Stadtteilgottesdienst und Feriengedanken

Herzliche Einladung zum Ökumenischen Stadtteilgottesdienst

Freitag, 2. August 2019, 18 Uhr

in der Kolonie 1, Sigererstr. 7

Anschließend laden wir wie immer zu einer Brotzeit ein, und das bei jedem Wetter.

Heilmittel gegen die Unruhe in mir

Ich glaube, der moderne Mensch leidet unter einer ständigen Überforderung an Möglichkeiten. Scheinbar sind ihm keine Grenzen gesetzt. Das gilt auch für den Urlaub: Jedes Land ist erreichbar, keine Sportart zu abenteuerlich.

Die unbegrenzten Möglichkeiten führen leider allzu oft zu Stress, zu einem inneren Zwang, möglichst viel zu machen, um ja keine Gelegenheit zu verpassen. Und so steht die eigentlich freie Zeit oft unter dem gleichen Leistungsdruck wie die Arbeitszeit; ein Leistungs-druck, der ja nicht geringer ist, weil ich ihn mir freiwillig auferlege. Zum Leidwesen des Menschen, der auch dann nicht zur Ruhe kommt, wenn er Zeit zur Ruhe hat. Der alttestamentliche Psalmbeter klagt: „Meine Seele, warum bist du betrübt und bist so unruhig in mir?“ (Psalm 42,5) und er weiß im nächsten Halbvers auch um die Linderung dieser Unruhe: „Harre auf Gott; denn ich werde ihm noch danken, meinem Gott und Retter, auf den ich schaue.“ Ich glaube, viele Menschen empfinden diese Unruhe in sich selbst. Zu keiner Zeit werden mehr Kirchen besucht als im Urlaub, von Menschen, die zu Hause selten eine Kirche aufsuchen; und nicht nur die touristischen Highlights. Doch ich muss Geduld mit mir und meiner Seele haben. Nicht umsonst spricht der Psalmist davon, auf Gott zu warten. Die Seele braucht Zeit, um zur Ruhe zu kommen; Zeit mit Gott. Die Mönche wissen darum, deshalb sind die Kreuzgänge in den Klöstern oft Oasen der Ruhe. Lernen wir ein wenig von ihnen, zumindest im Urlaub.

Michael Tillmann