7. Ökumenischer Kirchentag im Münchner Westen
Welt im Wandel.Mitgestalten

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Das Reformationsjahr 2017 ist der Anlass, nach fünf Jahren wieder einen großen gemeinsamen Kirchentag zu organisieren. 10 Tage lang, vom 23. Juni bis zum 2. Juli 2017, lädt der Ökumenische Rat Aubing-Neuaubing-Westkreuz-Lochhausen die Bürger und Bürgerinnen im Münchner Westen ein, sich auf vielfältige Weise mitdem diesjährigen Motto „Welt im Wandel. Mitgestalten“ auseinanderzusetzen.

Unsere Welt verändert sich ständig. Als Christen wollen wir nicht in Ängste oder Resignation verfallen, sondern den Wandel mutig und mit Gottvertrauen mitgestalten. In diesem Sinne hat der Ökumenische Rat ein abwechslungsreiches Programm zusammengestellt.

Das genaue Programm erfahren Sie rechtzeitig aus Presse, Internet, Plakaten und Flyern. Um Sie schon einmal ein wenig neugierig darauf zu machen, hier in Stichpunkten, was geplant ist.

 

 

• Freitag, 23. Juni, ab 18 Uhr: Das traditionelle Johannisfeuer mit ökumenischer Vesper in St. Lukas
• Samstag, 24. Juni, um 19 Uhr: Orthodoxe Vesper in St. Quirin
• An den Wochenenden: Die Karikaturen-Ausstellung von Misereor „Glänzende Aussichten“ im Kulturzentrum UBO 9
• Sonntag, 25. Juni, 10 Uhr: Ökumenische Kleinkinder-Kirche in St. Konrad (Unterkirche)
• Sonntag, 25. Juni, um 20 Uhr: Chorkonzert mit Werken von Felix Mendelssohn-Bartholdy in St. Konrad (mit Kartenvorverkauf)
• Montag, 26. Juni, um 19:30 Uhr: Vortrag „Luther aus katholischer Sicht“, Referent ist Dr. Stefan Mokry, in St. Markus
• Dienstag, 27. Juni, um 20 Uhr: Podiumsdiskussion „Wert der Werte – Was hält unsere Gesellschaft zusammen?“, in St. Lukas
• Mittwoch, 28. Juni, um 20 Uhr: Eröffnung der Ausstellung mit Zeichnungen von Frau Keil in St. Michael, Lochhausen, anschließend dort Taizé-Gebet
• Freitag, 30. Juni, um 20 Uhr: Luther theatralisch „Lust und Liebe“, in der Adventskirche
• Samstag, 1. Juli, vormittags: Fahrt in das „ökumenische Augsburg“
• Samstag, 1. Juli, 19:30 Uhr: „Gospelnight“ in St. Lukas
• Sonntag, 2. Juli, um 10:30 Uhr: Festlicher Abschlussgottesdienst in St. Konrad, parallel dazu ökumenischer Kindergottesdienst und anschließend Festzug und Fest in St. Quirin.

 

Ökumene: Einheit in versöhnter Verschiedenheit
40Jahre Ökumene am Ort

Ökumene - was ist das?

"Ökumene" ist ein schwieriges Wort, ein Fremdwort - nicht nur der Herkunft des Begriffs, häufig auch der Sache nach.
Das Wort "Ökumene", "ökumenisch" stammt aus dem Griechischen. Es bedeutet dort "die ganze Erde" bzw. "die ganze bewohnte Erde" oder auch die Erde, insofern sie durch die hellenistische bzw. römische Kultur geprägt ist. Dieses Verständnis findet sich auch im Neuen Testament. Die Ökumene ist das Arbeitsfeld der Kirche, wo sie lebt, wohin sie ihre Botschaft zu verkünden hat. In der Alten Kirche hat sich dieser Sprachgebrauch gewandelt. In dem Maß, als das römische Reich christlich wurde, nahm "ökumenisch" die Bedeutung an: "zur Kirche gehörend". Die Ökumene ist nun das christliche Imperium. Ökumenisch hat nun auch den Sinn von universaler Gültigkeit, es bedeutet damit: "allgemeine kirchliche Gültigkeit besitzend". Hier hat das Wort jede geographische und politische Bedeutung verloren und bezeichnet einen sachlichen Inhalt: "für alle Christen zuständig, wichtig, verpflichtend". In diesem Sinn trägt der Bischof von Konstantinopel den Titel "Ökumenischer Patriarch", werden die Kirchenversammlungen mit universaler Bedeutung als "Ökumenische Konzilien" bezeichnet.

