Pfarrgemeinde

Offene Gemeinde sein

Achten Sie doch einmal darauf: Wenn Sie tagsüber im Ortskern von Aubing unterwegs sind und an der Pfarrkirche vorbeikommen, dann werden Sie dort in der Regel offene Türen vorfinden. Sie haben dann die Gelegenheit, das alte Gotteshaus einmal ganz allein und ungestört auf sich wirken zu lassen. Vielleicht mögen Sie ein wenig die Atmosphäre der Ruhe und die Möglichkeit zum Abschalten vom Alltag genießen.

Die offenen Türen der Pfarrkirche sollen aber auch die Grundhaltung symbolisieren, die uns in unserer Pfarrei als besonders wichtig erscheint: Eine offene Kirche zu sein, offen für alle, nicht nur als Gebäude, sondern auch als menschliche Gemeinschaft. Wir wissen natürlich nicht, welche Erfahrungen Sie in der Vergangenheit mit Kirche und Pfarrgemeinde gemacht haben, durch welche ganz persönliche Glaubensgeschichte Ihr Leben vielleicht geprägt ist.

Wir sind uns dessen bewusst, dass die Kirche, die “Amtskirche” gar, auf viele Menschen – auch auf diejenigen, die in den Pfarreien das Gemeindeleben gestalten wollen! – bei Weitem nicht so offen und zeitgemäß wirkt, wie wir uns das wünschen. Vieles erscheint rückwärtsgewandt und bleibt unverständlich. Trotzdem – oder besser gesagt: gerade deswegen! – wollen wir in Aubing als kleine Pfarrgemeinde, sozusagen unmittelbar an der berühmten “Basis”, alles tun, um eine der Zeit und den Menschen zugewandte, offene Gemeinde zu sein. Offen für neue Ideen und Gedanken, offen für Diskussionen und Auseinandersetzungen, vor allem aber offen für die Menschen, die hier leben oder hierherkommen und den Kontakt zu unserer Gemeinde suchen.

Wer nach St. Quirin kommt, der steht im wörtlichen und im übertragenen Sinn nicht vor verschlossenen Türen. Wir versuchen, durch eine Vielfalt von Möglichkeiten und Angeboten für jeden und für jede Anknüpfungspunkte zu schaffen. Wir wollen es Ihnen leicht machen, einen Zugang zu unserer Gemeinde zu finden. Ein erstes Angebot an Sie soll der Pfarrbrief zu Ihrer Begrüßung sein. Darin haben wir für Sie die wichtigsten Informationen über unsere Gemeinde zusammengestellt. Einen aktuellen Pfarrbrief werden Sie in regelmäßigen Abständen – etwa jedes Vierteljahr – in Ihrem Briefkasten vorfinden.

Das zentrale Angebot einer Pfarrgemeinde ist der Gottesdienst. Wir verstehen ihn nicht als sonntägliche Pflichtveranstaltung, sondern als eine gemeinsame Feier, die wir zu vielen Gelegenheiten auch gemeinsam gestalten. Wir versuchen, immer wieder neu und auf zeitgemäße Art und Weise, die Frohe Botschaft zu verkünden und das gemeinsame Mahl zu feiern. In ganz unterschiedlichen Formen gehen wir dabei auf Kinder, Jugendliche und Familien ein. Von der Vorbereitung auf Erstkommunion und Firmung über die kirchlichen Feste im Jahreskreis bis hin zu Gottesdiensten zu ausgewählten Themenkreisen ist unser Kalender voll von Angeboten, die Messe außerhalb der vorgeschriebenen “Routine” zu feiern.

Dazu sind auch und vor allem die Kinder immer herzlich eingeladen – ein bisschen Unruhe nehmen wir dafür gerne in Kauf! Ein besonderes Angebot für die Kleinsten – also in erster Linie für das Vorschulalter und bis zur Erstkommunion – und natürlich für ihre Eltern ist darüber hinaus die Kleinkinderkirche, zu der wir etwa einmal im Monat in den Pfarrsaal einladen. Ein Team von jungen Eltern versucht dabei, in spielerischer und kindgerechter Form wichtige Grundelemente des Glaubens zu vermitteln.

