Die Krippe von St. Quirin

Die Aubinger Pfarrkrippe in unserer Turmkapelle

Der große Zuspruch, den die Restaurierung der alten Aubinger Pfarrkrippe in der Bevölkerung fand, hatt die Archivgruppe St.Quirin dazu ermutigt, den beiden Szenen "Heilige Nacht" (Weihnachten 2000) und "Anbetung der Könige" (Januar 2002) ein neues Bild aus der Heilsgeschichte hinzuzufügen.
Auf vielfachen Wunsch aus der Gemeinde sollte es deshalb 2003 die Gestaltung eines in die Adventszeit passenden biblischen Themas sein. Nach Sichtung unserer vorhandenen alten Krippenfiguren haben wir uns für die Darstellung der "Verkündigung", für den sog. "Englischen Gruß", entschieden.

Verkündigungsszene

Die Szene links (Dezember 2016) zeigt ein Mädchen in der Stadt Nazaret beim Verrichten von üblichen Hausarbeiten. Ihre Wohnung grenzt an einen kleinen städtischen Platz mit einem Brunnen, an dem sich zwei Nachbarinnen, gerade vom nahegelegenen Markt kommend, unterhalten. In dieses alltägliche Frauenleben bricht nun plötzlich das Außergewöhnliche ein: Ein Engel erscheint dem Mädchen Maria und verkündet ihr, sie werde die Mutter des Heilands werden.

Für dieses Bild haben wir drei Figuren aus unserem alten Krippenbestand (zwei orientalische Frauen und einen Händler) von Sebastian Westermeier, Restaurator in der Krippenabteilung des Bayer. Nationalmuseums, und von Monika Kager, einer Textilrestauratorin, wiederherstellen lassen. Außerdem hat Frau Kager für den Verkündigungsengel ein neues Kleid angefertigt und die Kleidung von Maria der neuen Szene angepasst. Die Kulisse für das Verkündigungsbild wurde im Stil der sog. "Münchner Krippen" von unserem Archivgruppenmitglied Johannes Lahmer angefertigt.

 

Krippe St. Quirin

Dank an unsere Spender. Die schon recht bemerkenswerte Instandsetzung der alten Pfarrkrippe konnte dank der großzügigen Spenden von Aubinger BürgerInnen, durch Zuschüsse des Bezirksausschusses Aubing- Lochhausen-Langwied und der Kirchenverwaltung in den letzten Jahren bewerkstelligt werden.

Unseren Gebern und Spendern danken wir sehr herzlich und bitten alle Mitbürger, die an der Wiedererrichtung der "Alten Pfarrkrippe" Freude haben, auch weiterhin unsere schönen, aber kostenintensiven Bemühungen durch Spenden zu unterstützen.

©2003 Barbara Sajons, Archivgruppe St. Quirin; Aufnahmen: Klaus Bichlmayer

 

Neuerungen von 2002

Krippe St. Quirin

2002 hatte die Archivgruppe St. Quirin kein neues Krippenbild erstehen lassen, sondern die beiden bestehenden, - "Die Heilige Nacht" und "Die Anbetung der Könige" - mit Figuren aus dem vorhandenen Krippenfundus weiter ausgebaut: Zwei sehr fein geschnitzte Tiere, eine Ziege und ein Schafbock, ergänzen nun die Herde der Hirten; das prächtige orientalische Gefolge der Hl. Drei Könige vergrößert sich um sechs Diener.

Dank der großzügigen Spende einer Aubingerin konnten Ochs und Esel von einem Künstler maßstabs- und stilgerecht nachgeschnitzt werden. Die originalen Tiere sind ja, wie alle Hauptfiguren, leider nicht mehr aufzufinden.

Die Missionskrippe

Missionskrippe

Im Advent wird im Foyer des Pfarrzentrums seit einigen Jahren auch die sogenannte "Missionskrippe" (oben) ausgestellt. Die Figuren bekam Pfr. Brem Mitte der 70er Jahre von einem Missionsbenediktiner aus der Abtei Peramiho in Tansania geschenkt. Den Stall in Form eines afrikanischen Rundbaus hat wiederum Johannes Lahmer angefertigt.

Historisches

Typisch für die Münchner Krippen sind die hervorragend geschnitzten Tiere, die ... stets in ungewöhnlich lebhafter Bewegung wiedergegeben werden.

Die Figuren wurden als Gliederpuppen mit textiler Bekleidung gearbeitet, Köpfe, Arme und Beine sind aus Lindenholz geschnitzt und sorgfältig gefasst.

Im Gegensatz zu den übrigen Figuren der Münchner Krippen sind die Engelsfiguren nicht als Gliederpuppen gearbeitet, sondern haben als Aktfiguren ihre unveränderbare ... Pose vom Schnitzer erhalten. Es sind keine Putten, wie in Italien ..., sondern jugendliche Wesen mit ... lebhaften, gefiederten Flügeln in pastellfarbener Fassung.

In der Au, damals ein eigener Ort bei München, wurden diese Krippenfiguren in den Wintermonaten, in denen es keine andere Arbeit gab, angefertigt, - sozusagen von Nebenerwerbsschnitzern, die nur in den seltensten Fällen namentlich bekannt sind.

Der Bedarf an solchen Figuren war groß. Besonders beliebt waren sie in bürgerlichen Kreisen Münchens. Denn unter dem Einfluss der Aufklärung um 1800 hatten die katholischen Fürsten in ihren Ländern das "unnütze" Ausüben von Bräuchen der Volksfrömmigkeit, wie Wallfahrten, Osterspiele und eben auch das Aufstellen von Krippen in den Kirchen, verboten. Für die meisten Menschen war aber das Weihnachtsgeschehen in der plastischen Darstellung einer Krippe leichter zu erfassen, als im etwas knappen Wortlaut des Evangeliums.

So waren im 19. Jhdt. über einen längeren Zeitabschnitt die Krippen zwar zwangsweise aus den Kirchen verbannt, erlebten aber in den Wohnungen christlicher Familien eine wahre Renaissance.

Die Archivgruppe St. Quirin hofft nun, all denen, die sich ein sinnliches Erfassen bewahren konnten, mit dem Aufstellen unserer Weihnachtskrippe Freude bereitet zu haben. All diejenigen aber , die sich mehr von einer rationaleren Behandlung des Weihnachtsthemas angesprochen fühlen, bitten wir, unsere Pfarrkrippe als ein für Aubing wertvolles kunsthistorisches Zeugnis zu schätzen und zu achten.

(Zitate aus Nina Gockerell, Krippen, Köln 1998)

©2002 Barbara Sajons

 

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