Wesentlich verändert hat sich der Begriff im evangelischen Bereich im Pietismus des 18. Jahrhunderts. Unter seinem Einfluß trat die evangelische Christenheit aus der landeskirchlichen Begrenzung und begann weltweit, missionarisch zu denken. "Ökumenisch" wurde nun der Ausdruck einer Gesinnung, die eine über alle Grenzen der Nation hinausgehende Einheit aller Christen im Blick hat. Ziel ist gegenseitiges Verstehen über die nationalen und konfessionellen Grenzen hinweg. Graf Zinzendorf, einer der wichtigsten Vertreter des Pietismus, bezeichnete mit "ökumenisch" die weltweite christliche Kirche.

Am Beginn des 20. Jahrhunderts hatte der Begriff "ökumenisch" zunächst einen primär geographischen Gehalt, er drückte die universale, d.h. die missionarische Ausrichtung der Kirchen aus. Es war Nathan Söderblom, der lutherische Erzbischof von Uppsala, der den Begriff im Sinn der Alten Kirche wieder mehr theologisch füllte. Er verwendete ihn, um das fundamentale Einssein der christlichen Kirchen als ganzer zu bezeugen. "Ökumenisch" ist seit Söderblom "Ausdruck der Wirklichkeit der einen, heiligen, katholischen und apostolischen Kirche". Die in Christus vorgegebene Einheit ist die Grundlage der aufgegebenen Einheit, die noch zu verwirklichen ist. Diese Bedeutung hat sich durchgesetzt.

Im Begriff "Ökumene", "ökumenisch" verbinden sich bis heute zwei Grundinhalte: "weltweit - universal - missionarisch" und "die Einheit der Kirchen betreffend". Beides hängt sowohl historisch als auch sachlich zusammen. Schließlich ist die moderne ökumenische Bewegung aus dem Missionsgedanken erwachsen. Dennoch werden die beiden Inhalte nicht in gleicher Weise gewichtet.

Im katholischen Bereich liegt der Schwerpunkt eindeutig auf dem Verständnis "die Einheit der Kirchen betreffend". Das II. Vatikanische Konzil hat definiert: "Unter der "Ökumenischen Bewegung" versteht man Tätigkeiten und Unternehmungen, die ... zur Förderung der Einheit der Christen ins Leben gerufen und auf dieses Ziel ausgerichtet sind." Die weltweite Einheit ist dem katholischen Denken theologisch weniger problematisch. Im Zentrum dieses Begriffs, und so wird er heute auch über den katholischen Bereich hinaus verwendet, steht das Verständnis der Einheit im Sinne der Überwindung bestehender Konfessionsgrenzen.

Quelle: "Kleines Handbuch der Ökumene" von Peter Neuner

 

Unsere ökumenische Partnergemeinde ist die Adventskirchengemeinde in Neuaubing.

St. Quirin vorzustellen, ohne die intensive und fruchtbare Zusammenarbeit mit dem evangelisch - lutherischen Partner, der Adventskirchengemeinde (kurz Adventskirche genannt) an der Limesstraße in Neuaubing zu würdigen, hieße ein wichtiges Element des Gemeindelebens außer Acht zu lassen.

Diese sehr erfreuliche Situation war jedoch nicht immer so. Obwohl der Aubinger Pfarrsprengel der Adventskirche identisch ist mit dem Gebiet der Pfarrei St. Quirin und sie immerhin für 10% der Aubinger Bevölkerung Ansprechpartner in kirchlich-religiösen Fragen ist, bestanden zwischen beiden Gemeinden über viele Jahrzehnte hinweg praktisch keine Beziehungen. Das Jahr 1971 markiert einen wichtigen Wendepunkt hin zu einer heute ganz selbstverständlich gelebten Ökumene am Ort: Als Zeichen der Verbundenheit mit den evangelischen Christen am Ort stellte der damalige Pfarrer Brem die Hälfte der Kollekte des Fronleichnamsfestes Pfarrer Rappel, dem damaligen Gemeindeleiter der Adventskirche, zur Verfügung. Aus diesem eher unscheinbaren Anfang entwickelte sich bald ein Vertrauensverhältnis zwischen den beiden Pfarrern, aus dem heraus sie noch im gleichen Jahr einen ersten gemeinsamen Wortgottesdienst in der Adventskirche wagten, mit einer je zur Hälfte katholischen und evangelischen Predigt (über Maria, ein wiederum "katholisches" Thema).