Die Gemeinschaft endet aber nicht mit dem Schlusssegen des Pfarrers im Gottesdienst.

Wer die Menschen von St. Quirin wirklich kennenlernen will, dem sei dringend empfohlen, nach dem Gottesdienst das “Kommunikationszentrum” vor den Kircheneingängen, vor allem vor dem Südportal zu nutzen. Kinder und Eltern, Jugendliche und Senioren, Gemeindeleitung, Mitarbeiter und interessierte Kirchgänger: Hier treffen sich wirklich alle, und nicht selten ist hier oder in unserem Pfarrheim auch noch die Gelegenheit geboten, zum Essen und Trinken zusammen zu bleiben. Kritik und Anregungen zum Gottesdienst und zu seiner Gestaltung sind dabei herzlich willkommen, und wer sich darüber informieren will, was in der Pfarrei und im Ort so los ist, der kommt hier in jedem Fall auch auf seine Kosten.

Und es ist allerhand los in dieser Pfarrei. Dabei gilt überall: Wer mittun will, wer nur einmal unverbindlich vorbeischauen und sich einen ersten Eindruck verschaffen will, wer selbst mit neuen Ideen neue Aktivitäten in der Gemeinde anstoßen oder Bestehendes neu beleben will, der ist ganz herzlich eingeladen. Viele Mitglieder der Pfarrgemeinde St. Quirin sind in den letzten Jahren und Jahrzehnten so wie Sie neu hierhergekommen. Viele haben in Aubing nicht nur ein Haus oder eine Wohnung, sondern auch eine neue geistige und geistliche Heimat gefunden. Wir, die Pfarrei St. Quirin, heißen Sie herzlich willkommen – wir freuen uns auf Sie!

Max Geierhos

Die Sebastianitradition in Aubing

Von Pest und Cholera verschone uns!

Der Ursprung des Aubinger Sebastiani-Gedenktages geht zurück auf das Verlöbnis der Aubinger im Jahre 1854 zum Schutzheiligen gegen Pest und Seuchen, dem hl. Sebastian, dessen Namensfest am 20. Januar gefeiert wird.

Die ganze Gemeinde war damals von Furcht und Angst erfüllt, weil die zu dieser Zeit vielerorts wütende asiatische Cholera auch den Aubinger Pfarrbezirk, zu dem noch die Orte Pasing, Laim, Ober- und Untermenzing, Allach und Langwied gehörten, auf das Schrecklichste heimsuchte. Die meisten Todesopfer im Pfarrbezirk hatte Aubing zu verzeichnen.

In der kurzen Zeit von 78 Tagen raffte die gefürchtete Seuche insgesamt 68 Personen aller Altersstufen hinweg. In den umliegenden Orten starben acht Menschen in Allach, je sieben in Pasing und Untermenzing, drei in Langwied und ein von der tückischen Krankheit Befallener in Obermenzing. Das erste Opfer wurde am 12. August 1854 eine 34jährige Dienstmagd aus Pasing.

Nachdem die vier unmündigen, durch die Pest zu Waisen gewordenen Kinder der Familie Hurtz bei ihrem Vormund, Johann Stephan, untergebracht waren, entschloß man sich, das Schwabenhaus zu einem Spital für Cholerakranke zu machen. Vom 5. bis 13. September wurden sieben Personen, meist Dienstknechte und Mägde dort eingeliefert, die alle der Cholera erlagen.

In dieser großen Not besann man sich auf den hl. Sebastian und die Cholera erlosch am 29. Oktober 1854 im ganzen Pfarrbezirk. Seitdem wird der Sebastianitag im Gedenken an jene schreckliche Seuche begangen. (Helga Mayr; aus: Wanderungen zwischen Tag und Jahr, Aubing und seine Menschen; 1984)

Zur Geschichte des Sebastianitages und anderer "verlobter" Tage in Aubing

Der Sebastiani-Jahrtag ist der 1. Festtag im Jahr für die kirchliche Gemeinde St. Quirin, an dem sich die Gemeinde nach dem feierlichen Gottesdienst zu einem gemütlichen Frühschoppen im Pfarrsaal trifft. Sollte der 20. Januar kein Sonntag sein, so wird der Namenstag des hl. Sebastian am darauf folgenden Sonntag gefeiert.

