Klage und Lob

"Hältst du immer noch fest an deiner Frömmigkeit? Segne Gott und stirb!"

So lautet der "Ratschlag", den Hiob von seiner Frau erhält, nachdem ihm alles - Hab und Gut, Kinder und Gesundheit - genommen wurde. Vergiss Gott, wende dich von ihm ab. Hiob hat alles verloren und deshalb wäre eine solche  Reaktion nahe liegend, doch Hiob reagiert anders: "Wie eine Törin redet, so redest du. Nehmen wir das Gute an von Gott, sollen wir dann nicht auch das Böse annehmen?"

Das alttestamentliche Buch Hiob ist eine Lehrerzählung über Gott, den Glauben und das Leid des Menschen. Warum gibt es das Leid? Warum leiden die Menschen? Um diese Fragen kreisen große Teile des Buches. Das Buch Hiob ist daneben aber auch eine Beispielerzählung für das Beten.

Hiob hört nicht auf zu beten, hört nicht auf, Gott anzusprechen. Er betet gegen jeden Augenschein, ja sogar gegen jede Vernunft. Denn die Freunde, die Hiob in seinem Elend besuchen und ihm sein Leiden erklären wollen, sie beten nicht.

Doch Hiob hält am Gebet fest, am Gebet, das durchaus auch Klage sein kann. Bei Hiob auch zur unangemessenen Klage wird, sodass Gott ihn zurecht weist.
"Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen, bleibst fern meiner Rettung, den Worten meines Schreiens? Mein Gott, ich rufe bei Tag, doch du gibst keine Antwort; und bei Nacht, doch ich finde keine Ruhe.“ Mit diesen Worten beginnt der 22. Psalm. Eigentlich unlogische Worte: Warum zu jemandem beten, der mich verlassen hat, der mich nicht hört?  Dennoch hat auch Jesus mit diesen Worten am Kreuz gebetet. Diese Unlogik des Gebetes ist das Geheimnis des Betens: Trotzig zu beten, sich das Recht zu beten nicht nehmen zu lassen.

Wie Hiob. Der zum Schluss von Gott aufgefordert wird, für seine Freunde zu beten.

(Text: aus „Image“)

 

Wohnviertelmesse in St. Quirin, Stadtteilgottesdienst in St. Michael

Herzliche Einladung zur Wohnviertelmesse am Sponeckplatz, Sonntag, 19. Juli, 19:00 Uhr (bei Regen in der Kirche St. Quirin)

und zum

Ökumenischen Stadtteilgottesdienst, Freitag, 24. Juli, 18:00 Uhr an der Marienkapelle in Langwied (entfällt bei Regen)

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