Nach einigen Jahren hatte sich das noch vorsichtige evangelisch-katholische Proporz-Denken durch die gewachsene Vertrauensbasis von selbst überholt, so dass seither die Predigten bei den gemeinsamen Gottesdiensten am 2. Weihnachtsfeiertag (Adventskirche) und am Ostermontag (St. Quirin) jeweils der Pfarrer der gastgebenden Gemeinde hält. Am Osterfest 2000 haben wir den 65. ökumenischen Gottesdienst miteinander gefeiert. Sehr beliebt und wichtig für das persönliche Kennenlernen der Mitglieder der beiden Gemeinden untereinander sind die Stunden der Begegnung nach diesen Gottesdiensten. Die beiden Schwestergemeinden sind jedoch nicht nur im Gottesdienst miteinander verbunden.

Seit den Anfängen 1971 haben sich auf verschiedenen Ebenen vielfältige Beziehungen entwickelt. Stellvertretend seien hier genannt die ökumenischen Schulgottesdienste, Zusammenarbeit bei gemischt-konfessionellen Eheschließungen und bei Todesfällen, die alljährliche Kinder-Bibelwoche, gemeinsame Pilgerfahrten nach Rom und ins Heilige Land, punktuelle Zusammenarbeit beim Pfarr- bzw. Gemeindebrief, gemeinsame Sitzungen des Pfarrgemeinderats und des Kirchenvorstands und ein regelmäßiger Gedankenaustausch der Gemeindeleitungen. Lange Jahre gehörten auch zusammen vorbereitete Hausandachten und Friedensgebete zum großen Fundus der Ökumene am Ort. Die Gemeinde St. Quirin ist sehr dankbar dafür, dass die mutigen ersten Schritte unter Pfarrer Rappel auch von seinen Nachfolgern in der Adventskirche, Pfarrer Schmerl, Pfarrer Burzinski, Pfarrer Apel und heute, Pfarrer Hufnagel konsequent fortgesetzt und die Beziehungen zwischen beiden Gemeinden ausgebaut wurden.

Die bilateralen Beziehungen der beiden Gemeinden werden ergänzt durch die Arbeit im evangelisch-katholischen Rat Aubing und Neuaubing, einem Zusammenschluss der fünf katholischen Gemeinden, der Adventskirchengemeinde und der evangelischen Bartimäusgemeinde Lochhausen. Auf seine Initiative hin entstanden 1995 und 1997 zwei ökumenische Kirchentage mit einem Wortgottesdienst aller Gemeinden in St. Konrad, Neuaubing und einem anschließenden Fest in St. Quirin. Ein ökumenischer Festgottesdienst zum Beginn des neuen Jahrtausends war ein erneuter Höhepunkt in der Reihe der gemeindeübergreifenden Veranstaltungen. Die enorm positive Resonanz, die diese Veranstaltungen in der Öffentlichkeit auslösten, zeigte, wie tief verwurzelt das Anliegen guter ökumenischer Beziehungen am Ort inzwischen ist. Dies ermutigt uns, auf eine baldige "Einheit in versöhnter Verschiedenheit" zu hoffen. Die gemeinsame Erklärung zur Rechtfertigungslehre im Jahr 1999 hat das Tor zu Lösung der noch trennenden Fragen weit aufgestoßen.

Am 30. Juni 2002 feierten die fünf Aubing-Neuaubinger Kirchengemeinden den 3. Aubing-Neuaubinger Kirchentag. Der ökumenische Kirchentag 2005 stand unter dem Thema "Gottes Geist macht lebendig" und wurde im Rahmen einer Festwoche vom 19. bis 26. Juni 2005 gefeiert.

