahrungen aus der ökumenischen Praxis bei Taufe, Eheschließung und Beerdigung 1992 ausgetauscht. Danach verloren offenbar diese Fragen an Gewicht oder wurden nicht mehr in diesem Gremium besprochen.

THEMEN - Interkonfessionell und weltlich

In all den Jahren seines Bestehens griff der evang.-katholische Rat Themen interkonfessioneller und weltlicher Bedeutung auf. Meist war die Absicht dahinter, durch Vorträge eines Referenten von außen, später auch durch Beiträge von Ratsmitgliedern selbst, den Partner der anderen Konfession tiefer verstehen zu lernen oder sich über aktuelle Zeitströmungen eine gemeinsame Meinung zu bilden. Der Bogen reicht dabei von Fragen der Bewahrung der Schöpfung Mitte der 80er Jahre über "Glauben Christen gottlos?" Anfang 1991 bis hin zu einem sehr informativen Beitrag zum Erlaßjahr 2000 kurz vor der Jahrtausendwende. Wichtig war diese Art, unsere Sitzungen zu gestalten, vor allem in den 80er Jahren.

Naturgemäß war die Palette kirchlich und konfessionell relevanter Themen wesentlich breiter. Sie bestimmten vor allem die Treffen des Rats Mitte der 70er Jahre und dann wieder in den 90er Jahren. Die Weltkirchenkonferenz in Nairobi 1976 im Vergleich zum Vatikanischen Konzil, die Würdigung der Confessio Augustana, die Rolle der Ehrenamtlichen in den Gemeinden, Maria ökumenisch, Mutmaßungen über die Gestalt der Gemeinde der Zukunft, die Unterzeichnung der Rechtfertigungslehre und die kurz darauf herausgegebene Erklärung "Dominus Jesus" sind nur einige der Highligths der vergangenen 30 Jahre.

GEMEINSAME PROJEKTE und VERANSTALTUNGEN

Der evangelisch-katholische Rat war von Anfang an bis heute nicht nur eine Plattform zum Austausch von Informationen und Meinungen unter den fünf Gemeinden. Zu seinem Profil gehören eine Vielzahl von kleineren Aktionen und großen Veranstaltungen, mit denen wir sowohl uns als Pfarreien politisch einmischten als auch für unseren Glauben Zeugen ablegten.

Ein eher bescheidenes Kinderfest zum Jahr des Kindes 1979 markiert so etwas wie den Anfang der nach außen gerichteten gemeinsamen Aktivitäten des Rats. Gleichzeitig begann das Engagement für eine neue Aussegnungshalle auf dem Aubinger Friedhof, das sich bis 1983 hinzog und mit einem gemeinsam in Auftrag gegebenen Kreuz erfolgreich abgeschlossen wurde. 1980, zur 500-Jahr Feier von St. Quirin gab es einen ersten ökumenischen Wortgottesdienst, der im Festzelt von Weihbischof Soden-Fraunhofen und allen Pfarrern beider Konfessionen gestaltet wurde und in der Öffentlichkeit große Beachtung fand.

Der Weltgebetstag der Frauen, der auch im Rat jeweils terminlich abgesprochen wurde, reicht bis ins Jahr 1981 zurück und hat nichts von seiner Anziehung verloren.

Drei ökumenische Kirchentage 1995, 1997 und 2002, der ökumenische Milleniumsgottesdienst 2000 und das erste, gut besuchte ökumenische Treffen der Pfarrgemeinderäte und Kirchenvorstände im März 2001, das unter dem Thema "Tod und Auferstehung" stand, geben Zeugnis von einer über viele Jahre hinweg kontinuierlich wachsenden Ökumene am Ort, die dann auch die Kraft besaß, Mißstände im BRK-Seniorenheim 1986 öffentlich anzuprangern, oder sich um eine bessere Beschallung beim Gräberumgang auf dem Aubinger Friedhof zu engagieren, der übrigens seit 1978 gemeinsam veranstaltet wird. Sogar bei einer Bürgerversammlung meldeten wir uns 2001 als Rat zu Wort, als eine geänderte Friedhofsatzung nur noch "altgedienten" Aubingern ein Grab zugestehen wollte.

KRISEN

In einer so langen Zeit bleiben auch Krisen nicht aus. Mehrmals stand zwischen 1974 und 1983 der sogenannte evang.-katholische Ausschuß auf dem Prüfstand. Seither funktioniert die eingespielte Arbeitsteilung im wesentlichen gut.

Wenn man in den Protokollen der letzten drei, vier Jahre blättert, fällt natürlich auf, wie oft die Vorstellung eines neuen Gemeindeleiters auf der Tagesordnung stand. In dieser Hinsicht hat der evang.-katholische Rat ein völlig neues Gesicht erhalten, die neuen Kollegen im Amt müssen sich gegenseitig noch mehr kennenlernen oder sehen andere ökumenische Schwerpunkte als ihre Vorgänger in dieser Runde.

Und wenn heute mancher neue Pfarrer in den Ratsterminen vor allem eine zusätzliche zeitliche Belastung sieht, sollten wir als Laien dafür zwar Verständnis zeigen, aber auch Solidarität mit einem Gremium aus fünf Kirchengemeinden und zwei Konfessionen einfordern, das gerade in ökumenisch schwieriger gewordenen Zeiten mehr denn je gebraucht wird.

ZUKUNFT

Wohin führt uns der weitere Weg? Schwer zu sagen, auch wenn ich persönlich optimistisch bin. Jedenfalls dürfte sich die Reihe der Kirchentage im Jahr 2005, zehn Jahre nach der ersten Veranstaltung dieser Art, fortsetzen. Der Ökumenische Gesprächskreis wird vermutlich im Herbst zu einem neuen Thema einladen, die Beschallung des Aubinger Friedhofs ist für fünf Jahre gesichert und über einen neuen thematischen Tag der Pfarrgemeinderäte und Kirchenvorstände werden wir heute abend beschließen.

So wünsche ich dem evang.-katholischen Rat Aubing-Neuaubing eine gesegnete Zukunft, einen weiterhin offenen und mutigen Dialog zwischen den Konfessionen und eine überzeugende und erfolgreiche Zusammenarbeit für die Ökumene am Ort.

ERWEITERUNG IM JAHR 2005

Nach dem Kirchentag 2005 wurde der Wunsch geäußert, die Lochhauser Kirchengemeinden zur Mitgliedschaft in den Rat einzuladen. Die Pfarrei St. Michael und die Bartimäusgemeinde nahmen die Einladung gerne an und sind seither offizielle Mitglieder des Rats.

NEUE SATZUNG AB 2011

In der Herbstsitzung 2011 beschlossen die Ratsmitglieder, sich eine neue Satzung zu geben. Damit verbunden war auch eine Namensänderung. Das Gremium nennt sich nun Ökumenischer Rat Aubing-Neuaubing-Westkreuz-Lochhausen.

Das 40-jährige Bestehen des Rats wurde vom 11. - 13. Oktober 2013 gefeiert.

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