Die Aubinger feiern diesen Namenstag besonders auf Grund eines Gelübdes aus dem Jahr 1854: Sie riefen den hl. Sebastian an, die Gemeinde von der grausamen Seuche zu befreien. Seither wird dem hl. Sebastian für die Rettung aus der Not mit einem feierlichen Amt gedankt und der 20. Januar wurde damals zu einem »Aubinger-Feiertag«.

Der Gang zum Hochamt, so erzählen einige ältere Aubinger, überliefert von ihren Vätern, war strenge Pflicht. Ebenso war es strenger Brauch an diesem Tag nicht zu arbeiten.

Der Sebastiani-Jahrtag drohte nach der ersten Hälfte unseres Jahrhunderts in Vergessenheit zu geraten, beeinflußt durch die NS-Zeit sowie durch die Eingemeindung in die Stadt München im Jahre 1942. Die Gemeinde hatte nämlich bis dahin das Hochamt am Sebastiani-Tag bestellt und bezahlt.

Über etliche Jahre übernahmen deshalb einzelne Aubinger Bauern das »Anschaffen« des Hochamts am Sebastiani-Tag, um diesen Tag, zumindest was das Kirchliche anbelangte, nicht ganz in Vergessenheit geraten zu lassen.

Später besannen sich die gesamten Aubinger Landwirte auf ihre Tradition und den »Aubinger-Feiertag«. Die Interessengemeinschaft der Landwirte übernahm das »Anschaffen« des Hochamts, legte die jährliche Mitgliederversammlung auf den 20. Januar und sorgte wieder für ein »Sebastianitag-Bewußtsein« bei den Bauern am Ort.

1980, zum Anfang des Jubiläumsjahres von St.Quirin, erlebte der Sebastianijahrtag seine Renaissance. Herrn Pfarrer Brem mit seinen Mitarbeitern gelang es, diesen traditionsreichen Festtag wieder voll in die kirchliche Gemeinde einzubauen und erneut zu einem »Aubinger-Feiertag« werden zu lassen. (Sebastian Pfundstein aus: Wanderungen zwischen Tag und Jahr, Aubing und seine Menschen; 1984)

Der Tag der heiligen Fabian und Sebastian war schon in der Barockzeit ein Aubinger Feiertag.

In der Beschreibung der Pfarrei Aubing von Pfarrer Andreas Ziegler aus dem Jahr 1719 findet sich unter anderem eine Aufstellung über die so genannten „verlobten Feiertage“ in der Pfarrei St. Quirin.

Dies sind Feiertage, die sich die Gemeinde selbst (oft durch ein Gelübde) gab und an denen die bäuerliche Bevölkerung vor allem um Abwendung von Naturkatastrophen, ansteckenden Krankheiten, Kriegsgefahr oder Viehseuchen betete. Besondere Gottesdienste, Wallfahrten, Bitt- und Kreuzgänge bildeten den Mittelpunkt des Tages. An diesen Tagen war es verpönt, Arbeiten im Freien zu verrichten, man erledigte nur die allernötigste Arbeiten (z.B. die Versorgung des Viehs).

In der Pfarrbeschreibung von 1719 heißt es über ein Verlöbnis zu den Heiligen Sebastian und Fabian:

“Der Tag der Heÿl. Sebastian undt Fabian, ist ein Verlobter feürtag. Aubing. Undt Schlosscapellen Bluttenburg