Vom 17. bis 24. Juni 2007 fand unter dem Leitwort "Ein, Herr, ein Glaube, eine Taufe" der 5. ökumenische Kirchentag statt, an dem sich zwei weitere Gemeinden, nämlich St. Michael und die Bartimäusgemeinde aus Lochhausen, beteiligten.

"Gott sei Dank - im Münchner Westen", unter diesem Thema stand der 6. Ökumenische Kirchentag, der vom 17. bis 24. Juni 2012 in unseren 7 Kirchengemeinden stattfand. Zum ersten Mal beteiligte sich auch die Rumänisch-orthodoxe Metropolie München an diesem Kirchentag.

Zum 40-jährigen Bestehen des Ökumenischen Rats im Oktober 2013 fasste Klaus Bichlmayer die Entwicklung der Kirchentage seit 1995 in dieser Rede zusammen.

 

Wer und was ist der Ökumenische Rat Aubing-Neuaubing-Westkreuz-Lochhausen?

Eine Zusammenfassung zum 30-jährigen Bestehen im Jahr 2003

Am 23. Mai 1973, also fast auf den Tag genau vor 30 Jahren, wurde in St. Quirin der evang.-katholische Rat gegründet. Ich danke unseren heutigen Gastgebern, dass es ihr ausdrücklicher Wunsch war, dieses runde Jubiläum miteinander zu feiern und sich in Rückblick und Ausblick des Weges zu versichern, der hinter uns liegt und Gedanken und Erwartungen zur vor uns liegenden Strecke zu formulieren.

Als einer, der diesem Gremien mit einer kleinen Unterbrechung seit 1975 angehört, bin ich gebeten worden, ein paar Anmerkungen zur Geschichte des Rats zusammenzustellen. An die Wurzeln zu erinnern scheint mir gerade auch in der jetzigen Situation des Rats wichtig zu sein, da innerhalb der letzten drei bis vier Jahre alle im Rat vertretenen Gemeinden neue Leitungen bekommen haben und damit eine kontinuierliche Weiterentwicklung dieses Gremiums nicht selbstverständlich ist.

VORLÄUFER

Wie möglicherweise der eine oder die andere von ihnen noch weiss, hatte der evang.-katholische Rat einen Vorläufer, nämlich einen gemischt-konfessionellen Familienkreis, der sich in St. Konrad unter der Leitung von Dr. Vollmeyer, mutig mit den Problemen der damals wenig respektvoll bezeichneten Mischehen auseinandersetzte und nach Wegen suchte, die quer durch diese Partnerschaften aufgebauten Gräben zu verringern. Herr Dr. Vollmeyer, der heute leider verhindert ist, prägte als Katholik mit seinem ökumenischen Engagement und seinen profunden Kenntnissen der eigenen wie der anderen Konfession viele Jahre die Arbeit in diesem Gremium. Sein beruflicher Ruhestand erlaubt es ihm heute, sich vor allem in diözesanen Gremien weiter für eine ökumenische Verständigung einzusetzen. Ihm gebührt auch von dieser Stelle ein großer Dank für seine pionierartige Leistung.

GRÜNDUNG

Die Gründungsversammlung im Mai 1973 beriet über eine gemeinsame Satzung, die bis heute gültig ist. Wie man aus der Liste der damals beratenen und für möglich gehaltenen, gemeinsamen Arbeitsschwerpunkte ablesen kann, stand hinter dem ganzen Unternehmen ein starker Wunsch nach intergemeindlicher und interkonfessioneller Zusammenarbeit: Evangelisch-katholische Gottesdienste, gemeinsame Sitzungen der Gemeindegremien, gemeinsame Pfarrbriefe, gemeinsame Vortragsveranstaltungen und gemeinsame Bemühungen um konfessionsverschiedene Ehen sollten von nun auf der ökumenischen Agenda stehen. Tatsächlich blieb der Rat bis heute das einzige offizielle Gremium, bei dem alle katholischen Nachbarpfareien regelmäßig an einem Tisch sitzen.

Ein Jahr später konkretisierte Pfarrer Rappel von der Adventskirche in einem Grundsatzreferat die Möglichkeiten zur Zusammenarbeit im Rat: Die Gemeindestrukturen sollten sich ökumenisch durchdringen, in der Seelsorge sollte man sich gegenseitig Hilfestellung geben, die Gemeindediakonie sollte gemeinsam gestaltet und Gottesdienste miteinander gefeiert werden.

DIE ENTWICKLUNGEN bis HEUTE

Welchen Weg schlug nun der Rat in den folgenden Jahren ein? Ich möchte dieser Frage nicht im Detail nachgehen, weil hierfür die Zeit heute abend reichen nicht würde und weil Pfr. Apel dies in der Sitzung Ende 1999 schon einmal zusammengefaßt hat.

Lassen Sie mich aber drei Bereiche ansprechen, die sich wie ein roter Faden durch 30 Jahre Arbeit dieses Gremiums ziehen und an denen die Entwicklung des evang.-katholischen Rats gut abzulesen ist.

SAKRAMENTE

Fast zwanzig Jahre, von 1974 bis 1992 tauchen in den Protokollen immer wieder sakramentenorientierte Themen auf: Schon 1974, also knapp 30 Jahre vor der neuesten Enzyklika "Ecclesia de Eucharistia", ging es dabei um Eucharistie und Abendmahl, die gegenseitige Zulassung und um die Frage: Ökumenische Gottesdienste am Sonntag, ja oder nein? Die pastoral schwierige Situation der konfessionsverschiedenen Ehen beschäftigte uns von 1977 bis 1988 mehrmals. Es wurden Abmachungen zwischen den Gemeindeleitern beider Konfessionen getroffen, die den kirchenrechtlichen Problemen und gleichzeitig den pastoralen Notwendigkeiten gerecht werden sollten. Zum letzten Mal wurden die Erfahrungen aus der ökumenischen Praxis bei Taufe, Eheschließung und Beerdigung 1992 ausgetauscht. Danach verloren offenbar diese Fragen an Gewicht oder wurden nicht mehr in diesem Gremium besprochen.

THEMEN - Interkonfessionell und weltlich

In all den Jahren seines Bestehens griff der evang.-katholische Rat Themen interkonfessioneller und weltlicher Bedeutung auf. Meist war die Absicht dahinter, durch Vorträge eines Referenten von außen, später auch durch Beiträge von Ratsmitgliedern selbst, den Partner der anderen Konfession tiefer verstehen zu lernen oder sich über aktuelle Zeitströmungen eine gemeinsame Meinung zu bilden. Der Bogen reicht dabei von Fragen der Bewahrung der Schöpfung Mitte der 80er Jahre über "Glauben Christen gottlos?" Anfang 1991 bis hin zu einem sehr informativen Beitrag zum Erlaßjahr 2000 kurz vor der Jahrtausendwende. Wichtig war diese Art, unsere Sitzungen zu gestalten, vor allem in den 80er Jahren.

Naturgemäß war die Palette kirchlich und konfessionell relevanter Themen wesentlich breiter. Sie bestimmten vor allem die Treffen des Rats Mitte der 70er Jahre und dann wieder in den 90er Jahren. Die Weltkirchenkonferenz in Nairobi 1976 im Vergleich zum Vatikanischen Konzil, die Würdigung der Confessio Augustana, die Rolle der Ehrenamtlichen in den Gemeinden, Maria ökumenisch, Mutmaßungen über die Gestalt der Gemeinde der Zukunft, die Unterzeichnung der Rechtfertigungslehre und die kurz darauf herausgegebene Erklärung "Dominus Jesus" sind nur einige der Highligths der vergangenen 30 Jahre.

GEMEINSAME PROJEKTE und VERANSTALTUNGEN

Der evangelisch-katholische Rat war von Anfang an bis heute nicht nur eine Plattform zum Austausch von Informationen und Meinungen unter den fünf Gemeinden. Zu seinem Profil gehören eine Vielzahl von kleineren Aktionen und großen Veranstaltungen, mit denen wir sowohl uns als Pfarreien politisch einmischten als auch für unseren Glauben Zeugen ablegten.

Ein eher bescheidenes Kinderfest zum Jahr des Kindes 1979 markiert so etwas wie den Anfang der nach außen gerichteten gemeinsamen Aktivitäten des Rats. Gleichzeitig begann das Engagement für eine neue Aussegnungshalle auf dem Aubinger Friedhof, das sich bis 1983 hinzog und mit einem gemeinsam in Auftrag gegebenen Kreuz erfolgreich abgeschlossen wurde. 1980, zur 500-Jahr Feier von St. Quirin gab es einen ersten ökumenischen Wortgottesdienst, der im Festzelt von Weihbischof Soden-Fraunhofen und allen Pfarrern beider Konfessionen gestaltet wurde und in der Öffentlichkeit große Beachtung fand.