St. Quirin im Überblick

Allgemeines

  • Gründung der Pfarrei vor ca. 1000 Jahren
  • Größe der heutigen Gemeinde: ca. 4000 Katholiken mit normaler Altersstruktur
  • Lage der Pfarrei: Am westlichen Stadtrand von München (22. Stadtbezirk)
  • Charakter des Ortes Aubing: Teils dörflich, teils städtisch geprägt
  • Etwa 320 ehrenamtliche MitarbeiterInnen
  • Benachbarte Gemeinden: St. Konrad (Neuaubing), St. Lukas (Westkreuz), St. Markus (Neuaubing-West), St. Michael (Lochhausen), Leiden Christi (Obermenzing) und die evang-luth. Adventskirchengemeinde (Neuaubing)
  • Seit 1. September 2014 Pfarrverband mit St. Michael, Lochhausen, mit Sitz in St. Quirin.
  • Zuständig für den Friedhof Aubing

Personal

  • Pfarradministrator: P. Abraham Nedumthakidy (MCBS)
  • P. Shaju Chacko, Kaplan (MCBS)
  • Gemeindereferent Gerhard Liebl
  • 2 Sekretärinnen im Pfarrbüro (in Teilzeit)
  • Mesner mit Hausmeistertätigkeit (Vollzeit) und Aushilfsmesnerin (Teilzeit)
  • Organistin und Chorleiterin in Teilzeit (C-Stelle)
  • 5 Erzieherinnen (Fachkräfte), 5 Kinderpflegerinnen (Ergänzungskräfte),
  • Reinigungsfrauen für das Pfarrzentrum, Kindergarten, Kirche und Pfarrbüro (Teilzeit)

Gremien und Arbeitskreise der Laienmitarbeit

  • Pfarrgemeinderat und seine Sachbereiche; Kirchenverwaltung, Pfarrverbandsrat
  • Sachbereich Liturgie (einschließlich Team der Kleinkinder-Kirche)
  • Sachbereich Familie
  • Sachbereich Soziales
  • Sachbereich Jugend
  • Sachbereich Öffentlichkeitsarbeit
  • Sachbereich Feste/Feiern
  • Sachbereich Mission, Entwicklung, Frieden
  • Sachbereich Senioren
  • Sachbereich Ökumene
  • Pfarrjugendleitung und Jugendleiterrunde
  • Kirchenchor, Musikgruppe Kleinkinder-Kirche, Jugendband
  • Lektoren und Kommunionhelfer
  • Pfarrbriefredaktion
  • Team der Kinder-Bibelwoche
  • Teams für Erstkommunion- und Firmvorbereitung
  • Archivgruppe St. Quirin
  • Nachbarschaftshilfe Aubing (ökumenisch)
  • Projektgruppe Ökobilanz
  • Organisationsgruppen für Kinderkleider-Markt und Weihnachtsbazar
  • Verteilerkreis Pfarrbrief
  • Besuchsdienst
  • Caritas-SammlerInnen
  • Servus-Mama-Gruppe
  • Gruppe Amnesty International
  • Katholischer Frauenbund
  • Theatergruppe St. Quirin

Gebäude und Pfründe

  • Pfarrkirche St. Quirin (geweiht 1489; unter Denkmalschutz); letzte Renovierung 2009/2010; Kirchturm nachweislich Ende des 13. Jahrhunderts; neues Geläut 1997
  • Pfarrhaus (gebaut 1966) mit Pfarrsekretariat
  • Pfarrzentrum (gebaut 1966; Erweiterungsbau 1994) mit Pfarrsaal, Gruppen- und Besprechungsräumen, Kegelbahn, Renovierung und Umbau 2018-2020
  • Pfarrkindergarten (gebaut 1966; erweitert 1988, um- und ausgebaut 2005), 100 Kindergartenplätze in vier Gruppen, großes Freigelände
  • Pfarrpfründe in Aubing-Ost, zum großen Teil bebaut und verwaltet durch die Diözese

(Stand: 10.2.2021)

Über uns

St. Quirin ist eine katholische Pfarrgemeinde im Münchner Westen. Die Pfarrkirche wurde 1489 geweiht. Seit 2014 ist St. Quirin Teil des Pfarrverbandes mit St. Michael in Lochhausen (Internetseite).

Kontakt

Pfarramt St. Quirin
Ubostraße 5
81245 München
Tel. 089 89 13 66 910
E-Mail: st-quirin.muenchen@ebmuc.de
Notfall: 0171 561 88 04