Der Weltgebetstag der Frauen, der auch im Rat jeweils terminlich abgesprochen wurde, reicht bis ins Jahr 1981 zurück und hat nichts von seiner Anziehung verloren.

Drei ökumenische Kirchentage 1995, 1997 und 2002, der ökumenische Milleniumsgottesdienst 2000 und das erste, gut besuchte ökumenische Treffen der Pfarrgemeinderäte und Kirchenvorstände im März 2001, das unter dem Thema "Tod und Auferstehung" stand, geben Zeugnis von einer über viele Jahre hinweg kontinuierlich wachsenden Ökumene am Ort, die dann auch die Kraft besaß, Mißstände im BRK-Seniorenheim 1986 öffentlich anzuprangern, oder sich um eine bessere Beschallung beim Gräberumgang auf dem Aubinger Friedhof zu engagieren, der übrigens seit 1978 gemeinsam veranstaltet wird. Sogar bei einer Bürgerversammlung meldeten wir uns 2001 als Rat zu Wort, als eine geänderte Friedhofsatzung nur noch "altgedienten" Aubingern ein Grab zugestehen wollte.

KRISEN

In einer so langen Zeit bleiben auch Krisen nicht aus. Mehrmals stand zwischen 1974 und 1983 der sogenannte evang.-katholische Ausschuß auf dem Prüfstand. Seither funktioniert die eingespielte Arbeitsteilung im wesentlichen gut.

Wenn man in den Protokollen der letzten drei, vier Jahre blättert, fällt natürlich auf, wie oft die Vorstellung eines neuen Gemeindeleiters auf der Tagesordnung stand. In dieser Hinsicht hat der evang.-katholische Rat ein völlig neues Gesicht erhalten, die neuen Kollegen im Amt müssen sich gegenseitig noch mehr kennenlernen oder sehen andere ökumenische Schwerpunkte als ihre Vorgänger in dieser Runde.

Und wenn heute mancher neue Pfarrer in den Ratsterminen vor allem eine zusätzliche zeitliche Belastung sieht, sollten wir als Laien dafür zwar Verständnis zeigen, aber auch Solidarität mit einem Gremium aus fünf Kirchengemeinden und zwei Konfessionen einfordern, das gerade in ökumenisch schwieriger gewordenen Zeiten mehr denn je gebraucht wird.

ZUKUNFT

Wohin führt uns der weitere Weg? Schwer zu sagen, auch wenn ich persönlich optimistisch bin. Jedenfalls dürfte sich die Reihe der Kirchentage im Jahr 2005, zehn Jahre nach der ersten Veranstaltung dieser Art, fortsetzen. Der Ökumenische Gesprächskreis wird vermutlich im Herbst zu einem neuen Thema einladen, die Beschallung des Aubinger Friedhofs ist für fünf Jahre gesichert und über einen neuen thematischen Tag der Pfarrgemeinderäte und Kirchenvorstände werden wir heute abend beschließen.

So wünsche ich dem evang.-katholischen Rat Aubing-Neuaubing eine gesegnete Zukunft, einen weiterhin offenen und mutigen Dialog zwischen den Konfessionen und eine überzeugende und erfolgreiche Zusammenarbeit für die Ökumene am Ort.

ERWEITERUNG IM JAHR 2005

Nach dem Kirchentag 2005 wurde der Wunsch geäußert, die Lochhauser Kirchengemeinden zur Mitgliedschaft in den Rat einzuladen. Die Pfarrei St. Michael und die Bartimäusgemeinde nahmen die Einladung gerne an und sind seither offizielle Mitglieder des Rats.

NEUE SATZUNG AB 2011

In der Herbstsitzung 2011 beschlossen die Ratsmitglieder, sich eine neue Satzung zu geben. Damit verbunden war auch eine Namensänderung. Das Gremium nennt sich nun Ökumenischer Rat Aubing-Neuaubing-Westkreuz-Lochhausen.

Das 40-jährige Bestehen des Rats wurde vom 11. - 13. Oktober 2013 gefeiert.

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